Verägert über "Vorpreschen"


Frühere Pläne vom Unteren Tor

Fotos:Archiv
NEUMARKT. Das Vorpreschen der CSU zu den Plänen am Unteren Tor hat für erhebliche Verärgerung im Rathaus und bei der Firma Bögl gesorgt. Nach Angaben der UPW habe die CSU sämtliche Anstandsregeln gegenüber dem Großinvestor verletzt.

Wie von neumarktonline am Dienstagabend ausführlich berichtet, hatte die Neumarkter CSU in einer Pressemitteilung mitgeteilt, daß das Sengenthaler Bauunternehmen mit einem international tätigen Projektentwickler, der niederländischen Firma Multi Development eine Zusammenarbeit eingegangen sei. Die Holländer sollten die Fertigplanung, die Vermarktung und das Management des geplanten Einkaufszentrums am Unteren Tor übernehmen (Bericht hier).

Firmenchef Hans Bögl war nach Angaben der UPW davon ausgegangen, das solche Gespräche vertraulich seien. Er sei nun "mindestens so verärgert wie OB Thomas Thumann", erklärte der UPW-Vorsitzende und Stadtrat Bernhard Lehmeier, der am Mittwoch mit Bögl gesprochen hat. Hans Bögl werde zukünftig solche Informationen der CSU nicht mehr mitteilen, da sie "nicht mehr vertrauenswürdig" sei, berichtete Lehmeier.

"Keine Internas"

NEUMARKT. Die CSU will zum Unteren Tor keine vertraulichen Informationen an die Öffentlichkeit getragen haben.

Es könne keine Rede davon sein, daß die CSU gegen Absprachen mit Max Bögl verstoßen habe, erklärte Stadtverbandsvorsitzender Helmut Jawurek, nachdem eine entsprechende Pressemitteilung der CSU bei der UPW einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hatte (siehe nebenstehender Bericht).

In der UPW-Stellungnahme wird der CSU nicht nur der Bruch der Vertraulichkeit vorgeworfen. UPW-Vorsitzender Bernhard Lehmeier zitiert darin sogar den Chef der Sengenthaler Bauffirma, der "mindestens so verärgert wie OB Thomas Thumann" sei und künftig solche Informationen der CSU nicht mehr mitteilen wolle, da sie "nicht mehr vertrauenswürdig" sei.

Laut Jawurek sei aber das "ausgezeichnete Vertrauensverhältnis zwischen der CSU und der Firma Max Bögl als dem wichtigsten Arbeitgeber in der Region" in keiner Weise gestört. Firmen sollten aus "parteipolitischen Hickhack" herausgehalten werden, hieß es.

Die Verärgerung der UPW sieht Jawurek eher darin, daß "ihr Gespräch bei Max Bögl einige Tage nach dem der CSU stattgefunden hat".
Es sei durchaus legitim, dass sich politische Parteien und Gruppierungen bei den mittelständischen Firmen der Stadt und in der Region umsehen und sich über deren Belange und aktuelle Projekte informieren, hieß es am Mittwoch von der UPW. Das sei seit jeher auch ein elementarer Grundsatz in der UPW und des Oberbürgermeisters Thomas Thumann. Was sich jedoch die "ehemalige Mehrheitspartei" jetzt bei Bögl geleistet habe, sei "jenseits von Gut und Böse".

Selbstverständlich sei wie die CSU auch die UPW zu einem Informationsbesuch zum Sachstand Unteres Tor bei Firmenchef Hans Bögl gewesen, um die neuesten Entwicklungen dieses Großprojektes zu erfahren. Bögl habe sich dabei sehr aufgeschlossen gezeigt und über konkrete firmeninterne Vertragsverhandlungen und dem Zwischenstand der Planungen berichtet.

Dabei gab es mehrere Varianten als Vorstufe zu Überlegungen, die gemeinsam mit dem OB und den Stadtplanern diskutiert und zu einem "ausgereiften guten Ergebnis im Einklang mit dem kommenden Stadtmarketing" gebracht werden sollten. Dabei seien natürlich auch noch Ideen und Möglichkeiten zur Sprache gekommen, die nur als Vorstufe zu weiteren Schritten Impulse geben sollen, hieß es am Mittwoch von der UPW.

Statt dem Firmenchef den Vortritt zu lassen, das Großprojekt Unteres Tor der Firmengruppe Max Bögl in kürze selbst der Presse vorzustellen, schmeiße die CSU "alle Schlagwörter in einen Topf und vermischt alle Zusammenhänge wie mit einem Kuchenquirl, gibt ihren eigenen Partei-Senf noch dazu und schüttet dann ihr Füllhorn als großer Verkünder in die Presse", erklärte die UPW.

Die UPW vermisse hier "jeglichen Funken Anstand". Die CSU presche vor und gackere "wie Hennen, die gerade ein Ei gelegt haben", hieß es wörtlich.

Was die CSU damit angerichtet habe, sei "den Herren offensichtlich egal": "Hauptsache eine Schlagzeile in den Medien"
16.09.09
Neumarkt: Verägert über "Vorpreschen"
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