"Aufschwung schwingt vorbei"

    13 Punkte

  1. Gebührenerlässe für Arme in der Bücherei und z.B. beim Passamt u.a.m.
  2. Dämpfen der Gebühren bei den Stadtwerken. ( Strom, Gas, Wasser, Eintritte in Freibad)
  3. 9 Euro Nachlass pro Monat auf Stromrechnung (Vorbild E.on)
  4. Einrichtung einer Wärmestube in Neumarkt bzw. Förderung
  5. Bezuschussung einer weiteren Arbeitskraft bei der Schuldnerberatung
  6. Unterstützung von Christlicher Arbeiterhüfe (CAH) und Jurawerkstätten durch städtische Aufträge
  7. Preisgünstiges Mittagessen für bedürftige Kinder
  8. Verstärkte Förderung des Leb-mit-Ladens
  9. Benennung eines Ansprechparlners/ einer Ansprechpartnerin in der Stadtverwaltung
  10. Werbung von Sponsoren (Privatpersonen z.B.- Handwerk - Dienstleistung - Industrie)
  11. Verstärkter Bau von bezahlbaren Wohnungen, Renovierungsarbeiten wo nötig
  12. Unterstützung von bedürftigen Schüler/Schülerinnen - Eltern beim Materialgeld
  13. Verzicht der Stadträte auf Freibiermarken und sonstige außerordentliche Zuwendungen, stattdessen Spende zur Mitfinanzierung von z.B. Punkt 7.
NEUMARKT. Ein Verzicht der Stadträte auf Freibiermarken, um damit Mittagessen für bedürftige Kinder zu finanzieren, ist nicht in Sicht.

Der Vorschlag war der provokanteste von insgesamt 13 Punkten (siehe Kasten), die Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky (FLitZ) in der Sitzung am Montagabend unter der Überschrift "Armut in Neumarkt" seinen Kollegen ans Herz legte. Der wirtschaftliche Aufschwung "schwingt auch in Neumarkt an vielen Menschen vorbei", sagte Madeisky. Die "reiche Stadt Neumarkt" dürfe sich nicht dahinter verstecken, daß für Hilfsleistungen an notleidenden Mitbürgern der Landkreis oder der Bund zuständig seien.

Oberbürgermeister Thomas Thumann räumte durchaus ein, daß es auch in Neumarkt echte Armut gäbe. Allerdings sah er den Stadtrat überfordert, jetzt in der Sitzung jeden einzelnen Punkt des FLitZ-Vorschlags auszudiskutieren.

Ähnlich sahen es auch die Vertreter der anderen Fraktionen im Stadtrat.

Johann Gloßner versuchte schließlich seinem Fraktionskollegen beizuspringen, indem er einen kürzeren Antrag stellte: Der Stadtrat möge als Zeichen des guten Willens der Schuldnerberatung eine Spende von 5000 Euro zur Verfügung zu stellen, dem Leb-mit-Laden die Miet-Nebenkosten in den städtischen Räumen zu erlassen (Miete braucht der Leb-mit-Laden sowieso nicht zu bezahlen) sowie die Verwaltung anzuweisen, bei Einkäufen soweit möglich die "Jura-Werkstätten" zu berücksichtigen.

Madeisky erklärte schließlich, bei einer Abstimmung über Gloßners Antrag werde er seinen eigenen Antrag zurückziehen. Er hoffe "wenistens auf ein paar Zustimmungen von der Christlich Sozialen Union", sagte er.

"Karl schon weg"

Stadtrat Gloßner betonte in der Sitzung am Montag drastisch seine Hartnäckigkeit: Ich verfolge meine Ziele solange, bis ich sie durchgesetzt habe.

Ein Beispiel dafür nannte er auch: Der Karl ist schon weg!
Er hoffte umsonst: Solche Anträge müßten die betroffenen Organisationen schon selbst stellen, hieß es sinngemäß vom OB und den anderen Parteien.

Gloßners Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Über Madeiskys Antrag wurde nicht mehr abgstimmt.
06.02.07
Neumarkt: "Aufschwung schwingt vorbei"
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