"Aus der Luft gegriffen"

NEUMARKT. Veranwortliche der Schloß-Spiele greifen die Stadt an, weil möglicherweise der Turnerheim-Saal aus Brandschutzgründen gesperrt wird.

Manche Mitglieder der Schloßspielen hatten dabei im kleineren Kreis spekuliert, daß die Stadt dem Theaterverein einfach den Saal sperren und brandschutztechnische Gründe vorschieben würde. Darüber ist man im Rathaus sauer - denn gerade in den nächsten Tagen wollte man den Laien-Schauspielern mehrere Alternativ-Orte benennen, falls es wirklich zur Sperrung kommt.

"Mit Verwunderung" reagierte Oberbürgermeister Thomas Thumann: der Brandschutz stelle "keine Ermessensentscheidung" dar, sondern dabei gehe es um "Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen".

So habe er nach der Feststellung fehlender oder nicht ausreichender Brandschutzeinrichtungen bei der Hauptschule West im Rahmen der Dachsanierung angeordnet, alle städtischen Gebäude im Hinblick auf den Brandschutz zu untersuchen. Diese Prüfung läuft bereits seit Monaten und in dem Zusammenhang wurden bereits rund 120 Gebäude untersucht.

In dieser Prüfung enthalten sei natürlich auch das Turnerheim, das jetzt seit September begutachtet worden war. Gerade beim Turnerheim und seinen vielfältigen Nutzungen war dafür eine sehr umfangreiche Untersuchung notwendig. Dazu hat die Stadt eigens den Brandschutzsachverständigen Robert Grillenberger eingeschaltet.

Genaueres zu den Ergebnissen des Gutachters werde eine Besprechung an diesem Donnerstag über den Sachstand erbringen. Danach wird man von Seiten der Stadt eventuelle weitere Maßnahmen einleiten, die sich aus diesem Gespräch ergeben.

Weil erste Aussagen des Gutachters aber schon im Vorfeld erkennen lassen, dass möglicherweise Probleme beim Brandschutz vorliegen könnten, die eine weitere Nutzung verwehren würden, hat die Stadt schon vorsorglich Kontakt mit dem Theaterverein Schlossspiele aufgenommen.

Bereits letzte Woche hat Hochbauamtsleiter Thomas Beygang dazu mit Ursula Plankermann, der Vorsitzenden des Theatervereins Schlossspiele, telefoniert und mit ihr einen Termin für den morgigen Dienstag anberaumt, erklärte Thumann am Montag. Dann sollen mögliche Alternativräume für den Theaterverein angesehen und auf ihre Brauchbarkeit geprüft werden, wie zum Beispiel der frühere Lammsbräusaal in der Weinbergerstraße, die Mehrzweckräume der Schulen in der Hasenheide oder in Wolfstein. Denkbar währen aber auch die Nutzung privater Säle, wie etwa des Johanneszentrums und anderer. Dies soll in dem Treffen mit der Vorsitzenden des Theatervereins geklärt werden.

Umso mehr erstaunt sei man nun über die plötzlichen Querschüsse und Spekulationen, als würde die Stadt dem Theaterverein einfach den Saal sperren und brandschutztechnische Gründe vorschieben.

Brandschutz sei eine ernst zu nehmende Angelegenheit, ganz besonders, wenn dies Räumlichkeiten betrifft, die von einer größeren Besucherzahl frequentiert werden. Daher sind in der Vergangenheit zahlreiche Gebäude der Stadt nachgerüstet worden, wie etwa die städtische Sing- und Musikschule, verschiedene Schulen, die Säle der Residenz oder das Stadtmuseum. Andere Gebäude wurden bereits bei ihrer Erstellung dementsprechend ausgerichtet.

Wenn ein Schadensfall wegen mangelhafter Brandschutzeinrichtungen einträte und Menschen zu schade kämen, dann würde man sofort nach den Verantwortlichen rufen und Schuldzuweisungen treffen. Einen Zusammenhang zwischen den Brandschutzuntersuchungen und einer möglichen Sperrung des Turnerheims auf der einen und einer künftigen - wie auch immer gearteten - Weiterentwicklung beim Turnerheim auf der anderen Seite herzustellen, sei völlig aus der Luft gegriffen.

Eine definitive Entscheidung darüber, wie es beim Turnerheim weitergeht, liege beim Stadtrat. Dazu gibt es auch einen Arbeitskreis, der im Juni umfangreiche Unterlagen zu den möglichen Varianten erhalten hat. Der Arbeitskreis wird sich wieder im November treffen und das weitere Vorgehen besprechen.
25.10.10
Neumarkt: "Aus der Luft gegriffen"
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