Kommandeur ohne Allüren


Bescheiden und überaus erfolgreich: der neue Kommandeur
des "gemeinsamen multinational Ausbildungskommandos der
7. US-Armee", Oberst David G. Perkins, zusammen mit Landrat
Albert Löhner und Pressesprecher Director, Government Relati-
ons, James P. Federline.
Foto: Erich Zwick
NEUMARKT. Sein Antrittsbesuch bei Landrat Albert Löhner ließ nicht darauf schließen, dass er künftig die Uniform eines Brigadegenerals tragen würde, hätte nicht sein Pressesprecher James P. Federlein den spannenden Lebenslauf des (Noch-)Oberst David P. Perkins, den Kommandeur des gemeinsamen "Multinational Ausbildungskommandos der 7. US-Armee", aus dem Ärmel gezaubert.

Der 48 Jahre alte "Befehlshaber" über 20.000 US-Soldaten und ihre Angehörigen, die in Hohenfels, Grafenwöhr und Vilseck Dienst tun und leben, kann seine Auszeichnungen schon gar nicht mehr zählen. Zu seinen zivilen gehören ein Bakkalaureus der Wissenschaften von der Militärakademie der Vereinigten Staaten, ein Magisterabschluß in Maschinenbautechnik von der Universität in Michigan und ein Magisterabschluß in Nationaler Sicherheit und Strategischen Studien von der Heereskampfschule der Marine.

Oberst Perkins Auszeichnungen und Orden schließen den "Silber Stern" ein, die Verteidigungsauszeichnungsmedaille, der Verdienstorden der US-Armee mit Eichenlaub, die Anerkennungsmedaille mit dreifachem Eichenlaub, die Medaille für besondere Verdienste mit Eichenlaub und die Auszeichnungsmedaille der US-Armee mit dreifachem Eichenlaub.

Da saß er am Dienstag Vormittag ohne Orden, ohne Allüren und in "Arbeitskleidung" dem Landrat gegenüber, und beide plauderten unbekümmert miteinander als wären sie alte Bekannte. Da stieß Albert Löhner mit seinem schon öfter vorgetragenen Vorschlag, Schüler beider Nationalitäten in den Gymnasien voneinander lernen zu lassen, bei seinem Gast auf offene Ohren. Besucht sein Sohn Chad die High School in Vilseck, warum dann nicht einmal für ein paar Wochen ein Gymnasium in Neumarkt? Oberst Perkins und seine Frau Ginger haben zwei Kinder: seine Tochter Cassandra studiert an der Universität von New Hamshire.

Sein bisher spannendster und vielleicht gefährlichster Einsatz, so erinnerte sich Oberst Perkins, war während der Operation "Iraqi Freedom" ein gepanzerter Angriff auf Bagdad am 7. April 2003. Danach diente der heil aus dem Einsatz davon gekommene Oberst Perkins als "Exekutiv Assistent" für den Stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinigten Generalstäbe.

Mit dem jetzigen Kommando ist der künftige Brigadegeneral in ein ruhigeres Fahrwasser eingelaufen. Er freut sich über den Kontakt mit der deutschen Zivilbevölkerung, was Landrat Albert Löhner nur zu gern hörte, und sind doch die amerikanischen Freunde nicht zuletzt auch ein Wirtschaftsfaktor, was der Region nur gut tut.

Als Zeichen der Verbundenheit tauschten die beiden Gesprächspartner Geschenke aus: Oberst Perkins überreichte dem Kreischef einen Wappenteller, der sich mit dem Landkreisbuch revanchierte. Er werde alle darin beschriebenen Orte besuchen, versprach er, und dachte dabei laut über seinen Dienst nach: Aus Texas hat er eine Elitetruppe bekommen, die er innerhalb eines Monats für einen friedenfestigenden Einsatz im Kosovo fit machen muss. Da wird dann wohl heuer nichts mehr aus einer Landkreis-Erkundung.
Erich Zwick
22.11.05
Neumarkt: Kommandeur ohne Allüren
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