"Fairere Preise"
NEUMARKT. Milchbauern sollen durch den Zusammenschluss in Erzeugergemeinschaften eine bessere Verhandlungsposition bekommen, erklärte MdEP Albert Deß.
Das Europäische Parlament gab nun grünes Licht für das mit den EU-Mitgliedstaaten ausgehandelte "Milchpaket". Die Erzeugerzusammenschlüsse dürfen damit im Namen der ihnen angehörigen Milchbauern mit den Molkereien Preise für Rohmilch aushandeln, so lange die Liefermenge nicht mehr als ein Drittel der in Deutschland produzierten Milch und weniger als 3,5 Prozent der gesamten Milcherzeugung der Europäischen Union ausmacht.
"Mit diesen klaren Regeln für Erzeugergemeinschaften stärken wir die Verhandlungsmacht der Milchbauern gegenüber den Molkereien", erklärte Deß. Für die deutschen Milchbauern ändere sich sehr wenig, weil nach dem Marktstrukturgesetz solche Erzeugergemeinschaften bisher auch schon möglich waren. Genossenschaften seien von der Regelung ausgenommen.
Das jetzt beschlossene Milchpaket sei ein Schritt in die richtige Richtung. Aber das Paket regele "leider nicht" die Beziehungen zwischen den Molkereien und den großen Handelsketten. "Wir werden weiter daran arbeiten, dass auch die Themen verbindliche Zahlungsziele, Netto-Netto-Preise und das ungeordnete Rabattsystem geregelt werden", sagte der landwirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Albert Deß (CSU).
Die Einigung sieht zudem die Möglichkeit verpflichtender Verträge zwischen Milchbauern und Molkereien vor. "Es ist aber wichtig, dass die EU-Mitgliedstaaten je nach Zustand des Milchsektors selbst entscheiden können, ob sie diese verpflichtenden Verträge einführen oder nicht. Diese Lösung gibt den EU-Staaten ein wichtiges Instrument zur Stärkung des Milchsektors in die Hand, und bietet gleichzeitig genügend Flexibilität, um auf nationale Besonderheiten Rücksicht zu nehmen", betonte Deß.
16.02.12
Neumarkt: "Fairere Preise"