Verjüngung auf der Spur


Wenn sich gemischte Altbestände problemlos verjüngen können, passt der Wildstand.


Bei so starkem Verbiss hat die Waldverjüngung keine Chance:
hier bei Buche...


...und bei Fichte
NEUMARKT. Zehn Förster werden in den nächsten Wochen in den Wäldern im Landkreis Neumarkt den Zustand der Waldverjüngung aufnehmen.

Im Herbst 2012 wird dann auf der Grundlage dieser Verbissaufnahme ein Forstliches Gutachten erstellt, das die Situation der Waldverjüngung und den Verbiss durch Schalenwild erfasst.

Der Wald ist die großflächigste naturnahe Lebensgemeinschaft in Bayern. Er liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz und sichert so rund 180.000 Arbeitsplätze. Außerdem ist er Erholungsraum und Lebensraum für heimische Tiere und Pflanzen und schützt Boden, Wasser und Klima, hieß es am Freitag bei einem Pressetermin am Waldparkplatz südlich vom Neumarkter Stadtteil Helena.

Damit der Wald diese Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit und der Waldbesitzer erfüllen kann, muss er stabil sein und Witterungseinflüssen und natürlichen Schädlingen Widerstand leisten können. Dazu haben sich gemischte, gestufte Wälder am besten bewährt, hieß es. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Wälder in ihrer ganzen Baumartenvielfalt auf großer Fläche natürlich verjüngen können, ohne dass zu hoher Schalenwildverbiss das Aufwachsen behindert oder gar wichtige Mischbaumarten "herausgefressen" werden.

Heute, da natürliche Feinde des Schalenwildes weitgehend fehlen, könne nur die Jagd die Wildtierbestände so einregulieren, dass sich der Wald verjüngen kann. Als wichtige Informationsgrundlage für Waldbesitzer und die Jäger gleichermaßen fertigen die Unteren Forstbehörden dazu alle drei Jahre die Forstlichen Gutachten zum Zustand der Waldverjüngung. Die Empfehlungen dieser Gutachten werden bei der Abschussplanung für Rehwild für die Jahre 2013 bis 2015 berücksichtigt.

In den nächsten Wochen werden deshalb zehn Förster in den Wäldern im Landkreis Neumarkt den Zustand der Waldverjüngung aufnehmen. Dazu werden nach einem bayernweit einheitlichen Gitternetz in jeder der 16 Hegegemeinschaften 30 bis 40 Aufnahmeflächen ausgewählt und dort 75 junge Waldpflanzen auf Verbissschäden untersucht. Betroffene Grundstückseigentümer und Jäger können an diesen Aufnahmen teilnehmen. Interessenten sollten sich bis Freitag nächster Woche schriftlich beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten melden.

Im Herbst 2012 wird dann das Forstliche Gutachten erstellt. Dies sei eine solide Grundlage für die nachfolgende Diskussion zwischen Grundeigentümern und Jägern bei der Abschussplanung. Seit 1991 wird dieses Verfahren in dreijährigem Turnus unverändert durchgeführt.

Als wesentliche Neuerung werden nach einem erfolgreichen Pilotversuch in sieben Landkreisen heuer erstmals auch im Landkreis Neumarkt ergänzende Aussagen zu einzelnen Revieren gefertigt: In Hegegemeinschaften, in denen 2009 der Verbiss "deutlich zu hoch" oder "zu hoch" war, beurteilen die Förster auf der Grundlage ihrer Erfahrung und Ortskenntnis die Verbisssituation. Dann haben die Waldbesitzer und Jäger eine gute Grundlage um zielgerichtet gemeinsam die Situation anzupacken, hieß es.
17.02.12
Neumarkt: Verjüngung auf der Spur

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