Weniger Raser ?


Früher blitzte in Neumarkt nur die Polizei - jetzt ist auch der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit unterwegs
Foto: Archiv/Polizei
NEUMARKT. Seit die Stadt selbst blitzen läßt, soll die Zahl der Raser an manchen Stellen im Neumarkter Stadtgebiet deutlich abgenommen haben.

Das glaubt man im Rathaus aus den ersten Zahlen herauslesen zu können, die nun vorliegen. Bis zu 14 Prozent seien die Geschwindigkeitsübertretungen zurückgegangen, hieß es.

In anderen Ecken der Stadt werde dagegen fast unverändert weiter gerast.

Bekanntlich hat die Stadt Neumarkt seit Anfang des Jahres den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit mit der Kontrolle der Geschwindigkeit im Stadtgebiet beauftragt. Seither wurden 113 Messungen durchgeführt.

Nach Angaben von Oberbürgermeister Thomas Thumann sollen die schon nach wenigen Monaten „positive Wirkungen“ zeigen: „Es war von Anfang an unser Ziel, vor allem die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Brennpunkte mit zu hohen Geschwindigkeiten zu entschärfen“.


Wie aus einer Aufstellung von Mitte August hervorgeht, wurde seit Januar bis Mitte August die Geschwindigkeit von insgesamt 96.558 Fahrzeugen an den verschiedensten Stellen in der Stadt gemessen. Insgesamt wurden dabei 16.128 Verstöße registriert. Dies ergibt eine aktuelle Beanstandungsquote von 16,70 Prozent. Bei den ersten Messungen zu Jahresbeginn wurde noch eine Beanstandungsquote von 18,09 Prozent ermittelt.

Betrachtet man einzelne Messbereiche, so ergäben sich manchmal deutliche Rückgänge, insbesondere in der Nähe von manchen Kinderbetreuungs- und Sozialeinrichtungen. Dort sind die Geschwindigkeitsübertretungen sogar teilweise bis zu 14 Prozent zurückgegangen, glaubt man im Rathaus. Allerdings gäbe es auch Abschnitte in der Stadt, wo die Geschwindigkeitsmessungen bisher noch nicht zu positiven Ergebnissen geführt hätten. Daher werde die Stadt weiterhin die Geschwindigkeitsmessungen durchführen lassen, insbesondere vor Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten und ähnlichen Einrichtungen.

Wie ein Vertreter des Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit mitteilte, hätten die Messungen von Beginn an eine hohe Zahl an Geschwindigkeitsüberschreitungen ergeben. Auch wenn die inzwischen reduziert worden sei, liege die Stadt Neumarkt mit aktuell 16,85 Prozent der beanstandeten Fahrzeuge immer noch über dem Durchschnitt in anderen Kommunen.

Immerhin wurde der schnellste Fahrer bei den Messungen in einem 50 Stundenkilometer-Bereich mit Tempo 110 – und das zur Mittagszeit – gemessen. An anderen Stellen in der Stadt wurden bei einer Messung von 1626 Fahrzeugen nur 18 Tempo-Sünder erwischt, das entspreche einer Beanstandungsquote von lediglich 1,1 Prozent - wieviel Raser vor der Radarfalle abgebremst und danach wieder Gas gegeben haben, weiß natürlich niemand.

Umgekehrt gibt es auch Straßen mit einem hohen Übertretungsanteil. So waren etwa bei mehreren wiederholten Messungen in einem Wohngebiet von insgesamt 9.850 überprüften Fahrzeugen 2.246 zu schnell dran, was eine Beanstandungsquote von über 23 Prozent bedeutet. Allerdings sei auch hier bereits ein Rückgang zu verzeichnen, denn bei den ersten Messungen in dieser Straße habe die Quote der zu schnellen Fahrzeuge noch bei über 37 Prozent gelegen.
12.09.19
Neumarkt: Weniger Raser ?

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