Note "drei plus"

NEUMARKT. Die Oberpfalz erhielt von 1600 Unternehmern bei der Bewertung der Standortfaktoren die Note "drei plus".

1.600 repräsentativ ausgewählte Unternehmer bewerteten in einer IHK-Umfrage sowohl die Zufriedenheit als auch die Wichtigkeit der einzelnen Standortfaktoren im Wirtschaftsraum Oberpfalz-Kelheim.

Größter Handlungsbedarf ergibt sich dort, wo sich Unternehmen sehr unzufrieden über sehr wichtige Standortfaktoren äußern. Dazu zählen insbesondere Standortkosten. Zufrieden sind die Unternehmen im Großen und Ganzen mit der Standortattraktivität, die sie als regionalen Wettbewerbsvorteil bewerten. Positiv wirkten sich Grenzöffnung und EU-Erweiterung auf die regionale Standortqualität aus. Die IHK fordert deshalb die stärkere Berücksichtigung grenzübergreifender Aspekte in der regionalen Standortentwicklung.

Standortbedingungen beeinflussen Ansiedlungs- und Bleibeentscheidungen von Unternehmen. Deshalb ist im internationalen Wettbewerb um Betriebsansiedlungen die Gestaltung der Standortbedingungen besonders notwendig. Dies gilt erst recht in einer Grenzregion, die in unmittelbarer Nachbarschaft mit günstigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konkurrieren muss. Wie zufrieden die ansässigen Unternehmen mit ihrem Betriebsstandort sind und für wie wichtig sie die einzelnen Standortfaktoren halten, war Anlass für die IHK-Standortumfrage. „Aus den Ergebnissen wollen wir Vorteile des Wirtschaftsraumes Oberpfalz-Kelheim im internationalen Standortwettbewerb herausstellen und Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung ableiten, die Standortattraktivität weiter zu verbessern“, erläutert IHK-Geschäftsführer Josef Beimler.

Für die Gesamtbeurteilung ihres Standortes erteilten die Unternehmen Schulnoten von eins bis sechs. Die Bewertung ergab die Note 2,7. Die Unternehmen zeigen sich damit recht zufrieden mit den Standortbedingungen. Besondere Stärken des Wirtschaftsstandortes Oberpfalz-Kelheim lässt dieses Gesamtergebnis allerdings ebenso wenig erkennen wie gravierende Nachteile, die sofortigen Handlungsbedarf erfordern. Die IHK will deshalb einen kontinuierlichen Standortverbesserungsprozess initiieren. Die regionalen Industrie- und Handelsgremien werden vor Ort in Zusammenarbeit mit kommunalen Entscheidungsträgern Maßnahmen zur stetigen Verbesserung einzelner Standortfaktoren entwickeln.

Handlungsbedarf sehen die Unternehmen insgesamt bei den Standortkosten und bei der Verbesserung des Standortklimas. Neben Gebühren und Abgaben sind es vor allem die Strom- und Gaspreise, die als gravierender Standortnachteil erkannt werden. In gleicher Dringlichkeit werden weiterer Bürokratieabbau und Vereinfachung von Genehmigungsverfahren angemahnt. Anpassen müsse sich nach Meinung der Unternehmen auch die kommunale Wirtschaftsförderung, die sich in ihrem Bemühen um Standortentwicklung noch stärker an den Bedürfnissen der ansässigen Unternehmen ausrichten sollte. Positiv sehen die Unternehmen im verkehrlichen Bereich die Erreichbarkeit ihrer Betriebe und die Anbindung an das überregionale Straßenverkehrsnetz. Durchwegs gute Beurteilungen erhalten eine Reihe so genannter weicher Standortfaktoren wie Umwelt- und Lebensqualität, Sicherheit oder Kultur-, Freizeit- und Sportangebot. Ebenso werden die Verfügbarkeit unternehmensnaher Dienstleistungen, die Entsorgungssituation und die Nähe zu Zulieferern als Standortvorteile anerkannt.

Grenzöffnung und EU-Erweiterung haben die Standortbedingungen entscheidend verbessert. Die meisten Unternehmen sehen die Lage an der Grenze zu den Beitrittsländern vorteilhaft für ihren Standort. „Die Einbeziehung grenzüberschreitender Aspekte in standortpolitische Maßnahmen muss daher noch intensiver als bisher erfolgen“, fordert Beimler. Im Rahmen ihres Jahresthemas „Unternehmen Europa“ richtet die IHK ihre Projektarbeit für 2006 an der Vision eines grenzübergreifenden Wirtschafts- und Lebensraumes Ostbayern-Westböhmen aus. „Ein Wirtschaftsstandort Ostbayern-Westböhmen hat europäisches Format und genügend Potenzial, um neben den Metropolregionen Nürnberg und München eigenständisches Profil zu entwickeln und zu behaupten“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes.
21.12.05
Neumarkt: Note "drei plus"
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