Sechs weitere Standorte

NEUMARKT. Der Deininger Gemeinderat hat die Bauleitplanung für weitere sechs Windkraftstandorte im Gemeindegebiet beschlossen.

Mit fünf Anlagen an der östlichen Gemeindegrenze, gegenüber dem Windpark Zieger, und einer Anlage bei Tauernfeld, in der Nachbarschaft der bereits bestehenden Anlage auf Sengenthaler Gebiet, reagiert der Gemeinderat einerseits auf den nach dem beschlossenen Atomausstieg aufgebauten Druck, weitere Standorte für Windenergieanlagen in windhöffigen Gebieten bereitzustellen. Andererseits greift aber die Planung steuernd zum Wohle der Bürger ein, da sie ein Übermaß an Anlagen abwehrt und mit der Festsetzung eines Mindestabstands von einem Kilometer ein übermäßiges Heranrücken an die Wohnbebauung verhindert, hieß es.

Bereits vor über zehn Jahren hat die Gemeinde mit der Konzentrationsplanung bei Oberbuchfeld steuernd in die Windkraftentwicklung eingegriffen. Ohne diesen Schritt wären in dem erwiesenermaßen windhöffigen Gebiet mit Sicherheit viele Anlagen errichtet worden - und dies auch im nahen Umfeld von Wohnbebauungen, da nach Immissionsrecht, je nach Einzelfall, ein Abstand von nur 500 Meter möglich wäre.

Nach dem Atomunfall in Japan und dem daraufhin beschlossen und von einer breiten Zustimmung in der Bevölkerung getragenen Atomausstieg reiche diese Konzentrationsplanung jedoch nicht mehr aus und es müßten weitere Standorte ermöglicht werden. Dass die Gemeinde dabei erneut das Heft in die Hand nehmen muss, liege auf der Hand, wenn eine Verspargelung der Landschaft und gewichtige Nachteile für die angrenzenden Wohnbebauungen vermieden werden sollen.

In diesem Sinne hat der Gemeinderat im vergangenen Halbjahr eine entsprechende Bauleitplanung eingeleitet, die sowohl den Belangen der Windkraftnutzung wie auch den Bürgern gerecht werde. So wurden von den beauftragten Fachleuten die Standorte unter den Aspekten der strikten Einhaltung eines 1.000-Meter-Abstands zur nächstgelegenen Wohnbebauung, der Windhöffigkeit und eines ausreichenden Abstands zu den bestehenden Windkraftanlagen im Windpark Zieger festgelegt.

Nach der zwischenzeitlich erfolgten öffentlichen Auslegung der Pläne und der Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange, musste sich nun das Gremium mit den Stellungnahmen befassen und die planungsrechtliche Abwägung der Interessen vornehmen. Neben verschiedenen Anregungen und Hinweisen der Fachstellen, die nachrichtlich in die Bauleitplanung übernommen werden konnten, ging es vor allem um die Auswirkungen auf Natur und Landschaftsbild, die nachbarlichen Interessen an möglichst großen Abstandsflächen, dem Interesse des Betreibers des Windparks Zieger und des Verpächters der Flächen des Windparks Zieger an einer möglichst geringen Windabschattung und dem von der Stadt Neumarkt zusätzlich vorgetragenen Belang der Beeinträchtigung des Stadtbilds der Neumarkter Altstadt.

Die vorgetragenen Einzelinteressen galt es, mit dem öffentlichen Interesse an verstärkter Nutzung regenerativer Energien und einer Verringerung des CO2-Ausstoßes abzuwägen. Nach eingehender Prüfung der Belange gelangte der Gemeinderat zu dem Ergebnis, dass die vorgetragenen Interessenslagen einen Verzicht auf die Planung oder eine Veränderung der Standorte nicht rechtfertigen können. Er beschloss daraufhin eine entsprechende Aufweitung der Konzentrationsplanung im Flächennutzungsplan sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans mit einer Abstandsflächenfestsetzung des 0,25-fachen der Höhe der Anlagen. Das Landratsamt wird nun über die Genehmigung der Planung entscheiden.

Mit dem Konzept will die Gemeinde ihren Weg zur Steuerung der Energiegewinnung und zur sauberen Trennung der Windkraftnutzung und der Wohnbebauung zum Wohle der Bürger konsequent fortsetzen, hieß es.

Freizeitanlage am Naturbad

Das künftige Naturbad in Deining soll durch eine generationsübergreifende Freizeitanlage ergänzt werden. Der Gemeinderat stimmte dem Konzept mit voraussichtlichen Kosten von 70.000 Euro unter der Bedingung zu, dass die geplante Förderung von 50 Prozent aus Leader-Mitteln (EU-Mittel) möglich ist.

Die Regina GmbH hat ein entsprechenden Förderprojekt gebilligt, zu dem sich mehrere AOM-Gemeinden und die Stadt Parsberg zusammengeschlossen haben. Der Schwerpunkt der Anlagen bezieht sich auf die Zielgruppe der Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren, aber auch Bereiche für Kinder werden realisiert. Die von den einzelnen Gemeinden eingeplanten Geräte sollen einheitlich beschafft werden. Das Vorhaben soll in den acht Gemeinden Berngau, Deining, Freystadt, Mühlhausen, Parsberg, Postbauer-Heng, Pyrbaum und Sengenthal vernetzt werden.

Für Deining biete sich die Maßnahme im Hinblick auf das Naturbad an. Der Standort am Bad sei wegen der hohen Besucherfrequenz im Freizeit- und Erholungsbereich perfekt, hieß es.

Lebensretter ausgezeichnet

Alexander Bütterich und Marco Heer aus Deining konnten in der Sitzung des Gemeinderates dafür geehrt werden, dass sie das Leben von Mitmenschen gerettet haben. Die beiden Lebensretter wurden bereits im Juni vom Ministerpräsidenten Horst Seehofer in der Münchner Residenz ausgezeichnet.


Zwei Deininger wurde als Lebensretter ausgezeichnet
26.07.12
Neumarkt: Sechs weitere Standorte
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