"Blick nach oben"

NEUMARKT. "Wo der Himmel sich ffnet und Gott ankommt, dort wird der Mensch wahrhaft Mensch". Dies sagte Bischof Gregor Maria Hanke in seiner Weihnachtspredigt im Eichsttter Dom. Die Geburt Christi in Betlehem sei die "Intervention des Himmels auf Erden". In den Herzen der Menschen bis hinein in die Gesellschaft msse dies wieder sprbar werden, denn "ohne Gott in der Welt zu leben, macht hoffnungslos".

Beim Pontifikalgottesdienst am Weihnachtstag verwies der Bischof auf die bestrzenden Beispiele von Familien, die in der Betreuung ihrer Kinder berfordert seien "bis hin zur Katastrophe". Man knne diese Probleme nicht lsen, indem man nur ber bessere Kontrollen oder vielleicht auch noch ber finanzielle Hilfen diskutiere. "Braucht es nicht darber hinaus Hilfe, die tiefer und nachhaltiger greift: Menschen, die Liebe schenken, Menschen, die den menschenfreundlichen Gott in ihrem Handeln sprbar werden lassen?" Familienfreundliche Gesellschaft entstehe nicht als Produkt administrativer Manahmen. "Wir drfen nicht nur an den Symptomen kurieren, sondern mssen fr ein gesellschaftliches Klima sorgen, das geprgt ist von der Liebe, die uns Gott durch seine Menschwerdung erwiesen hat." Dazu brauche es Menschen, "die offen sind fr die Nhe des Himmels".

In seiner Predigt warnte Bischof Hanke vor einem weit verbreiteten Glauben, durch den technisch-wissenschaftlichen Fortschritt ginge es unaufhrlich aufwrts. Schnell stoe der Mensch an Grenzen, wenn er die Zukunft der Erde alleine in die Hand nehmen oder gar das Paradies auf Erden schaffen mchte. Erst der "Blick nach oben" befhige den Menschen, Gut und Bse zu unterscheiden. "Gottes Lebenskonzept fr den Menschen geht von der Verbindung von Oben und Unten, von Gott und Mensch, von Himmel und Erde aus".

Der Inhalt des Weihnachtsfestes werde oft verkitscht oder zum Mrchen erklrt, stellte der Bischof von Eichsttt fest. Zwar wecke Weihnachten in vielen eine tiefe Sehnsucht nach ein wenig mehr Wrme und Licht des Himmels auf dieser Erde. Aber man glaube diesen Himmel selbst produzieren zu knnen durch exzessiven Life Style, durch Events und Konsumrausch. Doch der Mensch knne sich nur vollenden "dank einer Gnade von oben, die er sich schenken lassen muss: Er braucht den Himmel".

Am Heiligen Abend hatte der Bischof von Eichsttt mit den Glubigen die Christmette gefeiert. Im dicht gefllten Dom bezeichnete er die Geburt Christi als das groe Geschenk Gottes an die Menschen. Wo Gott sich zum Geschenk macht, werde alle Furcht vertrieben: "Gottes Ankunft und seine Nhe lassen in uns Menschen eine Hoffnung wachsen, die ber unser jetziges Leben, ber Erfolge und Misserfolge, ber all die schnen und traurigen Erfahrungen hinausgreift, eine Hoffnung, die uns stark macht".
pde
 
25.12.07
Neumarkt: "Blick nach oben"
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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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