"Zukunft aktiv meistern"


Dr. Wolfgang Fuhrmann sprach am Donnerstag im Neumarkter Stadtrat.

NEUMARKT. Die Stadt Neumarkt muß sich auf den demografischen Wandel vorbereiten, hieß es am Donnerstag in der Stadtratssitzung.

Auch in der Stadt Neumarkt sterben mehr Menschen, als Babys geboren werden - hier unterscheidet sich die Kommune kaum von allen anderen Städten in der Bundesrepublik. Im Stadtrat wurde am Donnerstag darüber diskutiert, wie man diese "Herausforderungen der Zukunft" aktiv meistern kann.

"Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf sie vorbereitet zu sein". Dieser (angebliche) Satz des griechischen Staatsmannes Perikles stellte der Diplom-Geograph Dr. Wolfgang Fuhrmann an den Beginn seines Vortrages im Sitzungssaal des Neumarkter Rathauses.

Neumarkt könne im Vergleich zu anderen Gemeinden durchaus punkten: die Neumarkter Bevölkerung sei relativ jung, es gebe ein vergleichsweise gutes Angebot von Arbeitsplätzen, die Stadt biete ein "attraktives Lebensumfeld" und die Lage zwischen den Ballungsgebieten Nürnberg und Regensburg sei auch nicht zu verachten.

Vor ein paar Jahren habe man im Rathaus gedacht, im Jahr 2009 habe die stadt wieder ein paar tausend Einwohner mehr - doch daraus wurde nichts, wie Ralf-Peter Hoffmann vom Stadtplanungsamt in der Sitzung sagte.

Mit dem Begriff "Demografischer Wandel" umschreibt man die Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung, die deutschlandweit durch eine natürliche Schrumpfung der Bevölkerung bei relativ starker "demographischer Alterung" gekennzeichnet ist.

In Deutschland werden nur zwei Drittel der Kinder geboren, die für eine gleichbleibende Bevölkerungszahl erforderlich wären. Und daran wird sich auch bei allen Bemühungen in Neumarkt nicht viel ändern: "Selbst bei wieder steigenden Geburtenzahlen wird der natürliche Saldo auch in Neumarkt negativ beiben, da die Sterbefälle zunehmen werden", hieß es.

Besonders betroffen zeigten sich einige Stadträte, daß vor allem die Zahlen in der wichtigen Bevölkerungsgruppe zwischen 35 und 49 Jahren bis zum Jahr 2020 voraussichtlich um 20 Prozent sinken werden. Stadtrat Karl-Heinz Brandenburger vermutete hier als Grund einen Mangel an höher qualifizierten Arbeitspltzen in Neumarkt: "Viele junge Leute werden Neumarkt verlassen, weil sie ihren Arbeitsplätzen folgen müssen!"

Oberbürgermeister Thomas Thumann bezeichnete die Beschäftigung mit dem Thema und hier besonders die Schaffung eines "Frühwarnsystems" als sehr wichtig. Wenn man an den Zahlen sieht, daß sich in einem bestimmten Stadtteil die demografischen Zahlen besonders stark - positiv oder negativ - verändern, könne man in der Stadt schnell darauf reagieren.

Er selbst versuche bei den traditionellen "Neubürger-Empfängen" der Stadt immer wieder, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, warum sie nach Neumarkt gezogen sind, sagte Thumann am Donnerstag in der Stadtratssitzung. Mindestens genauso wichtig sei es aber natürlich auch zu erfahren, warum ein Neumarkter "seiner" Stadt den Rücken kehre.

Nicht zuletzt um das herauszubekommen, hat die Stadt bereits eine neue Stelle ausgeschrieben: man sucht einen "Statistiker".
26.11.09
Neumarkt: "Zukunft aktiv meistern"
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