Partnerschaft vertieft


Alle während des Festaktes Geehrten haben sich zu einem Gruppenbild zusammengeschart.
Fotos:Erich Zwick

Mistelbachs Bürgermeister Christian Resch überreicht seinem
Neumarkter Amtskollegen ein eigenwilliges Gastgeschenk.


Die Bekräftigung der Partnerschaftsurkunde. Beide Stadtober-
häupter setzen ihre Unterschrift darauf. Dahinter die Partner-
schaftsreferenten beider Städte, Dora Polka und Helmut Jawu-
rek.


Karl Inderst vom Briefmarkensammlerverein (neben seiner
Gattin) erhält den Ehrentaler.
NEUMARKT. Dem "silbernen Fest" – 25 Jahre Städtepartnerschaft Neumarkt-Mistelbach – werden "noch unzählige runde und goldene Feste folgen". Dessen ist sich Mistelbachs Bürgermeister Christian Resch sicher, und diese Meinung teilen vermutlich alle, die dem Festakt am Samstag im historischen Reitstadel beigewohnt haben.

Beide Stadtoberhäupter – Thomas Thumann und sein österreichischer Amtskollege Christian Resch begründeten übereinstimmend, weshalb sie zu dieser überaus positiven Einschätzung kommen: Die Städtefreundschaft lebt nicht von routinemäßigen Pflichtvisiten und wegen der Höflichkeit daraus resultierender Gegenbesuche der Verwaltungen, sondern von einem eng geknüpften Netzwerk der Vereine, Verbände, Jugendgruppen, Kirchen bis hin zu den Krankenhäusern.

Ein äußerst belebender Faktor ist die Kunst in all ihren Facetten, angefangen von der kleinen Welt der Briefmarke bis hin zur Big Band, wobei die Pöllinger Blaskapelle auf Neumarkter Seite und die Stadtkapelle Mistelbach "tonangebend" sind. Da ging so manchem das Herz auf, als der Klangkörper aus dem Weinviertel den "Kaiserwalzer" von Johann Strauss als wahren Kunstgenuss zu Gehör brachte.

Aber auch die anderen musikalischen Beiträge unter der Leitung von Magister Karl Bergauer – so der "Deutschmeister Regimentsmarsch" oder der eigens fürs Jubiläum vom Kapellmeister komponierte musikalische Beitrag "Neumarkt –Mistelbach" waren wahre Ohrwürmer.

Partnerschaftsreferent Helmut Jawurek hob schon in seiner Begrüßung der 170 aus Mistelbach angereisten Bürger und der Neumarkter Gäste die "von den Menschen gelebte Partnerschaft" hervor, die von Jahr zu Jahr "lebendiger" wird. Mit besonderer Freude würdigte er die Persönlichkeiten, die sich ein Vierteljahrhundert lang besondere Verdienste um die Kontakte erworben haben.

Es waren die, die anschließend auch Bürgermeister Christian Resch noch einmal in seinen Festvortrag "einbaute", so den "Entdecker" Mistelbachs, den damaligen Stadtrat Josef Achatz. Ihn nannte er in einem Atemzug mit den Neumarktern Meinrad Spinner, Willi Gebhard, Gerlinde Wanke, Alois Karl, Arnold Graf, H. Mertsch, Th.Thumann.

"Und ganz besonders danken möchte ich dem derzeit außerordentlich aktiven Team Helmut Jawurek und Ulrike Rödl auf Neumarkter und Dora Polke mit Helga Ruso auf Mistelbacher Seite", stellte er das Partnerschaftsteam beider Städte heraus, wobei er für den Nachsatz die Lacher auf seiner Seite hatte: "Drei Frauen und ein Mann – wie halt immer, wenn es um Arbeit geht."

Freilich brach er gleich eine Lanze für "den Mann": "Alle vier haben gemeinsam getüftelt, geplant und sich dafür eingesetzt, dass das 25-jährige Jubiläum im Juli in Mistelbach und jetzt in Neumarkt so würdig gefeiert wird."

In diesem Zusammenhang erinnerte er an die ersten Schritte vor 25 Jahren als aus Freundschaften ein Netzwerk entstanden ist. "An diesem Netz der Völkerverständigung, das von Oberbürgermeister Kurt Romstöck und Bürgermeister Magister Edmund Freiberg entschlossen geknüpft wurde, haben in Neumarkt und Mistelbach viele engagierte Politiker und Bürger mitgewirkt. Sie alle möchte ich heute vor den Vorhang bitten – ihnen allen möchte ich heute Dankeschön sagen", lobte der Bürgermeister der Bezirkshauptstadt des Weinviertels mit unverkennbarem österreichischen Charme. Nicht minder charmant überreichte Christian Resch ein eigenwilliges Kunstwerk als Gastgeschenk an seinen Neumarkter Kollegen Thomas Thumann, der versprach, einen geeigneten Aufstellungsort zu suchen.

"Der Anspruch und der Auftrag der Gründungserklärung für die Städtepartnerschaft sind im höchsten Maße umgesetzt worden", zog Neumarkts Oberbürgermeister stolze Bilanz, indem er darauf verwies, dass sich die Bürger beider Städte "kennen-, verstehen- und sich schätzen lernen sollen".

Die offiziellen Vertreter beider Städte hätten sich stets bestens verstanden – "aber wir sind nicht das entscheidende Element, aber wir stehen mit den Bürgern hinter dieser Städtepartnerschaft und betrachten sie als Herzensangelegenheit", unterstrich Thomas Thumann. In diesem Zusammenhang erinnerte er noch einmal an Erich Bärtl, der die Städtepartnerschaft 13 Jahre "nicht nur vertreten, sondern auch gelebt hat." Zum ehrenden Gedenken an diesen Idealisten erhob sich die Festversammlung zu einer Gedenkminute.

Mit den Worten "Der heutige Tag ist ein guter Tag für die Städtepartnerschaft und es ist auch ein Tag, um dankbar und stolz zu sein", unterzeichneten Christian Resch und Thomas Thumann eine Urkunde, mit der sie offiziell bekräftigten, "dass wir diese Städtepartnerschaft mit der Herzlichkeit und Aufrichtigkeit weiterführen wollen, wie wir sie in 25 Jahren erlebt haben."

Mit einer Reihe von Ehrungen klang die Festveranstaltung aus. Aus der Hand von Oberbürgermeister Thomas Thumann erhielten Stadträtin a.D. Helga Stubenvoll und Stadtrat und Partnerschaftsreferent a.D. Franz Petz (beide aus Mistelbach) die Silberne Stadtmedaille und Oskar Schneider (Mistelbach) und Karl Inderst (Neumarkt), beide vom jeweiligen Briefmarkensammlerverein den Neumarkter Ehrentaler.

Eine Ehrung, die ihm schon im Juli bei der Feier in Mistelbach hätte zuteil werden wollen, erhielt Bürgermeister a.D. Arnold Graf im Nachhinein. Bürgermeister Christian Resch zeichnete ihn mit dem Mistelbacher Partnerschaftswappen in Gold aus.

Mit dem gemeinsamen Absingen der österreichischen Bundeshymne und der deutschen Nationalhymne fand der Festakt einen würdigen Abschluss.
Erich Zwick


Die Partnerschaftsreferenten und ihre Vorgänger (von rechts): Helmut Jawurek und Dora Polke – Gerlinde Wanke und Franz Petz.
27.09.08
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