Bei der "Deutschen"


Lorenz Schilay (Fünfter, ganz rechts) bei der Siegerehrung

NEUMARKT. Erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte konnte sich mit Maria Schilay ein Nachwuchstalent des Schachklubs Neumarkt für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren.

Als Dritte der Bayerischen Meisterschaften in der Alterklasse U10 trat sie nun in Oberhof gegen die versammelte deutsche Spitze an.

Da in den jüngeren Klassen Mädchen und Jungen zusammen spielen, musste Maria Schilay gleich zum Auftakt gegen einen nominell deutlich stärkeren Spieler antreten, den Berliner Vize-Meister Maximilian Hüls (Treptower SV 1949). Doch sie bot dem Favoriten einen großen Kampf und lange sah es nach einer Überraschung aus. Erst ein Bauernverlust nach knapp drei Stunden Spielzeit besiegelte die Auftaktniederlage.

Die folgenden Runden zeigten, dass Maria Schilay derzeit nicht in der starken Form vom Vorjahr spielt, als sie sich sogar für die Jugend-Europameisterschaften qualifiziert hatte. So unterlag sie unnötig dem Hamburger Marvin Müller, der Meisterin Schleswig-Holsteins Alva Glinzner (Lübecker SV von 1873) sowie der Berliner Vize-Meisterin Marie-Claire Indilewitsch (Schachpinguine Berlin) jeweils nach einem größeren Fehler.

Am dritten Turniertag gelang gegen die Vize-Meisterin Niedersachsens Darja Rizo Wellmann (KSV Rochade Göttingen) der ersehnte erste Partiegewinn und auch gegen den Vize-Meister aus Schleswig-Holstein Cederik Höfs (TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt) blieb Maria Schilay siegreich.

In der siebten Runde gab es dann ein bayerisches Duell gegen Vize-Meisterin Vitalia Khamenya (SK Gräfelfing), der Maria Schilay bei der Bayerischen die einzige Niederlage beibrachte. Diesmal jedoch endete die Partie andersherum, da Maria Schilay im Angriffswirbel eine Figur eingebüßt hatte.

Dafür überraschte sie im Anschluss den Bremer Vize-Meister Nikolas Wachinger (SAbt SV Werder Bremen) in schwieriger Stellung mit einem Läufermatt und bezwang auch die Brandenburgische Meisterin Naemi Kurzweil (SV „Glück auf“ Rüdersdorf) mit einem schönen Figurenopfer.

Dank des Zwischenspurts mit vier Siegen in fünf Partien hatte sich Maria Schilay wieder ein gehöriges Stück nach vorne gekämpft und lag in der Mädchenwertung auf Rang zehn. Allerdings wartete mit dem Brandenburgischen Meister Tobias Röhr (USV Potsdam) nun wieder ein nominell deutlich stärkerer Gegner. Trotz einer unbekannten Eröffnung hielt Maria Schilay die Partie lange Zeit ausgeglichen und musste sich am Ende nur aufgrund eines Bauernverlusts geschlagen geben.

In der letzten Runde stand gegen den Ergoldinger Sebastian Astner leider noch mal ein bayerisches Duell an. Dabei übersah Maria Schilay früh einen taktischen Schlag und verlor kurz darauf. Damit beendete sie ihre Premiere bei den Deutschen Meisterschaften mit vier Punkten auf Rang 22 in der Mädchenwertung. Ein ordentliches Ergebnis wenn man bedenkt, dass sie im jüngeren Jahrgang der Altersklasse ist.

Da die Deutsche Schachjugend schon zum zehnten Mal auch die offene Altersklasse U25 ausgeschrieben hatte, konnten auch Lorenz und Eva Schilay in Oberhof an den Start gehen. Die U25 wird nach Spielstärke in ein A- und ein B-Turnier getrennt, wobei die Geschwister Schilay im B-Turnier mit von der Partie waren. Hier bekamen sie es sowohl mit „jungen Wilden“ zu tun als auch mit „alten Hasen“, die in ihren Altersklassem nur knapp an der Qualifikation gescheitert waren.

Lorenz Schilay setzte sich mit drei Siegen zum Auftakt gleich in der Spitzengruppe fest und unterstrich, dass er im Kampf um die Podestplätze ein Wörtchen mitsprechen wollte. In Runde vier kam er nach einem Fehler zu einem glücklichen Remis gegen Leander Arnold (SV Rot-Weiß Neuenhagen), dem er sich im Vorjahr in der U10 noch geschlagen geben musste.

Im Anschluss bewies Lorenz Schilay gegen Alina Usczeck (SV Turm Lahnstein) feine Endspieltechnik, als er einen minimalen Positionsvorteil nach hartem Kampf zum Sieg verwertete. Die Runde darauf versuchte er auch im bayerischen Duell mit Matthias Reimann (SK 1908 Göggingen) viel, konnte sich aber keinen entscheidenden Vorteil erarbeiten und remisierte.

In der siebten Runde kam Lorenz Schilay früh in der Partie zu einem durchschlagenden Königsangriff gegen Maxim Grüninger (SC Erlangen 48/88) und übernahm die Tabellenführung. Diese konnte er auch in der folgenden Runde mit einem Remis gegen Niklas Preißler (SV Grün-Weiß Niederwiesa) trotz eines Bauernverlusts verteidigen.

Zum Abschluss traf Lorenz Schilay auf den punktgleichen Christian Gheng (TSV Schönaich), der bereits zum sechsten Mal an der Deutschen Meisterschaft teilnahm. In einer ausgeglichenen geschlossenen Stellung sah es lange Zeit nach einem Remis aus, das Lorenz Schilay zum Titel gereicht hätte. Doch nach über vier Stunden Spielzeit setzte sein Gegenüber mit einem Bauernvorstoß alles auf eine Karte und es entstand eine komplizierte taktische Stellung. Mit ablaufender Bedenkzeit war es schwierig die richtigen Züge zu finden und Lorenz Schilay griff einmal fehl, als er seinen Springer auf das falsche Feld zog. Danach war der gegnerische Angriff zu stark und er musste sich dem neuen Deutsche Meister nach fünf Stunden hartem Kampf geschlagen geben.

Durch die einzige Niederlage im Turnier fiel Lorenz Schilay undankbar noch auf Rang fünf zurück, konnte sich aber trotz des denkbar knapp verpassten Meistertitels trotzdem freuen. Denn schließlich durfte er wie schon in der U10 im Vorjahr als Fünfter bei der Siegerehrung mit auf die große Bühne und sich von den zahlreichen Zuschauern feiern lassen.

Eva Schilay spielte ebenfalls ein gutes Turnier und zog sich bei den Niederlagen gegen die nominell stärkeren Gegner achtbar aus der Affäre. Mit fünf Punkten konnte sie das gesteckte Ziel erreichen und belegte im 92köpfigen Teilnehmerfeld Platz 39.

U10w:
1. Julia Bui SV Dresden-Leuben 6,0
2. Sonja Kukulina SK München Südost 6,0
3. Dana Berelowitsch Schachfreunde Gerresheim 86 6,0
4. Vitalia Khamenya SK Gräfelfing 6,0
5. Paula Ruppert SC Flörsheim 1921 6,0
22. Maria Schilay SK Neumarkt 4,0
U25B:
1. Christian Gheng TSV Schönaich 7,5
2. Matthias Reimann SK 1908 Göggingen 7,0
3. Niklas Preißler SV Grün-W Niederwiesa 7,0
4. Ulrich Pixa Treptower SV 1949 7,0
5. Lorenz Schilay SK Neumarkt 6,5
39. Eva Schilay SK Neumarkt 5,0
03.06.13
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