Spender zu Weihnachten ?


Silke Weigl und die kleine Franziska.
NEUMARKT. Am Sonntag findet in Berching eine Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt. Man will einen Knochenmarkspender für die an Leukämie erkrankte 33 Jahre alte Silke Weigl aus Berching finden.

Die Aktion könnte auch der 13jährigen Michaela Waidhauser aus dem Freystadter Ortsteil Forchheim helfen, die ebenfalls dringend auf einen Knochenmarkspender wartet.

Von 10 bis 16 Uhr kann jeder in der kleinen Schulturnhalle der Berchinger Hauptschule mit einer Blutuntersuchung mithelfen, daß Michaela Waidhauser und Silke Weigl - Mutter der anderhalb Jahre alten Franziska - einen passenden Spender finden. Am gleichen Tag findet eine gleiche Aktion von 13 bis 16 Uhr in der Aula der Volksschule in Denkendorf statt.

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch neu an Leukämie. Darunter sind auch viele Kinder und Jugendliche, heißt es von der DKMS. Für viele von ihnen ist - wie für Silke Weigl - die Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Überlebenschance.

Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale des Stammzellspenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen.

Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Übereinstimmung liegt zwischen 1:20.000 und 1: mehreren Millionen. Obwohl in der DKMS als weltweit größte Datei mehr als 1,4 Millionen Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert sind, konnte für Silke bislang kein "genetischer Zwilling" gefunden werden.

Deshalb wendet sie sich gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft an die Bevölkerung von Berching und Umgebung mit der Bitte um Hilfe und Unterstützung. Jeder, der sich typisieren lässt, ist eine Chance für die Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden".

Menschen, die sich bereits typisieren ließen - wie zum Beispiel Mitte der 90er Jahre bei einer großen Kampagne in Neumarkt - brauchen an der Aktion übrigens nicht mehr teilzunehmen. Ihre Daten lagern noch in der Datei der DKMS.

Spendenkonten

DKMS Spendenkonto 8 415 549
Sparkasse Berching
BLZ 760 520 80

DKMS Spendenkonto 6 447 783
Raiffeisenbank Berching
BLZ 760 694 49
Mitmachen kann jeder zwischen 18 und 55 Jahren, der in guter gesundheitlicher Verfassung ist. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, das dann auf seine Gewebemerkmale untersucht wird.

Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen, hieß es. "Um die geplante Aktion überhaupt durchführen zu können, benötigen wir Ihre finanzielle Unterstützung", erklärte ein Sprecher der DKMS. Spendenkonten siehe Kasten !

Das Wichtigste über Leukämie, DKMS und Stammzellspende

Was ist eigentlich Leukämie?
Leukämie (Blutkrebs) ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind für die Infektabwehr zuständig. Leukämie entsteht im Knochenmark, dem blutbildenden Organ des menschlichen Körpers. Hier ist der normale Reifeprozess der weißen Blutkörperchen gestört und es kommt zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Zellen. Durch diese Zellwucherung werden die anderen im Knochenmark gebildeten Zellen, nämlich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten: für den Sauerstofftransport verantwortlich) und die Blutplättchen (Thrombozyten: für die Blutgerinnung verantwortlich) verdrängt.

Gibt es Heilungschancen?
Ohne medizinische Behandlung führt eine Leukämie immer zum Tode. Häufig gelingt es zwar, Patienten durch eine Chemo- bzw. Strahlentherapie zu heilen. Doch nicht immer. Oft ist die Übertragung gesunder Stammzellen die letzte Chance, das Leben des Patienten zu retten.

Wie erkennt man die Krankheit?
Erste Anzeichen dieser bösartigen Erkrankung sind Infektanfälligkeit, Abgeschlagenheit und Neigung zu Blutergüssen.

Wie oft erkrankt jemand an Leukämie?
Alle 45 Minuten lautet für einen Menschen in Deutschland die schreckliche Wahrheit: Diagnose Leukämie! Das sind etwa 11.000 Neuerkrankungen pro Jahr!

Einen Spender finden - reine Glücksache?
Nur für rund ein Drittel dieser Leukämie-Patienten kann ein geeigneter Spender innerhalb der eigenen Familie gefunden werden. Doch wer kommt als Spender in Frage, wenn in der eigenen Familie niemand passt? Für viele hängt das Leben davon ab, dass sich – irgendwo auf der Welt – ein fremder Mensch dazu bereit erklärt, ihnen Stammzellen zu spenden.
Da jeder Mensch ganz individuelle Gewebemerkmale hat, ist es sehr schwer, den passenden Spender zu finden. Eine Übereinstimmung der Gewebemerkmale kommt nur sehr selten vor, ist aber Voraussetzung für eine erfolgreiche Transplantation. Unter Umständen kommt nur ein einziger Mensch unter mehreren Millionen als Spender in Frage. Und was ist, wenn genau dieser eine dann nicht registriert ist?

DKMS: Jeder Einzelne zählt!
Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH wurde 1991 aus einer privaten Initiative gegründet und hat sich innerhalb kürzester Zeit mit heute über 1,6 Millionen registrierten Spendern zur weltweit größten Einzeldatei entwickelt. Durchschnittlich erhalten jeden Tag bis zu fünf Patienten Stammzellen von Spendern aus der DKMS. Trotz dieser positiven Entwicklung kann für jeden vierten Patienten ohne passenden Familienspender kein geeigneter Fremdspender gefunden werden. Erklärtes Ziel der DKMS ist es durch den weiteren Ausbau der Datei für möglichst alle Patienten einen geeigneten Lebensspender zu finden.

Was kann ich tun?
Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren kann sich als potenzieller Spender registrieren und typisieren lassen. Darüber hinaus werden dringend Geldspenden benötigt, um die Typisierungskosten finanzieren zu können. Jeder Euro zählt!

Was bedeutet Typisierung?
Um die Chance zu bekommen einmal als Lebensspender aktiv zu werden, benötigt die DKMS zunächst eine Blutprobe des Spenders. Mit 5 ml Blut können die Gewebemerkmale typisiert (untersucht) werden. Diese Daten stehen dann in anonymisierter Form weltweit für Patientenanfragen zur Verfügung. Sollten die Gewebemerkmale des potenziellen Spenders tatsächlich mit denen eines Patienten übereinstimmen werden (nach Rücksprache mit dem Spender) weitergehende Untersuchungsschritte eingeleitet. Die Wahrscheinlichkeit, in den ersten 10 Jahren als Spender in Frage zu kommen, liegt bei maximal fünf Prozent.

Warum kostet die Typisierung Geld?
Die Registrierung jedes neuen potenziellen Lebensspenders kostet die DKMS 50,- Euro, da die Laboruntersuchungen sehr aufwändig sind. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Nach einer anfänglichen Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit und die Deutsche Krebshilfe ist die DKMS seit Ende 1994 für den Ausbau der Datei finanziell auf sich gestellt. Die Spenderneugewinnung wird seitdem ausschließlich über Privat- und Firmenspenden finanziert. Häufig werden die Kosten von den Spendern selbst getragen, doch nicht allen ist dies möglich. Helfen können Sie daher auch mit Ihrer Spende. Die vielen Patienten, denen dadurch geholfen werden kann, werden es Ihnen danken.

Wie läuft eine Lebensspende ab?
Heute gibt es zwei Möglichkeiten, die dringend benötigten Stammzellen zu spenden: Die Knochenmarkentnahme und die periphere Stammzellentnahme. In beiden Fällen wird der Spender vor der Entnahme eingehend ärztlich untersucht. Verdienstausfall und alle anderen Kosten des Spenders werden von der Krankenkasse des Patienten übernommen.
Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose ca. 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch (das sind ungefähr 5 Prozent des Gesamtvolumens) aus dem Beckenknochen (nicht Rückenmark!) entnommen und dem Patienten übertragen. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von 14 Tagen vollständig nach. Das Risiko für den Knochenmarkspender beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.
Bei der peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender über mehrere Tage ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Wachstumsfaktor) gegeben. Dieses Medikament stimuliert die Produktion der Stammzellen, die dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden. Diese Methode wird in der Medizin seit 1988 angewandt, beim gesunden Menschen (hier beim Spender) seit 1994. Nach dem heutigen Stand der Forschung sind keine Langzeitnebenwirkungen bekannt.
23.12.07
Neumarkt: Spender zu Weihnachten ?
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