"Freiräume" gefordert


Gutgelaunt das neue Jahr begrüßt: Karl-Josef Huber, Kreisrat Hans Bradl, Bundestagsabgeordneter Alois Karl und Gastgeber Bürgemeister Rudolf Eineder mit Gattin (von links) beim Berchinger Neujahrsempfang.
Fotos: Erich Zwick

Die Berchinger Stadtkapelle eröffnete den Neujahrsempfang.


Zum ersten Mal bei einem Neujahrsempfang in Berching: der
jahrzehntelange Stadtoberhaupt-Nachbar von Rudolf Eineder,
MdB Alois Karl.


Mit einem visitenkartengroßen "Flugblatt" machte das Demokra-
tische Forum Berching (DFB) mit Sprecher Dr. Franz Donhauser
(rechts) von sich reden.
BERCHING. Ein "Patentrezept" hatte er auch nicht im Gepäck, der Referent am Deutschen Jugendinstitut in München, Dr. Christian Alt, der beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Berching über die Konsequenzen aus den veränderten familiären Lebensformen Aufschluss geben sollte.

Eines stellte er aber klar: beginnend von der Heiligen Familie mit Maria, Joseph und dem Jesuskindlein bis heute seien die Herausforderungen noch immer gemeistert worden.

Bürgermeister Rudolf Eineder mit Amtskette musste am Eingang zur Europahalle zahllose Hände schütteln, die sich ihm zu einem obligatorischen Neujahrsgruß entgegenstreckten. Die guten Wünsche entboten u.a. Altlandrat Josef Werner Bauer, Landrat Albert Löhner, sein Stellvertreter Willibald Gailler, Bundestagsabgeordneter Alois Karl, die Bezirksräte Ursula Steinert und Hans Bradl, um nur einige zu nennen.

Sie alle - und natürlich die Bürger Berchings und der Stadtteile - hieß das Stadtoberhaupt nach einem musikalischen Auftakt durch die Stadtkapelle unter der Leitung von Stefan Schaller herzlich willkommen.

Bundestagsabgeordneter Alois Karl durfte als Erster Grußworte an die festlich gestimmte Versammlung richten. Trotz seiner langen Zeit als Oberbürgermeister Neumarkts habe er erst jetzt erstmals die Zeit gefunden, den Neujahrsempfang in Berching zu besuchen. Seine neue Aufgabe in Berlin habe dazu beigetragen, dass er nun den ganzen Wahlkreis Neumarkt-Amberg-Sulzbach beackere.

Die Weichen in Berlin seien für ganz Deutschland gut gestellt, wovon auch der Landkreis Neumarkt profitiere. Die Zahl der Arbeitslosen bewege sich an einem "unteren Level", was sich im Neumarkter Raum gut ablesen lasse. Mit der Sanierung der Bundesstraße zwischen Neumarkt und Beilngries sei auch Berching vom Bund mit Segnungen bedacht.

Im Gegensatz zu seinem Vorredner hob Landrat Albert Löhner die Unzufriedenheit der Bürger mit den Regierenden in Berlin hervor. Aus den Umfragen lasse sich eine Politikverdrossenheit ablesen, der nur damit begegnet werden könnte, indem man Aufgaben von "oben nach unten" delegiert und den Staatsapparat dezentralisiert. "Wir brauchen mehr Freiräume", forderte er, und beinahe zornig fügte er hinzu: "Wir werden darum kämpfen".


Nach den Ansprachen gab es Sekt, Bier und Appetithappen.


Altlandrat Josef Werner Bauer lässt keinen Neujahrsempfang in
Berching aus. Hier begrüßt ihn der SPD-Fraktionssprecher im
Berchinger Stadtrat, Kreisrat Josef Mayer.
Wie sehr der frühere Bürgermeister von Berching den Zuhörern aus der Seele sprach, hallte in dem lang anhaltenden Beifall wider. Für die Seele tat dann ein klein wenig Balsam gut, den Stadtpfarrer Artur Wechsler auch im Namen seiner evangelischen "Amtsschwester", Pfarrerin Dagmar Knecht, verbal verteilte.

Besser hätte der Geistliche nicht überleiten können zu der Bilanz, die Bürgermeister Rudolf Eineder für ein erfolgreiches Jahr 2006 zog und gleichzeitig einen Ausblick auf 2007 gewährte. Auf diesen Part des Neujahrsempfanges schien das noch junge "Demokratische Forum Berching" schon gewartet zu haben, denn dessen Vorsitzender Dr. Franz Donhauser hatte vorher vistenkartengroße "Flugblätter" verteilt mit der Frage" Is des heit scho wieda a Bürgerversammlung?" (Ist das heute schon wieder eine Bürgerversammlung?). Und die Antwort stand gleich darunter: "Äitz iwatreim se's owa! (Jetzt übertreiben sie's aber!).

Damit übte das Forum sanfte Kritik an den spärlich stattgefundenen Bürgerversammlungen in der Sulzstadt. "Wir hatten zwar eine andere Aktion geplant, aber mit der treten wir erst zu einem anderen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit", kündigte Dr. Donhauser weitere Aktivitäten des "DFB" an.

In einem nahezu einstündigen Festvortrag unter dem Leitgedanken "Familienleben im Wandel - eine Erfolgsstory?" wagte es Dr. Christian Alt nicht, die letzten Fragen aus den veränderten familiären Lebensformen zu beantworten. Dass eine Frau sechs- bis siebenmal gebären müsste, um den Bevölkerungsrückgang aufzuhalten, wird wohl graue Theorie bleiben, was der Redner freimütig einräumte. Der Geburtenrückgang könnte allerdings eingedämmt werden, wenn mehr für die Ganztagsbetreuung getan würde.

Dem Festvortrag schloss sich dann eine praktische "Mittagsbetreuung" an; denn der Neujahrsempfang klang - ebenfalls traditionsgemäß - mit Sekt, Bier und kleinen Appetithappen aus.
Erich Zwick


Ein interessantes und interessiertes Publikum gab sich in der Europahalle von Berching zum Neujahrsempfang der Stadt ein Stelldichein.
06.01.07
Neumarkt: "Freiräume" gefordert
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