"Mit falschen Karten"

NEUMARKT. Die Pläne des Bundeslandwirtschaftsministers Horst Seehofer, konventionelle und ökologisch wirtschaftende Bauern stärker gleichzustellen, werden von den Grünen im Landkreis Neumarkt scharf kritisiert.

Die Grünen werfen Seehofer vor, "mit falschen Karten" zu spielen, solange er nicht deutlich sage, in welche Richtung seine Politik gehen soll.

Wenn Seehofer sage, er wolle mehr Gleichbehandlung, müsse man sich fragen, ob es der richtige Weg sei, bei den Biobauern anzusetzen. Fakt sei, dass 90 Prozent aller Direktleistungen an Bauern nicht an Umweltleistungen gebunden seien und die höchsten Subventionen in Richtungen Bullenmast und Maiskultur fließen würden. "Warum setzt Seehofer nicht dort an?" fragen sich die Grünen.

Dagegen sei die Förderung des Ökolandbaus weiterhin ein sinnvolles Ziel, so Sprecherin Gabi Bayer. "Wir wollen weiterhin, dass bis 2010 der Anteil für Ökolandbau auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche steigt. Wenn wir Biobauern fördern, bekommen wir auch eine Gegenleistung in Form gesunder Ernährung und Erhaltung der Natur", so Bayer. Die Konkurrenzfähigkeit mit dem europäischen Ausland sei nur gegeben, wenn man gegen den Subventionen der Nachbarländer für den Ökolandbau auch selbst Subventionen zahle.

Auch in der Frage der Gentechnik sind die Grünen nicht Seehofers Meinung. "Die Deutschen wollen mehrheitlich keine genveränderten Lebensmittel. Warum sollte deshalb mehr Genbau zugelassen werden?" fragen sich die Grünen. Zudem sei die Haftungsfrage bei Vermischung von normalen mit genveränderten Pollen ungeklärt. Da es keine verbindlichen Anbauregeln für Genprodukte gebe, könnten alle anderen Felder nicht ausreichend geschützt werden. Ein entsprechender Fonds sei nicht gerecht, so lange dort alle einzahlen sollen und das Verursacherprinzip nicht zum Tragen komme. Die Machbarkeit einer solchen Versicherung sei ebenfalls ungeklärt.

Gerade in Hinblick auf die Landwirte im Landkreis Neumarkt erklärt Stefan Schmidt, der Kreiskassier der Grünen: "Seehofers Pläne sind Augenwischerei. Erforderlich ist, dass kleine landwirtschaftliche Betriebe gefördert werden, statt den Großbetrieben ungerechtfertigte Gelder zukommen zu lassen". Die jüngsten Fleischskandale würden zeigen, dass Verbraucherschutz im Zusammenhang mit Landwirtschaft von weiterhin großer Bedeutung ist. Der Wandel im Bewusstsein der Verbraucher, für gute Ernährung auch einen fairen Preis zu bezahlen, habe erst begonnen und sollte von Seehofer nicht "im Keim erstickt" werden.
21.12.05
Neumarkt: "Mit falschen Karten"
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