"Bürgerhaus" in Pölling ?


OB Thomas Thumann traf sich mit Vertretern von Pöllinger Vereinen

NEUMARKT. OB Thomas Thumann hat Vertreter einiger Vereine und Gruppierungen aus Pölling ins Rathaus zu einem Abstimmungsgespräch wegen des "angedachten" Ortsteilzentrums in Pölling eingeladen.

Das Stadtoberhaupt erinnerte an die bisherigen Schritte und sagte, dass die Stadt dazu im letzten Jahr Einiges an Vorarbeiten geleistet hat. So habe die Stadt eine Sondierung des Sanierungsbedarfs in der Pöllinger Ortsmitte und eine Voruntersuchung der städtebaulichen Entwicklungsziele durch das Büro "Meyer, Schwab, Heckelsmüller" durchführen lassen.

Bei einem Treffen in Pölling, zu dem OB Thumann Vertreter von Vereinen, Gruppen und Verbänden aus Pölling im Oktober 2010 in die Charite eingeladen hatte, waren dann erste Ergebnisse aus der Arbeit des Planungsbüros vorgestellt worden. Er freue sich, dass seiner damals geäußerten Bitte viele der Vereine, Gruppen und Akteure gefolgt seien und ihre Vorstellungen und Ideen dazu der Stadt schriftlich mitgeteilt haben. Das beauftragte Büro habe die einzelnen Anregungen und Vorschläge inzwischen ausgewertet und eingearbeitet.

Bei dem neuerlichen Treffen im Rathaus ging es nun darum, weitere Einzelheiten abzufragen und die nächsten Schritte einzuleiten. Dabei wird laut Oberbürgermeister Thumann schon deutlich, dass "wir es mit einem großen und vielfältigen Maßnahmenbündel zu tun haben, bei dem wir schnell insgesamt von einigen Millionen Euro sprechen". Alleine eine Sanierung des Schreiberhauses dürfte angesichts der Substanz und der Einschränkungen durch den Denkmalschutz rasch bei über einer Million Euro liegen.

Stadtbaumeister Müller-Tribbensee stellte zur Entwicklung eines möglichen Ortszentrums in Pölling den aktuellen Sachstand vor, wobei er auch Entwicklungsmöglichkeiten und Probleme aufzeigte. Er umriss zudem das mögliche und sehr umfangreiche Aufgabengebiet, das von der Sanierung des Schreiberhauses über die Schaffung eines Ortszentrums bei der Kirche mit entsprechender Platzgestaltung, einem Kinderspielplatz und einem "Bürgerhaus" sowie Parkmöglichkeiten und einer Wohnnutzung im südlicheren Bereich für ältere Mitbürger reicht.

Zur Situation der Pöllinger Hauptstraße teilte Stadtbaumeister Müller-Tribbensee mit, dass die Straße derzeit noch Bundesstraße sei und deshalb die Stadt keine Gestaltungsmöglichkeiten, etwa zur Verkehrsberuhigung, besitze. Momentan liege die Abrechnung für die Pöllinger Umgehung aus dem Jahr 2004 beim Obersten Bayerischen Rechnungshof und erst wenn Details geklärt seien, könnte eine Umwidmung erfolgen.

Johann Paulus vom Gesangverein Pölling fasste als Sprecher die Aussagen der meisten Vereine und Gruppen aus Pölling zusammen, die sich - wie er sagte - am Tag zuvor getroffen und ihre Zielrichtungen abgestimmt hatten. So sei es aus deren Sicht so, dass eine Mehrheit den Erhalt der "Alten Schule" befürworte, dies allerdings nicht "um jeden Preis".

Einigkeit herrsche darin, dass alle ein Bürgerhaus wünschen, für das es in Pölling einen Bedarf gebe. Vorstellbar sei dabei ein Gebäudebereich mit einer Größe von 25 mal 15 Metern, abtrennbar in drei Räume und mit einem Saal für rund 200 Plätze. Unbedingt dazu gehören für die Vertreter der Pöllinger Vereine ein Kinderspielplatz und ausreichend Parkplätze sowie eine andere Führung der St.-Martin-Straße, um die Verkehrssituation zu verbessern.

Zum Thema Wohnen für ältere Menschen habe er viel Zustimmung gehört. Der Platz vor der Kirche als Ortszentrum solle einen deutlicheren Charakter erhalten und größer werden, damit er auch für Feste geeignet sei.

Eine Sanierung des Schreiberhauses und eine Nutzung als neues Haus für die Selbsthilfegruppen, das jetzt noch in der "Alten Schule" untergebracht ist, sei eine gute Lösung. Dies umso mehr, als die Vertreter der Selbsthilfegruppen auch Oberbürgermeister Thumann gegenüber bereits Bereitschaft signalisiert haben, in das Schreiberhaus zu gehen, wenn es saniert ist. Da dafür nicht alle Räume im Schreiberhaus notwendig seien, könnten sich laut Paulus viele in Pölling als Ergänzung zum gegenüberliegenden Blumenladen die Ansiedlung von kleineren Gewerbebetrieben im hinteren Teil des Erdgeschosses vorstellen.

Im Dachgeschoss, so Paulus, ist unter der Voraussetzung, dass durch die Herausnahme der Zwischendecke eine passende Raumhöhe erreicht wird, die Einrichtung einer Art "Kulturstadel" denkbar. In einem Anbau oder Nebengebäude müssten dazu Sanitäranlagen und eine Küche untergebracht werden .

Stadtbaumeister Müller-Tribbensee sprach seine Zweifel zu einem Dachausbau in dieser Weise aus, da der Denkmalschutz streng vorgehe und dies möglicherweise nicht zulassen dürfte. Aber diese Frage wie auch weitere Details sollen mit dem Denkmalschutz genau geklärt werden. Aus Sicht des Stadtbaumeisters könne man für die Sanierung des Schreiberhauses rund 1,5 Millionen Euro als geschätzte Kosten annehmen.

Für eine sachgerechte Weiterentwicklung plädiert der Stadtbaumeister für die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Ortszentrum unter Einschluss des Areals Schreiberhaus, um alle Betroffenen entsprechend einbinden zu können. Zunächst aber geht es darum, die jetzt abgestimmten Vorstellungen und Ideen in die Planung einfließen zu lassen. Dazu wird das Büro "Meyer, Schwab, Heckelsmüller" die Planungen verfeinern und weiterentwickeln.

Sobald dies im Herbst geschehen ist, sollen die neuen Planungen den Vertretern der Vereine, Verbände und Gruppen genauso vorgestellt werden wie den Bewohnern in diesem Bereich und dem Stadtrat.
10.08.11
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