CSU gegen Marktstraßen-Öffnung
NEUMARKT. Die Schar der Befürworter einer Marktstraßen-Öffnung für den Straßenverkehr wird immer kleiner: jetzt senkt auch die CSU den Daumen.
Eine durchgängige Öffnung bedeute konkret, die Fußgängerzone in der bisherigen Form und Ausdehnung abzuschaffen. So war die einhellige Meinung in der CSU-Fraktion. Genau dies aber hält man für die falsche Entwicklung. Die Fraktion mahnt ganz im Gegenteil an, den bestehenden Stadtratsbeschluss zu wesentlichen Verbesserungen endlich anzugehen und zumindest planerisch so weit vorzubereiten, dass sofort begonnen werden kann, wenn die Gesamtsituation im Innenstadtverkehr dies zulässt.
Kurzfristig notwendige Öffnungen oder Umleitungen durch die Innenstadt wegen Straßenbaumaßnahmen werde die Fraktion mittragen. Sie würden aber nicht als sogenannter Testfall für eine "von manchen Seiten immer wieder herbeigeredete" Öffnung taugen, hieß es.
Unstrittig in der CSU-Fraktion und in vielen Gesprächen mit Bürgern bestätigte Meinung sei vielmehr eine Verbesserung für die Radfahrer einschließlich ausreichender Fahrradbuchten zum „Parken“. Parken für Autos sollte im gleichen Umfang wie bisher erhalten bleiben. Fußgänger brauchen nicht nur angenehme Gehwege zum Flanieren, sondern auch reichlich Sitzgelegenheiten zum Ruhen und zum Plaudern, kurz: die Vorstellung von einem "großzügigen Wohnzimmer der Stadt mit entsprechender Möblierung", wie es Bürgermeisterin Ruth Dorner immer wieder anmahne, passe wesentlich besser in die Stadt und in die Zeit als der "Rückschritt in die Zeit vor der Fußgängerzone".
Nur so könne das, was seit und mit der Landesgartenschau im Zentrum der Stadt Neumarkt gewachsen sei, erhalten und weiter entwickelt werden, heißt es ind er Stellungnahme der CSU weiter. "Öffnung also nicht für die Autos und den dann allgegenwärtigen Durchgangsverkehr, sondern Öffnungsmöglichkeiten und Außenräume für die Gastronomie, für das Einkaufen in und vor den Geschäften sowie für den Handel bei den Märkten, für die Begegnung von Menschen in einer großen, pulsierenden, begrünten Stadtterrasse Neumarkt". Das müsse die Devise für die weitere Entwicklung sein, meinte Stadtrat Arnold Graf.
Und bei den fälligen Umbau- und Gestaltungseingriffen, so der Fraktionsvorsitzender Helmut Lahner, sollte man sich nicht scheuen, die Querung des Rathausplatzes durch Boller zu verhindern, die freilich durch die Stadtbusse versenkt und gehoben werden können.
26.06.12
Neumarkt: CSU gegen Marktstraßen-Öffnung