"Nur" acht Tote


Bei diesem grauenvollen Unfall bei Sulzkirchen starb eine 74jährige Autofahrerin.
Foto:Archiv
NEUMARKT. Mit insgesamt acht Todesopfern bei Verkehrsunfällen im Landkreis Neumarkt wurde im letzten Jahr ein historischer Tiefstand erreicht.

Diese positiven Zahlen wurden am Montag bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik der Polizeidirektion Regensburg bekannt, die für das Gebiet der Stadt Regensburg und der Landkreise Regensburg, Neumarkt und Cham zuständig ist.

Acht Tote trotz leicht auf 3419 gestiegener Gesamt-Unfallzahl wurde bei aller Tragik äußerst positiv bewertet: Immerhin gab es in den Jahren 2001, 2005 oder 2005 zwischen 22 und 24 Todesopfer jährlich.

Der Landkreis Neumarkt ist zwar mit 1.344 Quadratkilometern flächenmäßig größer als zum Beispiel der Landkreis Regensburg, hat aber mit 2.405,70 Kilometern das kürzeste Straßennetz der drei von der Polizeidirektion betreuten Landkreise. Die Zahl der Einwohner im Landkreis ist leicht auf 128.488 Menschen zurückgegangen, während die Zahl der Kraftfahrzeuge im gleichen zeitraum um über 1500 auf 95.518 angestiegen ist.

Bei der Vorstellung der Direktions-Verkehrsstatistik am Montag wurde auch insgesamt auf wieder rückläufige Zahlen in vielen Bereichen hingeweisen. Die Zahl von insgesamt 44 getöteten Verkehrsteilnehmern galt als außergewöhnlich neidrig. Allerdings mussten acht Motorradfahrer ihr Hobby mit dem Leben bezahlen, der Wert ist hier im Vergleich zu zwei Toten im letzten Jahr wieder stark angestiegen.

Im Jahr 2008 hatten die Polizeibeamten 16.334 (2007: 16.533) Verkehrsunfälle abzuarbeiten. Dies stellt einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent dar. Insgesamt 3.448 Personen (2007: 3.701) verletzten sich bei den Unfällen. Erfreulicherweise ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr auch hier wieder um 6,83 Prozent zurück.

Die Zahl der Verkehrstoten ist von 59 auf 44 gesunken. Von den 44 getöteten Verkehrsteilnehmern waren 25 mit dem Pkw als Fahrer oder Mitfahrer unterwegs. Vier Fahrer von Lastkraftwagen, sowie zwei Mofafahrer, zwei Fahrradfahrer und drei Fußgänger mussten auf den Straßen des Direktionsbereichs , dass insgesamt annähernd 9.300 Kilometer erfasst, ihr Leben lassen.

Nach dem erheblichen Rückgang aus dem Jahr 2007, in dem zwei Motorradfahrer ums Leben kamen, muss für dieses Jahr jedoch wieder ein Anstieg auf acht getötete Motorradfahrer gemeldet werden. Somit liegt die Zahl wieder auf demselben Niveau wie im Jahr 2006.

Insgesamt gingen die Verkehrsunfälle mit beteiligten Motorradfahrern von 356 auf 334 zurück. Bei sieben der tödlichen Unfälle war die Ursache übrigens jeweils beim Motorradfahrer selbst zu suchen.

Gesunken auf 459 (2007: 465) ist die Anzahl der Unfälle mit überhöhter Geschwindigkeit als Ursache. Dies stellt den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen dar. Allein bei den Geschwindigkeitsunfällen wurden 325 (2007: 314) Personen verletzt und fünf (2007: 20) Personen getötet.

Mitursächlich für das zufriedenstellende Resultat ist hier sicherlich auch die Geschwindigkeitsüberwachung mit Radargerät und Lichtschranke sowie der flächendeckend genutzten Lasermesspistole, meint man bei der Polizei. Von über einer Million, genau 1.029.899, gemessenen Verkehrsteilnehmern, im Vergleich zu 934.050 im Jahre 2007, waren im vergangenen Jahr 30.579 Personen zu beanstanden.

Die "ständige Prävention aber auch Repression" der Polizei haben dazu geführt, dass sich die Zahlen der Alkoholunfälle bereits seit mehreren Jahren auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben. Im abgelaufenen Jahr registrierte die Polizei nach einer negativen Entwicklung im Jahr 2007 erneut rückläufige Zahlen. Bei 245 Alkoholunfällen (2007: 318) wurden 154 (2007: 199) Personen verletzt und vier Verkehrsteilnehmer (2007: 6) getötet.

Sicherlich aber auch auf die Besonnenheit der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen ist die niedrige Zahl von 1051 (2007: 1161) festgestellten Trunkenheitsfahrten ohne Unfallfolgen im Jahre 2008.

Erheblich verbessert haben sich in den Jahren die Erkennungsmöglichkeiten zu den "Fahrten unter Drogeneinfluss". Die den Beamten an die Hand gegebenen Hilfsmittel führten über die letzten Jahre hinweg zu einer deutlichen Steigerung der erkannten Fahrten unter Drogeneinfluss. So wurden im vergangenen Jahr 250 Verkehrsteilnehmer angezeigt.

Nach wie vor Sorge bereitet die Unfallbeteiligung junger Fahranfänger. Obwohl die 18- bis 24jährigen Verkehrsteilnehmernur einen Bevölkerungsanteil von 8,41 Prozent darstellen, sind sie am gesamten Unfallgeschehen mit annähernd 18,67 Prozent beteiligt. Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle habe hier leider im zweiten Jahr in Folge zugenommen. Mit 41,4 Prozent Unfallbeteiligung an den Unfällen mit überhöhter Geschwindigkeit erreicht die junge Generation hier einen Spitzenwert.

Auch bei den Alkoholunfällen zeigt sich, dass sich trotz des Seit 1. August 2007 gültigen absoluten Alkoholverbotes für Fahranfänger,die Zahlen auf das Niveau von 2006 eingependelt haben. Hier liegt die Zahl der Beteiligung an den gesamten Alkoholunfällen bei 31 Prozent bei den jungen Fahranfängern. Um ein verkehrsgerechtes und rücksichtsvolles Verhalten dieser Altersgruppe zu fördern, sind hier neben polizeilichen Maßnahmen der Aufklärung aber auch der Verfolgung der festgestellten Verstöße, auch Elternhaus, Fahrschulen und das soziale Umfeld gefordert, hieß es am Montag.

Der gesamte Bericht kann hier heruntergeladen werden (PDF, 642 kb)
27.04.09
Neumarkt: "Nur" acht Tote
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