Die dritte Spenderniere


Der Organspende-Ausweis
NEUMARKT. Ihr Beispiel soll für Organspenden werben: Petra S. aus dem Raum Freystadt erhielt schon zum dritten Mal eine Spenderniere.

Am Samstag ist der Tag der Organspende, der in diesem Jahr unter dem Motto: "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig" steht. Rund 12.000 Menschen stehen auf der Warteliste für ein neues Organ, allein etwa 8.000 von ihnen warten auf eine Niere – durchschnittlich zwischen sechs und acht Jahren. Diese Menschen können nur dank der Dialysebehandlung überleben.

Grund für den Organmangel sind die zu geringen Organspendezahlen: Im Jahr 2011 konnten nur 2.850 Nierentransplantationen (nach postmortaler Organspende und Lebendspende) durchgeführt werden. Deshalb wirbt der Tag der Organspende auch in diesem Jahr wieder für die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema, damit mehr Menschen "Ja" zur Organspende sagen.

Petra S. erhielt nun schon zum dritten Mal die Niere eines anderen Menschen und ist dafür sehr dankbar: Im Alter von 25 Jahren schädigte Bluthochdruck ihre Nieren so sehr, dass es zu einem Nierenversagen kam: Sie wurde Dialysepatientin.

Bereits ein Jahr später erhielt sie ihre erste Nierenspende, die drei Jahre funktionierte. Nach sieben Jahren, in denen sie dreimal wöchentlich wieder auf die regelmäßige Dialysebehandlung im KfH-Nierenzentrum Neumarkt angewiesen war, erhielt sie 2003 zum zweiten Mal die Niere eines verstorbenen Organspenders. Diese arbeitete einwandfrei, bis Petra S. sich 2011 mit einem Virus infizierte, der erneut zu einem Nierenversagen führte.

Es folgte ein weiteres Jahr an der Dialyse, bis die heute 44jährige Frau in diesem Jahr durch eine Lebendspende ihres Ehemannes zum dritten Mal eine neue Niere erhielt.

Heute geht sie nur noch zur Nachsorge zu ihrem behandelnden Arzt, Dr. med. Josef Wopperer. "Das Wichtigste ist die wiedergewonnene Unabhängigkeit", sagt Petra S. Darüber hinaus bringe die Dialysebehandlung aber auch gesundheitliche Einschränkungen mit sich, wie zum Beispiel Probleme mit dem Dialysezugang oder starke Trinkbeschränkungen.

Und Dr. Wopperer ergänzt: "Dank der Organspendebereitschaft eines anderen Menschen konnte Frau S. mit einer neuen Niere geholfen werden." Sein Einverständnis zu einer Organspende könne man am besten in einem Organspendeausweis dokumentieren, erklärt der Mediziner. Organspendeausweise seien im KfH-Nierenzentrum Neumarkt ebenso erhältlich wie in vielen anderen Gesundheitseinrichtungen und Apotheken.

Im KfH-Nierenzentrum Neumarkt werden chronisch nierenkranke Patienten mit der Dialyse (Hämodialyse und Peritonealdialyse) behandelt. Neben der Dialysebehandlung im KfH-Nierenzentrum betreut das Team auch Heimdialysepatienten, die die Behandlung selbständig zuhause durchführen, beim Heimdialysetraining sowie in den ärztlichen Sprechstunden. Darüber hinaus werden in der nephrologischen Sprechstunde die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen, das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation sichergestellt.

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. ist Träger des KfH-Nierenzentrums Neumarkt und war 1969 Wegbereiter und Schrittmacher für eine flächendeckende Dialyseversorgung in Deutschland. Seitdem setzt sich das KfH für eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung von chronisch nierenkranken Patienten ein. Bundesweit gibt es mehr als 200 KfH-Behandlungseinrichtungen, 75 davon in Bayern.
29.05.12
Neumarkt: Die dritte Spenderniere
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