Höchstens 30 Prozent

NEUMARKT. Im Stadtrat wurde wieder einmal über Solaranlagen auf Hausdächern gestritten - diesmal ging es nur ums Prinzip.

Vor allem FLitZ, Grünen und der SPD wollte nicht einleuchten, daß beim Bebauungsplanverfahren "Regensburger Straße/Schweninger Straße" den künftigen Hausbesitzern die Auflage gemacht wird, höchsten 30 Prozent ihrer Dachflächen für Solaranlagen zu nutzen.

"Lauter Halbverrückte"

NEUMARKT. Die Zuhörer im Sitzungssaal müßten doch den Eindruck gewinnen, hier sitzen lauter "Halbverrückte" im Stadtrat, sagte CSU-Stadtrat Dr. Heinz Sperber - durchaus an die Besucher im Sitzungssal gerichtet - zu den Streitereien zwischen FLitZ/Grünen einerseits und vor allem seiner Partei andererseits.

Er beruhigte aber die Zuhörer: Sobald der nichtöffentliche Teil vorbei und Zuhörer und Pressevertreter den Saal verlassen haben, kehre auch im Stadtrat wieder ein normaler Umgangston zurück.

FLitZ forderte vom Oberbürgermeister, Sperber dafür zu rügen, daß er sich - tatsächlich unerlaubt - während einer Sitzung an die Zuhörer wandte. OB Thumann ging aber stillschweigend über den Antrag hinweg.
Stadtbaumeister Rudolf Müller-Trippensee wies die Kritik zurück und erklärte, daß wegen der Dach-Ausrichtungen sowie höchstens 30 Prozent der Dachflächen für eine sinnvolle Nutzung von Solarenergie taugen...

Dies sei zwar möglicherweise richtig, mußte FLitZ-Stadtrat Hans-Jürgen Madeisky einräumen, trotzdem sah er keinen Sinn in der grundsätzlichen Beschränkung auf "willkürliche" 30 Prozent: "Unsere Enkel werden uns einmal alle auslachen!" Sein Fraktions-Kollege Johann Glossner stellte den Antrag, den Passus doch einfach zu streichen - was gegen die Stimmen von SPD, FLitZ und Grünen abgelehnt wurde.

CSU-Sprecher Ferdinand Ernst warnte davor, zu viele Hoffnungen auf Solar-Anlagen zu setzten: "Die Solarenergie wird uns nicht retten, sondern die Energie-Einsparung!"

Solche Diskussionen möchte sie "einfach nicht mehr führen müssen", sagte SPD-Stadträtin Gertrud Heßlinger kopfschüttelnd: "Das müßte doch eigentlich inzwischen in allen Köpfen drin sein!"

Es half nichts: Die Mehrheit des Stadtrates stimmte für den Billigungs- und Auslegungsbeschluß mit der entsprechenden Einschränkung.
01.12.06
Neumarkt: Höchstens 30 Prozent
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