Luftballon stoppt Pendler-Züge


Der Zug steht abfahrtbereit nach Nürnberg - aber die Fahrgäste dürfen nicht einsteigen.
Fotos: Erich Zwick

Leere Wagen so weit das Auge reicht - zwei aneinander gekop-
pelte Regionalzüge fuhren leer von Neumarkt nach Nürnberg
zurück.
NEUMARKT. Ein harmloser Luftballon, der einem Mädchen auf dem Nürnberger Volksfest "entkam", hatte fatale Folgen für Neumarkter Pendler.

Der folienummantelte "Himmelsstürmer" verfing sich beim Bahnhof Nürnberg-Dutzendteich in der Oberleitung der Bahnstrecke Nürnberg - Neumarkt und sorgte prompt für einen Stromausfall. Dieser wiederum bewirkte, dass auf der Strecke "nichts mehr ging" und die Pendler unfreiwillige Wartezeiten überbrücken mussten.

Während die für 18.25 Uhr in Neumarkt erwartete Regionalbahn total ausfiel, konnte diese logischerweise um 18.35 Uhr auch nicht zurück nach Nürnberg "brausen". Die wartenden Reisenden wurden auf eine Stunde Wartezeit und damit auf die Regionalbahn um 19.35 Uhr "vertröstet". Diese lapidare Ankündigung wurde mit Murren quittiert, was sich aber dann zum Ärgernis steigern sollte.

Denn planmäßig um 18.46 Uhr (in Wirklichkeit aber etwa zehn Minuten später) lief die nächste reguläre Regionalbahn aus Nürnberg ein, um wieder nach Nürnberg zurückzukehren - aber ohne Fahrgäste. Die mussten gefälligst bis 19.35 Uhr warten.

Für diese "Leerfahrt" ließ sich das Fahrpersonal sehr zum Ärger der Wartenden noch genüsslich Zeit. Aus dem Lautsprecher tönte es von Zeit zu Zeit, dass tunlichst niemand einzusteigen habe, weil der Zug "abgezogen" werde.

Die Pressestelle der Deutschen Bahn in München begründet die Leerfahrt damit, dass der Zug "immer" leer einrückt und außer dem Lokführer kein Zugbegleiter "an Bord" sei. Diese Behauptung entbehrte jeder Grundlage, da der Zugführer (früher hießen sie mal Schaffner) mit den Reisenden noch diskutierte. Auch er wollte sich von der "Transportleitung" (welch scheußliches Wort für die Beförderung von Menschen - Vieh und andere Ochsen werden "transportiert") die Genehmigung einholen, bis Feucht Reisende mitnehmen zu dürfen. Dies sei jedoch abgelehnt worden. Die weiterreisenden Fahrgäste hätten in Feucht auf die S-Bahn wechseln können.

Nachdem schon keine Personen befördert werden durften, bekamen diese noch ein Extra-Schauspiel geboten. Aus dem "Hinterhalt" hing sich noch ein weiterer leerer (!) Nahverkehrszug an den vorderen an, der sich vorher auf dem Industriegleis in Richtung Pfleiderer in "Lauerstellung" befand.

Also: zwei Loks, zehn leere Reisezugwagen und zurückgelassene Wartende auf Gleis 5. "Ein bisschen mehr Flexibilität hätten wir der Deutschen Bahn schon zugetraut", fasste ein verärgerter Fahrgast zusammen, der den DB-Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn bedauerte, dass dieser nicht müde wird, um Sympathien für sein Unternehmen zu werben, und seine Erfüllungsgehilfen alles Gutgemeinte im Stil der der ehemaligen Bundesbahn wieder kaputt machen. "Bei Siemens dürften die nicht arbeiten", ergänzte ein anderer, während auf Gleis 1 der IC von Regensburg nach Nürnberg "durchdonnerte". Der Bahn wäre auch keine Perle aus der Krone gefallen, wenn sie diesen außerplanmäßig in Neumarkt hätte stoppen lassen.
Erich Zwick
17.04.07
Neumarkt: Luftballon stoppt Pendler-Züge
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