Rote Karten gezeigt


Neumarkter Schüler zeigten die Gelbe Karte - für die unterstützende Autorität sorgten dabei auf unserem Foto DFB-Schiedsrichter Martin Speckner und eine Neumarkter Polizistin
Fotos: Polizei
NEUMARKT. Schüler durften in Neumarkt und Freystadt in Begleitung von Polizeibeamten zu schnellen Autofahrern die „rote oder gelbe Karte“ zeigen.

Bei der Aktion „Rote Karte“ kamen die Raser mit einem blauen Auge davon: außer der Verwarnungskarte der Kinder gab es für sie keine Konsequenzen - auf Geldbußen wurde ausnahmsweise verzichtet.

Die Neumarkter Polizei wurde bei ihrem Verkehrspräventionstag zum Thema Schulwegsicherheit in Freystadt von Bürgermeister Alexander Dorr und in Neumarkt von einem echten DFB-Profischiedsrichter unterstützt, der die für die Aktion namensgebenden Karten mitgebracht hatte.

Die Schüler einer fünften Klasse der Neumarkter Knabenrealschule und einer dritten Klasse der Martini-Grundschule in Freystadt durften dabei Autofahrer verwarnen, die mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurden. Damit die Verwarnungen auch ernst genommen wurden standen hinter den Schülern Neumarkter Polizisten in Uniform.

Die Polizei führte dabei im Umfeld der beiden Schulen Geschwindigkeitsmessungen durch, bei denen ihnen die Schüler über die Schultern schauen durften.

Vor Ort bekamen die Kinder Unterstützung von prominenter Seite. Während die Grundschüler in Freystadt von Bürgermeister Alexander Dorr begleitet wurden, konnte man für die Aktion in Neumarkt den DFB-Schiedsrichter Martin Speckner aus Runding im Landkreis Cham gewinnen. Speckner ist 28 Jahre alt und pfeift trotz seines jungen Alters bereits das vierte Jahr Spiele der Dritten Liga. In der zweiten Fußballbundesliga steht er regelmäßig als Assistent an der Seitenlinie oder ist, wie am Wochenende beim Heimspiel des 1.FC Nürnberg gegen den SC Paderborn, als vierter Offizieller eingesetzt. Ein Highlight seiner Karriere war nach eigenen Angaben die Leitung des U20-Länderspiels zwischen Deutschland und England im November vergangenen Jahres im Regensburger Jahnstadion.


Gemeinsame Zielrichtung aller Teilnehmer war es, Autofahrer auf die Gefahren durch zu schnelles Fahren im Bereich von Schulen zu sensibilisieren. Wer mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen wurde, musste allerdings kein Verwarnungsgeld bezahlen, sondern bekam, passend zur anstehenden Fußballeuropameisterschaft in Deutschland, von den Schülern die gelbe oder rote Karte gezeigt. Verkehrsteilnehmer, die im Schulumfeld mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs waren, erhielten von den „Hilfssheriffs“ als kleines Dankeschön Süßigkeiten.

Insgesamt wurden 60 Fahrzeuge einer Kontrolle unterzogen, wovon etwa einem Drittel von den Kindern eine Karte gezeigt werden musste. Ein grobes Foul lieferte sich jedoch niemand, so dass in keinem Fall die Schiedsrichterkarte durch eine offizielle Anzeige hätte ersetzt werden müssen.

Begleitend zur Aktion der Roten Karte wurden mit Unterstützung der Verkehrspolizei Regensburg auch mehrere Schulbusse einer näheren Begutachtung unterzogen. Dabei konnte ebenfalls ein positives Fazit gezogen werden. Von elf kontrollierten Schulbussen mussten vier geringfügige Verwarnungen ausgesprochen werden. Die Busse befanden sich allesamt in einem guten und verkehrssicheren Zustand, hieß es von der Polizei.

Neben dem gemeinsamen Spaß und dem spielerischen Lernen sollte bei der Aktion insbesondere die nachhaltige Verkehrspräventionsarbeit im Vordergrund stehen.


Bürgermeister Alexander Dorr mit Vertretern der Polizei und den Schülern der Martini-Grundschule Freystadt
16.04.24
Neumarkt: Rote Karten gezeigt
Telefon Redaktion


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