"Unter Dach und Fach"

NEUMARKT. Der Transrapid ist laut Stoiber "unter Dach und Fach". Bei der Firma Max Bögl gibt man sich zurückhaltend.

Johann Bögl hatte für das Sengenthaler Unternehmen am Montagabend zusammen mit Verhandlungsführern der anderen beteiligten Unternehmen, mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Vertretern des Freistaates Bayern und des Bundesverkehrsministeriums eine "Realisierungsvereinbarung" zur Magnetschwebebahn in München unterzeichnet.

Eine Sprecherin des Unternehmens wollte aber am Dienstag auf Anfrage von neumarktonline keine Stellungnahme abgeben. Auch eine Presseerklärung der Sengenthaler Firma sei nicht geplant, hieß es.

Dafür gab man sich in der Bayerischen Staatskanzlei und im Wirtschaftsministerium umso begeisterter: Der Transrapid sei "unter Dach und Fach", das Spitzengespräch sei erfolgreich gewesen, hieß es aus München. Der Baubeginn sei im Sommer 2008 möglich.

"Leuchtturm-Projekt"

NEUMARKT. Am Dienstag-Nachmittag leitete die Firma Max Bögl die Pressemitteilung weiter, die die beteiligten Firmen des Transrapid-Konsortiums herausgegeben haben.

Die Industrie sei bereit, das Risiko der technischen Funktionalität für den zu vereinbarenden Liefer- und Leistungsumfang zu übernehmen, heißt es darin.

Für das Industriekonsortium sei diese Vereinbarung "mehr als eine Weichenstellung: es ist der Durchbruch dafür, dass das in der Koalitionsvereinbarung festgeschriebene Leuchtturmprojekt jetzt zügig realisiert wird".
Bei einem mehrstündigen Spitzengespräch am Montag-Abend in der Bayerischen Staatskanzlei zwischen Vertretern des Freistaats Bayern, dem Bundesverkehrsministerium, dem Vorstandsvorsitzenden der DB AG Hartmut Mehdorn sowie den Chefs von Siemens, Peter Löscher, Thyssen Krupp, Professor Dr. Ekkehard Schulz, Hochtief, Herbert Lütkestratkötter, Johann Bögl von der Firma Max Bögl sowie dem Vorstand von Bilfinger Berger, Professor Hans Helmut Schetter ist der Durchbruch für den Bau der Magnetschwebebahn zwischen Münchner Flughafen und Hauptbahnhof erreicht worden, hieß es.

Entscheidend für den Durchbruch war die Verpflichtung von Bahn und Industrie den Kostenrahmen von 1,85 Milliarden Euro für die Realisierung des Projekts einhalten zu wollen und für den Bau des Transrapids einen verbindlichen Festpreis anzubieten. Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber und Bayerns Verkehrsminister Erwin Huber, der die Verhandlungen in der Schlussphase geleitet hat, erklärten: "Der Transrapid ist unter Dach und Fach und wird gebaut. Nachdem es bereits in den letzten Wochen gelungen ist, sich bei der Finanzierung weitgehend aufeinander zuzubewegen, können wir jetzt feststellen, die Finanzierung des 1,85 Milliarden-Projekts Transrapid steht. Die Finanzierungslücke ist geschlossen!"

Der Bund trägt mit 925 Millionen Euro die Hälfte der Kosten, Bayern ist bereit mit 490 Millionen Euro noch einmal 15 Millionen Euro mehr zu investieren, der Flughafen wird nach dem Willen der Mehrheitsgesellschafter Bund und Land 100 Millionen Euro einbringen und die Bahn hat sich ausdrücklich bereit erklärt, ihren Finanzierungsanteil noch einmal um 100 Millionen Euro aufzustocken. Davon übernimmt die Industrie 50 Millionen Euro, so dass die Bahn im Ergebnis 235 Millionen Euro trägt. Die Teilnehmer des Spitzengesprächs gehen davon aus, dass die Bundesregierung in Brüssel eine Förderung von 50 Millionen Euro erreicht. Die EU hat bereits die Planung der Magnetschwebebahn in München finanziell unterstützt.

Stoiber und Huber: "Die Finanzierung des Transrapid steht." Stoiber und Huber bedankten sich ausdrücklich bei der Bundesregierung, vor allem bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, dass sie entscheidend dazu beigetragen haben, die Koalitionsvereinbarung des Jahres 2005 für den Bau des Transrapid als deutsches Technologieleitprojekt umzusetzen. Stoiber und Huber: "Die Verwirklichung dieser faszinierenden deutschen Erfindung zeigt, dass Deutschland im Aufbruch ist. Der Transrapid ist ein Leuchtturm für Hochtechnologie made in Germany."

Von dem "längst überfälligen Anschluss" des Münchner Flughafens "als Bayerns Tor zur Welt" an das Fernbahnnetz der Deutschen Bahn profitiere ganz Bayern, hieß es.

Von der Mehrheit des Münchner Stadtrates wird der Transrapid allerdings abgelehnt. Auch die Landtags-SPD und die Grünen-Fraktion sprachen sich gegen das Projekt aus. SPD-Fraktionsvize Thomas Beyer nannte die Realisierungsvereinbarung einen "Scheinvertrag". Die Vereinbarung sei "nichts als ein Abschiedsgeschenk für Ministerpräsident Stoiber".
25.09.07
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