"Owei"-Saison beginnt


Hanse Schoierer, der "Chuck Berry aus dem Schlacht-
hofviertel"
NEUMARKT. Die Kneipenbühne Oberweiling eröffnet am Samstag die neue Saison mit dem Münchner Original "Hanse Schoierer", dem "Chuck Berry aus dem Schlachthofviertel".

Sein neues Programm "obergärig und mittelscharf" besteht nicht aus einzeiligen Gags, sondern aus kleinen Geschichten und Liedern, mit Pointen, die sitzen. Bayerisches Kabarett mit intelligentem Humor, auch ohne konstante Politiksatire. Mehr als mit aktuellen Themen, die Schoierer oft zu kurzlebig sind, beschäftigt er sich lieber mit den kleinen Eigenarten der Menschen und mit "der Leichtigkeit des Seins".

Aber wahrscheinlich ist es eben diese Leichtigkeit des Seins, die einen zum Rock'n'Roller macht und nicht zum Lehrer. Und der Rock'n'Roll spielt bei Schoierer eine wichtige Rolle. Scheinbar mühelos und unglaublich lässig unterlegt er seine Geschichten vom Fräulein Nutte, dem Partyluder, oder der Heuljunkie-Oma mit einfachen, aber eingängigen Rhythmen, die schließlich in einem thematisch passenden Lied ihren Höhepunkt finden.

Mit einer Mischung aus Rock'n'Roll, Blues und Volksmusik singt er über phantasiebegabte Rentnerinnen und 0190-Nummern oder rechnet mit den so genannten Beispielschülern ab, die lieber Ministranten wurden, als im Partykeller Flaschendrehen zu spielen. Sogar einen echten Blues hat Schoierer geschrieben, mit dem Titel "The Searching Blues", aber die erhoffte Karriere in Amerika blieb aus, witzelt er. Und das liegt nicht zuletzt an der bestehenden Sprachbarriere, schließlich kann man "my Oide is away" nicht unbedingt als einwandfreies Englisch bezeichnen, nicht mal bei den Amis.

Da hätte wahrscheinlich selbst der Präsident Probleme, der ja auch sonst nicht viel versteht und den Schoierer gemeinhin als seinen Lieblingspolitiker bezeichnet, denn zu keinem anderen würden ihm spontan so viele Lieder einfallen. Und tatsächlich bekommt der gute George W. mehr ab als die deutschen Politiker. Für besonders gute Stimmung bei den Gästen sorgt das Lied "Wann hauts den Bush endlich vom Stangl", das Schoierer auf die Melodie von "City of New Orleans" gedichtet hat. Auch das Versagen der amerikanischen Regierung und die viel diskutierte Rassenproblematik nach dem Hurrikan Kathrina in New Orleans ist dem Kabarettisten ein Lied wert: "There is no house in New Orleans".

Auch der "Bruder im Geiste und im Hut", Drafi Deutscher, wird gewürdigt, hat er doch in seinen Liedern wichtige Beobachungen zum gesellschaftlichen Stand der Frauen gegeben. Aber auch andere deutsche Schlager-Schmankerl aus den 60er Jahren werden seziert und erhalten dadurch eine völlig neue Aussage. Wer weiss zum Beispiel, dass beim "Flippers"-Hit "Sha La La I Love You" im Original die 6. Strophe fehlt, die jetzt natürlich das Werk gekonnt abrundet.

Die Fetzen fiegen, wenn Hausmeister Dudlhuber seinen Freund Howie trifft, der durch seine Knickrigkeit, weil er nie ein Trinkgeld gab, die beste Bedienung vom Unterwirt vertrieben hat, und er mit Recht fragt: "Wer bringt mir jetzt mei Helles?" Und endlich wird bewiesen: In einem Rock´n´Roll-Text braucht man nichts verstehen, es reicht, wenn in jeder Zeile die Worte "with my baby tonight" vorkommen!
15.09.07
Neumarkt: "Owei"-Saison beginnt
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