"Für Sanierung"

Zum Bericht "SPD für WGG-Neubau", neumarktonline vom 8.3.2011

Wir Unterzeichner wissen, dass fuer unsere Position im Kreistag keine Mehrheit mehr zustande kommen wird. Dennoch soll die Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen können, warum wir uns für eine Sanierung des Gluck-Gymnasiums aussprechen und nicht für einen Neubau.

Alle Fraktionen im Kreistag waren 2008/09 einstimmig dafür, alle Schulen in Landkreis-Verwaltung (Gymnasien, Realschulen, Berufsschule, Förderschulen) nach und nach mit einem Kostenaufwand von zig Millionen zu sanieren. Nach Sanierung des Ostendorfer soll das Willibald-Gluck-Gymnasium folgen. Ein örtliches Architekturbüro erarbeitete 2010 ein Sanierungskonzept. Kosten dieser Ausarbeitung: eine Million Euro. Aussagen des Architekten: Vorhanden ist eine 1A-Bausubstanz, die "ewig hält". Nur, vor 35 Jahren hat die Bauaufsicht übersehen, dass im Untergrund die Kanalisationsrohre von den Baufahrzeugen zerdrückt wurden, was heute Mehrkosten von 1,5 Million Euro verursacht. Es entstünde, auch wenn die Rücksicht auf den Unterrichtsbetrieb Mehrkosten auslösen, mit Kosten i.H.v. rund 20 Millionen Euro ein absolut funktionstüchtiges, ästhetisch gelungenes, energie- und bautechnisch optimales, allen Erfordernissen des Unterrichts genügendes Schulgebäude mit 9.200 Quadratmetern Unterrichtsfläche für rund 1.800 Schüler. Eingeschlossen in den Kosten eine neue Dreifachturnhalle. Allmählich wuchs diese Kostenschätzung auf 27,1 Millionen Euro an. Eine staatliche Förderung von 9,6 Millionen Euro ist zu erwarten.

Aufgrund der enormen Kosten beauftragte der Kreistag Ende 2010 den Architekten mit einer Machbarkeitsstudie für einen Neubau. Ergebnis: Abriss des alten WGG und Neubau eines Gymnasiums mit 8.340 Quadratmetern Unterrichtsfläche für 1.550 Schüler (!) samt Dreifachturnhalle kosten 36,5 Millionen Euro. Staatlicher Zuschuss: 13 Millionen Euro.

Nebenwirkungen: Das alte WGG samt Dreifachturnhalle mit einem vom Rechnungsprüfungsamt im Landratsamt bezifferten Zeitwert von rund 39 Millionen Euro wird abgerissen. Ebenso ein erst vor Jahresfrist sanierter Sportplatz im Wert von über 1 Million. Im Neubau sind für den angestrebten Ganztags-Betrieb nur zusätzliche 340 Quadratmeter vorgesehen, im sanierten Altbau wäre dafür eine Raumreserve von 1.200 Quadratmetern vorhanden.

Das heisst: Im sanierten Altbau könnten in allen Jahrgängen sofort mehrere Klassen mit Ganztagsbetrieb eingerichtet werden, im Neubau dagegen müsste nach Bau-Fertigstellung im Jahr 2014 gleich mal angebaut werden – mit Kosten von überschlägig 2 Millionen Euro. Eine Zentralbibliothek, auch vom Ostendorfer genutzt, die mit dem Abriss verschwindet, müsste für rund 1 Million neu gebaut werden. Ob der WGG-Neubau, wenn Ganztags-Betrieb angestrebt wird, nicht noch eine Mensa braucht, ist ungeklärt.

Die gemeinsame Zielsetzung, den Schülern unserer weiterführenden Schulen beste Bedingungen anzubieten, wird von uns ohne Abstriche befürwortet. Sanierter Altbau und Neubau wären auch in jedem Qualitätsmerkmal gleichwertig, so die Aussage des Architekten. Ein sanierter Altbau aber erbringt 15 Prozent mehr Unterrichtsraum – aus unserer Sicht wichtig und unverzichtbar im Hinblick auf die Zielsetzung "Ganztagsschule".

Die Vernichtung vorhandener Schulanlagen aber im Wert von rund 40 Millionen Euro zugunsten eines Neubaus halten wir nicht für richtig, auch wenn ein Neubau mit 3 Millionen Euro mehr bezuschusst wird. Wir befürworten daher die Sanierung des Altgebäudes. Sanierungsarbeiten, so die Erfahrung. können ohne erhebliche Beeinträchtigung des Unterrichtsbetriebs organisiert werden.
11.03.11
Josef Mayer und Robert Zeller, BerchingNeumarkt: "Für Sanierung"
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