Drittel Hektar Wald pro Kopf


Auf jeden Landkreisbürger kommt rechnerisch ein halber Fußballplatz Wald
Fotos:Archiv

Idylle im Wald
NEUMARKT. Rechnerisch treffen auf jeden Landkreisbürger 0,38 Hektar Wald, das ist gut die halbe Fläche eines Fußballfeld. Zwei Drittel der Wälder gehören rund 12.000 Waldbesitzern, ein Drittel besitzen Freystaat Bayern, Bundesrepublik und die Städte und Gemeinden.

Das Neumarkter Forstamt wies zum "Internationalen Jahr der Wälder 2011" darauf hin, welche große Verantwortung "wir Menschen für die Wälder haben und wie stark wir als Menschheit von den Wäldern profitieren oder gar davon abhängig sind".

Rund 48.000 Hektar Wald stehen alleine im Landkreis Neumarkt. Damit sind über ein Drittel (36 Prozent) der Landkreisfläche von Wald bedeckt. Durch die Lage an der Grenze von verschiedenen Naturräumen kommen die verschiedensten Waldtypen im Landkreis vor:

Von großer Bedeutung sind dabei die Kiefernwälder im Neumarkter Becken und im südöstlichen Nürnberger Reichswald bei Pyrbaum. Buchenmischwälder stocken vor allem in der Kuppenalb. Weiter finden sich buchenreiche Mischwälder am Alb-Anstieg und an den Einhängen der Juratäler. In diesem Wald haben auch Mischbaumarten wie Esche, Bergahorn, Spitzahorn eine wichtige Rolle.

Auf der Jurahochfläche stocken immer wieder größere Waldkomplexe wie der Grafenbucher Forst, der Langenhart, das Herrenholz oder das Kahrholz bei Parsberg. Hier wurde auf den saueren Böden der Albhochfläche die Fichte verstärkt eingebracht und bildet dort vorratsreiche, zuwachskräftige Wälder.


So sind die Besitzverhältnisse verteilt
30.000 Hektar oder fast zwei Drittel des Waldes sind in privater Hand. Mittlerweile gibt es im Landkreis Neumarkt 12.500 Waldbesitzer. Diese Zahl hat sich übrigens in den letzten zehn Jahren um rund 25 Prozent erhöht. Das andere Drittel befindet sich im Eigentum der öffentlichen Hand. Verbunden mit der Nutzung ist jedoch auch die Pflicht, den Wald zu erhalten und zu pflegen. So pflanzen die Waldbesitzer neue Bäume und sichern deren Aufwachsen. Mit der Durchforstung und Pflege sollen sie die Stabilität erhöhen und die Mischbaumarten fördern.

Teil der Waldwirtschaft ist es auch, die notwendigen Wege zu bauen und zu unterhalten. Die werden natürlich auch von den Waldbesuchern zur Erholung genutzt.

Die Staatswälder werden von dem jeweils zuständigen Forstpersonal der Bayerischen Staatsforsten betreut. Im Privat- und Körperschaftswald beraten und unterstützen die Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Waldbesitzer bei der Bewirtschaftung. Außerdem werden die zwei Waldbesitzervereinigungen im Landkreis für die Waldbesitzer tätig, wenn es darum geht, Holz einzuschlagen und zu vermarkten oder Forstkulturen anzulegen.

Bei einem Holzzuwachs von rund 450.000 Festmeter (ein "Festmeter" ist ein Kubikmeter ohne Zwischenräume) im Jahr werden jedes Jahr 250.000 bis 300.000 Festmeter genutzt. Dieses Holz sei eine wichtige Rohstoffbasis für die Sägewerke und die Holzindustrie. Gerade im Landkreis Neumarkt fänden sich noch zahlreiche regionale Sägewerke, hieß es.

Das aus Holz erzeugte Schnittholz oder Holzwerkstoffe sind wiederum das Baumaterial für Zimmerer und Schreiner. Außerdem haben in den letzten Jahren steigende Preise für fossile Brennstoffe zu einem Brennholzboom geführt. Ob als Brennholz für den Kachelofen oder Hackschnitzel für Heizwerke ist Holz zurzeit heiß begehrt - in der Stadt Neumarkt können die holzverarbeitende Firma Pfleiderer und die ein Heizkratwerk planende Stadt ein Lied davon singen.

Viele heimische Tier- und Pflanzenarten sind auf den Wald angewiesen. Wolle man sie bewahren, so müsse man die Wälder erhalten. So wurden nach Untersuchungen in einem bis vor kurzem nachhaltig bewirtschafteten Wald bis zu 6000 Tier- und Pflanzenarten gefunden. Auch von den zahlreichen Natura 2000-Gebieten im Landkreis liegen viele in den Wäldern.

Auch für den Wasserschutz sind die Wälder im Landkreis Neumarkt von enormer Bedeutung. Wälder dämpfen Niederschlagsspitzen, speichern Wasser im Humus und im Waldboden und geben es dann langsam ans Grundwasser ab. Außerdem werden Wälder ohne Fremdstoffeinträge bewirtschaftet und liefern so hervorragendes Grundwasser. 80 Prozent der Wasserschutzgebiete im Landkreis haben einen hohen Anteil Waldflächen. Außerdem dämpfen Wälder so Hochwasserspitzen.

Für den Klimaschutz hat der Wald ganz bsonders wichtig. Wälder wirken regulierend auf den Wärmehaushalt. Sie filtern die Luft von Stäuben und anderen Schadstoffen. Und der Wald bindet bei seinem Wachstum das klimawirksame CO2 im Holz. Ein Hektar Wald nimmt jedes Jahr den Kohlenstoff von rund zehn Tonnen CO2 auf. Knapp 500.000 Tonnen CO2 werden so jedes Jahr im Wald im Landkreis Neumarkt gebunden. Wird das Holz aus dem Wald genutzt und in Form von Holzprodukten verbaut, so wird das CO2 langfristig der Atmosphäre entzogen.

Darüber hinaus erfüllen die Wälder wichtige Funktionen für den Bodenschutz. Am Beispiel der Felshänge im Jura zeigt sich, wie Wälder den Boden festhalten können und Schutz vor Steinschlag bieten.
16.03.11
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