Woffenbach wackelt!




Stolz halten eine Zuggarnitur der S-Bahn der neuen Generation
en miniature in die Höhe: Bahnchef Hartmut Mehdorn und Bay-
erns Wirtschaftsminister Erwin Huber.
Fotos: Erich Zwick
NEUMARKT. Spätestens Ende des Jahres 2009 erhält Neumarkt seinen S-Bahn-Anschluss nach Nürnberg.

Dieses Versprechen gab am Freitag der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Infrastuktur, Verkehr und Technologie, Erwin Huber, bei der zusammen mit dem Vorsitzenden des Vorstandes der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, vollzogenen Unterzeichnung des Bau- und Finanzierungsvertrages für die S-Bahn nach Forchheim.

Dreimal stündlich (20-Minuten-Takt) wird dann Neumarkt mit dem Zentrum der Metropolregion auf der Schiene verbunden sein. Zum gleichen Zeitpunkt sollen auch die weiteren S-Bahn-Strecken Nürnberg-Forchheim, Nürnberg-Ansbach und die Verlängerung der bestehenden S1 von Lauf nach Hartmannshof in Betrieb gehen.

In den Freudenbecher des 20-Minuten-Taktes werden allerdings auch ein paar Wermutstropfen fallen: Die Fahrzeit zwischen Neumarkt und Nürnberg wird sich trotz aller Anstrengungen verlängern, weil zwischen Feucht und Nürnberg alle Unterwegsbahnhöfe der S2 mitbedient werden und die S-Bahn nach Neumarkt den bestehenden Gleiskörper nach Altdorf mit benutzt. Schon allein dadurch verlängert sich die Fahrzeit zwischen Nürnberg und Feucht von bisher neun auf 18 Minuten. Hinzu kommen noch 27 Minuten bis Neumarkt, so dass sich exakt eine Dreiviertelstunde "zusammenläppert" (bisher mit der Regionalbahn 34 Minuten; mit dem Regionalexpress 22 Minuten).

Zwar verspricht der DB-Konzernbevollmächtigte für Bayern, Klaus-Dieter Josel, durch einen modernen Wagenpark, höheres Tempo, dichtere Zugfolge und eine intelligente Signalschaltung Zeit wett zu machen, die aber durch den weiteren Bahnhof Neumarkt-Woffenbach wieder verloren gehen könnte. Daher - das ließ er unmißverständlich wissen, wird dieser weitere Haltepunkt zwischen Pölling und Neumarkt noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Somit ist diese Station noch lange nicht - wie von den Neumarkter Kommunalpolitikern als beschlossene Sache hingestellt wird - in trockenen Tüchern.

Wörtlich sagte Klaus-Dieter Josel in Richtung Woffenbach: "Die Qualität der Strecke ist wichtiger als ein neuer Haltepunkt."

Die Qualität der Strecke war auch für Bahnchef Mehdorn ein Stichwort: Der Oberbau der gesamten Trasse - nicht nur bis Neumarkt, sondern darüber hinaus bis Regensburg - müsse überarbeitet (saniert) werden. Die sich gegenwärtig häufenden Verspätungen seien nicht zuletzt auf Langsamfahrstrecken zurückzuführen.

Die Bedeutung der Eisenbahn im Großraum Nürnberg wird ab 28. Mai durch die Eröffnung der Ausbaustrecke Nürnberg-Ingolstadt-München unterstrichen. "Dann wird München zu einem Vorort von Nürnberg", flachste Helmut Mehdorn, wobei er die unschlagbare Fahrzeit von einer Stunde herausstellte. Eine weitere Verbesserung zur Fußballweltmeisterschaft ist die Erweiterung des Haltepunktes Frankenstadion, den die Bahn mit Unterstützung des Freistaats im Mai fertig stellen wird.
Erich Zwick
10.02.06
Neumarkt: Woffenbach wackelt!
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