29 Flüchtlinge entdeckt

NEUMARKT. Zum Teil mitten auf der Autobahn entdeckte die Polizei 29 Asylsuchende aus Syrien, die von Schleusern ausgesetzt worden waren.

Die teilweise völlig erschöpften 27 Männer und zwei Frauen konnten schließlich am Freitag-Morgen im Feuerwehrhaus in Parsberg in Sicherheit gebracht und versorgt werden. Inzwischen wurden die Flüchtlinge in eine Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf gebracht.

Mit einer Mitteilung über fünf Personen auf der Fahrbahn begann am Freitag kurz nach Mitternacht der groß angelegter Einsatz. Die Polizeibeamten der Autobahnpolizei Parsberg staunten nicht schlecht, als sie im Bereich des Autobahnparkplatzes Katharied in Fahrtrichtung Nürnberg unvermittelt einer Gruppe von etwa 20 jungen Männern gegenüberstanden. Schnell war klar, dass es sich um Asylsuchende aus der Krisenregion in Syrien handelte.


Als erstes galt es für die Beamten, die Gruppe zusammenzuhalten, um zu verhindern, dass einzelne Personen auf die Autobahn gelangten. Durch die sofortige Anforderung von weiteren Polizeistreifen von den umliegenden Polizeiinspektionen sowie Unterstützungskräften des Einsatzzuges aus Regensburg gelang es so, gefährliche Situationen oder gar Unfälle zu verhindern.

Zwei Männer, die sich anfangs vor den Einsatzkräften versteckten, fassten im Verlauf der ersten Beobachtungen auch Vertrauen in die bayerische Polizei, gaben sich selbst zu erkennen und konnten der Gruppe nachträglich zugeführt werden.

Mit dem Feuerwehrhaus in Parsberg war in kurzer Zeit auch eine geeignete Örtlichkeit für das weitere Vorgehen gefunden. Der Transport dorthin erfolgte mit den Polizei-Einsatzfahrzeugen. Es galt, den offensichtlich erschöpften Flüchtlingen eine erste Anlaufstation zu geben, aber auch erste polizeiliche Maßnahmen zu treffen, um den Grundstein für ein geordnetes Asylverfahren zu legen. Das weitere Vorgehen wurde dabei in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft besprochen.

Die Flüchtlingsgruppe, die letztlich aus 27 Männern sowie zwei Frauen im Alter zwischen 13 und 39 Jahren bestand, war bereits seit sechs Tagen auf der Flucht. Dies ergaben erste Vernehmungen, die mit Unterstützung durch einen verständigten Dolmetscher erfolgten.

In enger Kooperation zwischen Polizei, Landratsamt Regensburg, Gemeinde und Feuerwehr Parsberg konnten die Flüchtlinge bereits kurz nach dem Eintreffen am Feuerwehrhaus mit Essen und warmen Tee versorgt werden. Im Verlauf des Einsatzes zeigte sich nach Angaben der Polizei deutlich, unter welch unwürdigen Umständen derartige Schleusungen erfolgen und versucht wird, Kapital aus der Not der Flüchtlinge zu schlagen.

Die Menschen kamen offenbar auf der Ladefläche eines Sattelzuges mit weißer Plane und türkischer Zulassung zum Parkplatz Katharied, wo sie zum Aussteigen aufgefordert wurden. Eine Fahndung nach dem Fahrzeug sowie dem Fahrer verlief bislang erfolglos. Die Polizei bittet dazu um Hinweise unter Telefon 09492/9411-0.

Nach der Erstversorgung der Flüchtlinge erfolgte für die 29 Asylsuchenden kurz nach 8 Uhr die Weiterreise zur Erstaufnahmeeinrichtung in Zirndorf mit einem zwischenzeitlich organisierten Reisebus.
03.10.14
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