Weniger Kriminalität


Die Zahl der Straftaten insgesamt im Laufe der letzten zehn Jahre im Landkreis Neumarkt

Zahlen aus dem Gesamt-Landkreis:





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NEUMARKT. Während die Kriminalität im Landkreis leicht stieg, ging sie im Bereich der Polizeiinspektion Neumarkt sogar etwas zurück.

Der von der Neumarkter Inspektion betreute nördliche Teil des Landkreises liegt damit im bayernweiten Trend (wir berichteten). Die negativen Zahlen für den Gesamt-Landkreis müssen also aus dem Süden des Landkreises beeinflußt worden sein. Der Neumarkter Polizei-Chef Polizeioberrad Helmut Lukas stellte am Donnerstag die neuesten Zahlen vor.

Die Polizeiinspektion Neumarkt betreut einen Bereich von 740 Quadratkilometern, in dem etwa 97 500 Einwohner leben. Etwa 3,9 Prozent sind Ausländer. Im Jahre 2009 wurden im Inspektionsbereich 3611 Straftaten bearbeitet, was einen Rückgang um 24 Straftaten (-0,7 Prozent) bedeutet. Die Aufklärungsquote konnte gemessen mit dem Jahre 2008 auf 57,7 Prozent (+1,3 Prozent) erhöht werden.

Die Zahl der Straftaten ist in Bayern mit 50,73 Straftaten je 1000 Einwohner auf dem niedrigsten Stand seit 1992. Im Bereich der Polizeiinspektion Neumarkt beträgt die Häufigkeitszahl 37,1 Straftaten pro 1000 Einwohner. Im Bereich des Stadtgebietes Neumarkt (39 246 Einwohner) liegt mit 60 Straftaten pro 1000 Einwohner der Spitzenwert im Inspektionsbereich. Im 10-Jahres-Vergleich der Straftaten ist nach dem Jahre 2007 (3499 Straftaten) die Straftatenanzahl mit 3611 der zweitniedrigste Wert gegeben.

Im Bereich der Gewaltkriminalität (wie Vergewaltigung, Raubdelikte, schwere und gefährliche Körperverletzungen usw.) wurden 85 Fälle gezählt. Dies entspricht einem Rückgang um 8,6 Prozent, verglichen mit dem Jahre 2008. Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind mit 23 Fällen nahezu gleichbleibend zum Vorjahr (24 Fälle). Der sexuelle Missbrauch von Kindern wurde in 4 Fällen (8 Fälle in 2008) und die Vergewaltigung in 2 Fällen (3 Fälle in 2008) erfasst.

Die Diebstahlskriminalität hatte im Jahre 2008 noch 40,8 Prozent Anteil an der Gesamtkriminalität der Inspektion eingenommen. Dieser Anteil sank im Jahre 2009 auf 37,6 Prozent, was 1358 Fälle gegenüber von 1484 Fällen im Jahre 2008 entspricht.

Besonders hervorzuheben ist hier der starke Rückgang beim Diebstahl unter erschwerten Umständen (Einbrüche) von 614 Fällen auf 478 Fälle im Jahre 2009 (-22,1 Prozent). Andererseits steht diesem Rückgang ein leichter Anstieg beim einfachen Diebstahl von 870 auf 880 Fälle im Jahre 2009 gegenüber. Auffallend ist die deutlich gestiegene Zahl der Ladendiebstähle von 202 auf 276 Fälle (+36,6 Prozent), was im Regelfall mit erhöhter Aufmerksamkeit des Geschäftspersonals bzw. dem Einsatz von Ladendetektiven zu tun hat.

Im Jahre 2008 wurden noch 30 Autos im Dienstbereich entwendet, diese Zahl konnte im Jahre 2009 nahezu halbiert werden und es wurden 18 Fälle von Kfz-Diebstahl gemeldet.

Eine starke Polizeipräsenz und die Präventionsarbeit auf allen Ebenen, die nicht unmittelbar gemessen werden kann, zahlt sich dennoch bei der Auswertung der Kriminalstatistik aus, hieß es am Donnerstag. So ging im Jahre 2009 die Straßenkriminalität (alle Delikte, die im öffentlichen Raum anfallen) von 1158 Fällen im Jahre 2008 auf 997 Fälle (-13,9 Prozent) zurück. Dieses erfreuliche Ergebnis ist einerseits auf den Rückgang von Fahrraddiebstählen um 26,1 Prozent (von 345 auf 255 Fälle) und den Rückgang bei den Kfz-Delikten (Diebstahl von, aus, an Kfz und Krafträdern) um 14,1 Prozent (von 227 auf 195 Fälle) zurückzuführen. Zahlreiche Fahrradkontrollen durch die eingesetzten Streifen, aber auch die Prägeaktionen von nahezu 750 Fahrrädern zeigen hier Wirkung.

In diesem Jahr wird die Polizeiinspektion Neumarkt die Prägeaktion von Fahrrädern auf die Gemeinden Postbauer-Heng und Berg ausdehnen. Die Termine werden rechtzeitig veröffentlicht.

Die Rauschgiftkriminalität stellt in der Öffentlichkeit ein nicht alltägliches Delikt dar. Die Entwicklung dieser Deliktsform ist von der Entdeckung und somit von der Kontrolle durch Polizeibeamte abhängig. Im Jahre 2009 wurden 179 Delikte (158 Delikte in 2008) bearbeitet. 31 Personen wurden hierbei festgenommen und gegen 7 Personen wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft durch den Ermittlungsrichter Untersuchungshaft angeordnet. Insgesamt mussten 45 Personen, 33 Wohnungen und 56 Sachen, wie Fahrzeuge, durchsucht werden.

Bei der Gesamtzahl von 3611 Straftaten konnten 2083 geklärt werden, wobei 1637 Tatverdächtige ermittelt wurden. Diese gliedern sich in 1210 männliche (73,9 Prozent) und 427 weibliche Tatverdächtige (26,1 Prozent).

Nach Personengruppen betrachtet, gliedern sich die Tatverdächtigen in 81 Kinder (4,9 Prozent), 242 Jugendlichen (14,8 Prozent), 222 Heranwachsenden (13,6 Prozent) und 1092 Erwachsenen (66,7 Prozent). Kind ist, wer bei der Tatausführung noch nicht 14 Jahre alt war, als Jugendliche werden Personen bezeichnet, die 14 aber noch nicht 18 Jahre alt sind, als Heranwachsende gelten die 18 aber noch nicht 21 Jahre alt sind und alle weiteren Personen werden als Erwachsene bezeichnet.

Bei den tatverdächtigen Kindern ist ein gleicher Anteil wie im Vorjahr 2008 vorhanden. Bei den Jugendlichen ist ein Rückgang von 16,6 auf 14,8 Prozent zu verzeichnen, bei den Heranwachsenden ein leichter Anstieg von 13,5 auf 13,6 Prozent und im Bereich der Erwachsenen ist ein Anstieg von 65,4 auf 66,7 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen festzustellen.

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen betrug mit 256 Personen 15,6 Prozent. Dabei ist aber zu beachten, dass Täter ohne festen Wohnsitz im Inland zu den nichtdeutschen Tatverdächtigen gerechnet werden. Vergleicht man allerdings ausländische Mitbürger, die ihren Wohnsitz im Inspektionsbereich haben, so ist keine höhere Kriminalität festzustellen. Von den 1637 ermittelten Tatverdächtigen wohnten 936 zum Zeitpunkt der Tatausführung in der Tatortgemeinde.

Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sind mit 33,2 Prozent als ermittelte Tatverdächtige an Straftaten beteiligt, was einen überdurchschnittlichen Wert in der Oberpfalz (26 Prozent) bedeutet.

Bei der Begehung der Straftaten spielt oftmals auch Alkohol eine Rolle. Bei 347 Straftaten wurde bei den ermittelten Tatverdächtigen Alkoholeinfluss festgestellt (16,6 Prozent). Nimmt man zu den Straftaten noch weitere Vorfälle außerhalb des Anzeigenbereiches hinzu, so erhöht sich der Anteil auf nahezu 20 Prozent.



Auch im Bereich der Prävention war die Polizeiinspektion Neumarkt im Jahre 2009 nicht untätig. Bei 55 Vorträgen und Unterrichten konnten etwa 2100 Teilnehmer erreicht werden. Neben der Teilnahme am Kinderbürgerfest oder Info-Ständen wurden auch in vielen Gemeinden Bürgergespräche durchgeführt. Allerdings war bei diesen Bürgergesprächen meist nur ein geringer Zulauf zu verzeichnen.
25.03.10
Neumarkt: Weniger Kriminalität
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