Keilriemen war schuld...

NEUMARKT. Ein an der Jura-Raststätte umgestürztes Geländewagen-Gespann mit einem Transporter auf dem Anhänger sorgte für stundenlange Behinderungen.

Schließlich krachte bei dem Unfall am Mittwoch gegen 3.15 Uhr noch ein anderer Kleintransporter in die über die komplette Fahrbahnbreite verstreuten und unbeleuchteten Fahrzeuge.

Der folgenschwere Unfall, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, ist vor allem auf die Unvernunft eines österreichischen Spediteurs zurückzuführen, der das riskante Abschlepp-Unternehmen organisierte, weil er sich ein paar Euro für einen gerissenen Keilriemen sparen wollte...

Anstatt mit dem - später auf dem Anhänger stehenden - Mercedes-Sprinter zur nächsten Werkstatt zu fahren, um den geringfügigen Schaden beheben zu lassen, stellte der 25jährige Mann sein Fahrzeug in der Rastanlage Jura-West ab und fuhr mit einem anderen Lkw zurück nach Österreich.

Dort mietete er von einer Verleihfirma einen Autotransportanhänger und bat seinen Bekannten, der einen großen amerikanischen Gelädewagen besitzt, mit ihm zusammen zurück nach Deutschland zu fahren, um den defekten Sprinter aufzuladen.

Dabei ließen die beiden außer acht, daß die zulässige Anhängelast um mehr als 20 Prozent überschritten war. Noch gravierender war aber, daß der Sprinter aufgrund seiner Länge erheblich nach hinten über den Anhänger hinausragte und somit eine negative Stützlast entstand, die die Hinterachse des Zugfahrzeuges "entlastete".

Die Folgen dieses Handelns stellten sich schon nach 600 Metern Fahrt ein: Bereits beim Überwechseln vom Beschleunigungsstreifen auf die rechte Fahrspur kam das Gespann ins Schleudern, knickte ein und stürzte um, wobei die Haltegurte rissen und der Sprinter seitlich auf der Überholspur zum Liegen kam.

Am Zugfahrzeug brach die Anhängekupplung auseinander und der Anhänger kam mit den Rädern nach oben auf der rechten Fahrbahn zum Liegen.

Als sich beide aus dem Fahrzeug befreit hatten, krachte eine 56jährige Kleintransporterfahrerin aus Mannheim in die über die komplette Fahrbahnbreite verstreuten und unbeleuchteten Fahrzeuge.

Wie durch ein Wunder blieben alle unverletzt.

Ein Sanitätsfahrzeug aus Österreich, das zufällig als nächstes Fahrzeug an der Unfallstelle ankam, sicherte die Unglücksstelle ab, so daß weitere Folgeunfälle ausblieben.

Der Verkehr mußte von 3.15 bis um 5.45 Uhr über die Standspur umgeleitet werden.

Da nun alle drei Fahrzeuge des Österreichers nicht mehr fahrbereit sind, bemüht er sich um die Organistaiton eines großen vorschriftsmäßigen Tiefladers, der den zerstörten Fuhrpark nun sicher in die Heimat zurückbringt.
04.01.06
Neumarkt: Keilriemen war schuld...
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