Kneipenbühne Oberweiling

"Am Strand der Dinge"

NEUMARKT. "Am Strand der Dinge - ein Chansonabend über Dinge und deren Menschen": So heißt das aktuelle Musikkabarettprogramm des Duos "gosch&klimpa", das am Samstag in der Kneipenbühne sein Debüt gibt.

Michaila Kühnemann – alias "gosch" - ist seit dem Auftritt von "Les Derhosen" im vergangenen Jahr ja keine Unbekannte in Oberweiling. "gosch mit der Gänsehaut-Stimme" -, wie sich Michaila nun nennt, hat sich mittlerweilen von der Gruppe getrennt hat und zusammen mit "klimpa mit den Zauberhänden" – das ist Susanna Klovsky – mal auf die Schnelle den Publikumspreis beim 3. Stuttgarter Chansonwettbewerb ergattert.

Eine singende Anti-Diva trifft auf eine Meisterin am Klavier. Gemeinsam begleiten sie die Zuhörer virtuos durch die Musikgeschichte von der Klassik bis in die Gegenwart. Sie entführen das Publikum in ihre Welt voller Musik, in der es hier romantisch, dort klassisch zugeht und des öfteren auch mal richtig rockt. Da treffen sich Fanny van Dannen und Bertolt Brecht auf eine Zigarre, erzählen sich Mozart und Ringelnatz Witze und Jaques Brel überzeugt Georg Kreisler davon, was Amsterdam doch für eine geile Stadt ist: Ein Chansonprogramm - ausdrucksstark, bewegend und sehr humorvoll, jenseits der üblichen Klassifizierung.

"gosch&klimpa" treten in Oberweiling unter der Regie von Martina Schnell übrigens zusammen mit Lisa dem Stuhl auf: Was gibt es da so alles zu finden am Strand der Dinge! Sachen, die stören, und Sachen, die man liebt. Sachen, die man hat und die man gerne hätte. Sachen, die man gerne los wäre, und welche, die es gar nicht gibt. Erinnerungen, herumliegende Gefühle und natürlich Glück - das darf auf keinen Fall fehlen, sonst wäre es nicht das Chansonprogramm von "gosch&klimpa".
29.11.08

Lanze für den Blues


Johnny Pickel, "Shades Of Blue"
NEUMARKT. Drei Handvoll Zuhörer trotzten Schneeverwehungen und Glatteis und wurden dafür in der Kneipenbühne am Samstag mit einem Konzert entlohnt, nach dem man sich die Lippen lecken kann.

Das Trio "Shades Of Blue" (Schattierungen des Trübsinnigen, Unanständigen, des Blauen) glänzte auf hohem Niveau und brach somit eine Lanze für eine durch Schludrigkeit oberflächlicher Musiker sehr in Verruf geratene Musikform – den Blues. Da war zunächst einmal Leadsänger Michi Kusche an der Gitarre, einer, über den man in O’wei’ nicht mehr viele Worte zu verlieren braucht, ist er doch seit Jahr und Tag Garant für Hochklassiges. Ob mit dem B.B.King-Project, ob mit "Tears & Drops", "Kusches Hertz" oder den "Chillout Jumpers": Augen zu und man meint, hier singt und spielt ein alter schwarzer Chicago-Bluesman, der nie etwas anderes geschnuppert hat als die Luft der Windy City.

"Knock Me a Kiss" - Uff! Kusche stand ein Kontrabassist zur Seite, wie man ihn nur selten zu sehen und zu hören bekommt. Johnny Pickel war in der Kneipenbühne schon mit den "Houserocking Nightcats" und der Gruppe "Feinton" in Höchstform zu erleben. Bei "Shades Of Blue" toppte er sich selbst, und wie! Als feinsinniger, witziger Conferencier, als Sänger (nicht nur Louis Jordan, den Vater des Rhythm And Blues, interpretierte er hinreißend) und vor allem als Kontrabassist brillierte er in ungeahnten Gefilden. Lässiges Left-Hand-Pizzicato, Flageolett, Slap, Slide und vieles mehr baute er in seine treibenden Läufe ein. Und, was man so bestimmt noch nie erlebt hatte, Pickel machte aus dem Besonderen eines Basssolos etwas Selbstverständliches. Der so ganz und gar atypische Kontrabassist lieferte einen virtuosen Alleingang nach dem anderen ab, ohne je an Spannung zu verlieren und – was noch viel sympathischer ist -, ohne jemals seinen Mitmusikern den Wind aus den blauen Segeln zu nehmen.

Olaf Böhme, der dritte im Bunde spielte eine melodiöse Bluesharp, mit der er Titel und Preise einheimsen könnte. Aber darum geht es ja nicht. W. C. Handy hätte sein breitestes Lächeln aufgesetzt, hätte er Böhmes Instrumentalversion von "St. Louis Woman" hören können. Seit seiner Mitgliedschaft in der Down Home Blues Band hat Böhme sich enorm entwickelt, seine Harp ist eine Offenbarung. Hätten Schnee und Eis etwas von "Shades Of Blue" gehört, sie wären freiwillig dahingeschmolzen.
24.11.08

Keine Unbekannten


"Shades Of Blue"
NEUMARKT. Das Kneipenbühnen-Publikum wird am Samstag in Oberweiling verwöhnt mit den erdigen Klängen des Country-Blues, mit stimmungsvollen, groovenden und swingenden Songs, aber auch mit melancholischen Klängen.

Traditionelles sowie Titel von Interpreten aus den Südstaaten wie Sonny Boy Williamson, Big Bill Broonzy, Sonny Terry und Brownie Mc Ghee oder Muddy Waters werden zu hören sein, kurz: "Shades Of Blue" debütieren in Oberweiling. Dabei sind die drei für die Kneipenbühnenfans keine Unbekannten: Michael Kusche (Gitarre/ Gesang) steht schon seit Anfang der 80er Jahre mit verschiedenen Bands ("Let The Good Times Roll", "Whats Up", "The Tears And Drops Chicago-Blues Band", A Pocketful Of Blues"...) für den Blues auf den Bühnen im In- und Ausland. Er trat in einer Vorband für Luther Allison, Savoy Brown und gemeinsam mit Louisiana Red auf. Drei Reisen nach Chicago gaben ihm Gelegenheit, den Blues zu verinnerlichen und mit David Lealand und der Vance Kelly Band zu spielen.

Johnny Pickel (Kontrabass, Gesang) - inspiriert von Blueslegenden Muddy Waters, Willie Dixon, Little Walter und T-Bone Walker - begann seine musikalische Laufbahn mit dem E-Bass zunächst in den traditionellen Spuren des Blues. Später spielte er in den verschiedensten Formationen Gypsy Swing, Jazz und Jump-Blues, etwa mit den unvergleichlichen Houserocking Nightcats. Mit der Band Feinton zusammen erhielt er 2002 den Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg.

Olaf Böhmes (Mundharmonika) tiefe Leidenschaft seit 25 Jahren ist der Blues. Nach diversen Musikprojekten ist er seit 2001 als Harp-Spieler der Down Home Blues Band, seit 2005 im Duo Böhme & Kusche aktiv. Mit seinen Bands ist er in Bayern aber auch auf überregionalen Festivals ("Blues Will "Blues, Schmus, Apfelmus") unterwegs.
21.11.08

Staubtrockener Humor

NEUMARKT. Eine eindringliche, sanfte Stimme, gefühlvolle Texte, eine sensibel gespielte Gitarre: der junge britische Singer/Songwriter Ady Ferguson (ein Name, den man sich merken sollte!) eröffnete in der Kneipenbühne ein Samstags-Konzert der Superlativen und stimmte das äußerst aufmerksame Publikum im randvollen Klassenzimmer auf Kieran Halpin ein, den charismatischen Iren mit der kratzigen Stimme, dem staubtrockenen Humor und den phantastisch-phantasievollen Geschichten, von denen er ein dickes Liederbuch voll im Gepäck hatte.

Ob knallharter Protestsong, besinnliche Beschreibung irischen Lebens oder tief empfundenes Liebeslied: immer gelang dem sympathischen Barden der richtige Duktus. Begleitet wurde er von dem irischen Ausnahmegitarristen Jimmy Smith, der schon im zarten Alter von 15 mit Solokonzerten in Großbritannien für Furore sorgte. Der setzte nämlich dem Ganzen mit seinem wunderschönen Harmoniegesang und einer virtuosen Sologitarre ein Glanzlicht nach dem anderen auf.

Dass sich die beiden in einer Deutschland-Österreich-Tour befinden und seit Wochen jeden Abend einen Auftritt haben, merkte man den Routiniers an: da saß einfach alles, jede Geste, jeder Ton, jeder Gag: beeindruckend!
17.11.08


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17. Jahrgang