Fast halbiert


So sieht die Karte der Dekanate heute aus


Bischof Gregor Maria Hanke, Diözesanratsvorsitzender Christian
Gärtner und stellvertretender Diözesanratsvorsitzender Prof. Dr.
Klaus Stüwe (v.r.)
Foto und Grafik:pde
NEUMARKT. Im zum Bistum Eichstätt gehörenden Teil des Landkreises Neumarkt wird es bald nur mehr einen, höchstens zwei Dekane geben.

Die Dekanatsreform geht in die Umsetzungsphase, hieß es bei der Vollversammlung des Diözesanrat der Katholiken im Bistum Eichstätt.

Generalvikar Isidor Vollnhals erläuterte der Vollversammlung die Eckdaten der Dekanatsreform. Dabei sei man sich durchaus im Klaren, "dass Strukturen allein nicht das Heil bringen". Vorrangiges Anliegen der Reform sei es, die Unterstützungssysteme in den Regionen auszubauen und dabei besonders auch das Ehrenamt zu fördern.

Nachdem die Pläne für eine Zusammenfassung der bisher fünfzehn Dekanate des Bistums auf acht Dekanate in allen zuständigen Gremien vorgestellt wurden, sei nunmehr die Frage der Zuordnung unstrittig. Demnach werden die bisherigen Dekanate Nürnberg-Süd und Altdorf zu einem Dekanat zusammengefasst, ebenso die Dekanate Velburg und Kastl, Neumarkt und Berching, Schwabach und Hilpoltstein sowie Wemding und Weißenburg.

Zu einem einzigen Dekanat werden ferner die bisherigen Dekanate Beilngries, Gaimersheim und Eichstätt. In den derzeitigen Grenzen erhalten bleiben das Dekanat Ingolstadt und das Dekanat Herrieden. Offen seien noch der Sitz der jeweiligen Dekanatsbüros und teilweise auch die Namen der neuen Dekanate.

Thema: Kirchenaustritte

Kirchliche Gemeinden, Gruppen und Gremien sollen sich verstärkt mit dem Thema Kirchenaustritt befassen: Dafür setzt sich der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Eichstätt ein. Mit einer intensiven Diskussion und der Vorstellung eines Arbeitsheftes bei der Vollversammlung des Diözesanrats in Wemding erfolgte der Startschuss zu der Initiative. "Kirchenaustritte konfrontieren die, die Gemeinde sein und leben wollen, auch mit der Frage nach der Glaubwürdigkeit ihres Christ- und Kircheseins", so Diözesanratsvorsitzender Christian Gärtner. Vor den Anfragen, die jeder einzelne Ausgetretene an die Gläubigen stellt, könne man sich nicht verstecken.

Die Arbeitshilfe "Herausforderung Kirchenaustritt – Anlass zum Gespräch" will informieren und bietet methodische Anregungen, wie zum Thema Kirchenaustritt in kirchlichen Gremien und Gruppen das Gespräch beginnen könnte. Die Zahl der Kirchenaustritte, so wird in dem Heft deutlich, müsse Konsequenzen haben: "Im Vordergrund sollten nicht einzelne Maßnahmen stehen, mit denen man meint, dem Kirchenschwund entgegenwirken zu können, sondern eine Besinnung auf unseren Glauben und die Situation von Kirche und Gemeinde heute". Zugleich wird betont, dass die Glaubwürdigkeit von Kirche und Christen die bestmögliche Prävention gegen Abwanderung und Austritte sei. Die Gemeinden und die einzelnen Christen werden ermutigt, Kontakt mit Menschen vor oder nach dem Austritt zu suchen.

"Kontrastgesellschaft sein"

Bischof Gregor Maria Hanke stellte der Vollversammlung den soeben veröffentlichten Brief der deutschen Bischöfe an die Gemeinden vor, der mehr sei als eine "Dialoginitiative", sondern die Einladung zu einem gemeinsamen geistlichen Weg. Die gegenwärtige Krise innerhalb der Kirche sei nicht eine Folge struktureller Vorgegebenheiten, sondern habe tiefere Wurzeln. Die gesamte Gesellschaft sei in einer Umbruchsituation mit riesigen Fragen.

Als Beispiele nannte Bischof Hanke die zunehmende Erfahrung, dass man an die Grenzen des wirtschaftlichen Fortschritts komme, die wachsende Individualisierung und Bindungsunfähigkeit in der Gesellschaft sowie die Bedrohung menschlichen Lebens im Zusammenhang mit neuen biotechnischen Entwicklungen. Das Lebensbewusstsein der Menschen sei einer gewaltigen Veränderung unterworfen, die auch in den Raum der Kirche hereinreiche. Bei diesen Herausforderungen dürfe sich die Kirche nicht deckungsgleich der Gesellschaft anpassen, sondern müsse wieder mehr Mut haben, "Kontrastgesellschaft" zu sein. Es sei nicht damit getan, einfach nur Strukturen zu verändern, sondern die Kirche brauche vielmehr die geistliche Erneuerung. "Kirche muss sich als Heilszeichen verstehen, durch das ein anderes Licht in diese Welt fällt", so der Eichstätter Bischof.
22.03.11
Neumarkt: Fast halbiert
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