Bei der Taufe geschummelt

Zwei Firmlinge bauten die aktuelle Krippenszene auf
Foto: Wittmann
NEUMARKT. Sehr frei nach dem Kirchenjahr-Kalender wird derzeit in der Barocken Münsterkrippe die Taufe Jesu gezeigt - die wäre eigentlich im Januar.
Aber Johannes der Täufer ist der Schutzpatron des Münsters und das Fest seiner Geburt ist der 24. Juni, der Johannistag. Deswegen wird in der Krippe ein bisschen geschummelt und die Taufe Jesu gezeigt.
Neben der Gottesmutter ist Johannes der Täufer der einzige Heilige, dessen Geburtsfest mit einem Hochfest begangen wird. Das Datum des Johannistags leitet sich daher ab, dass Johannes nach dem Lukasevangelium sechs Monate älter als Jesus war.
Heuer haben Antonia Häupler und Danijel Ivancan die Szene aufgebaut. Die beiden werden nämlich im Juli gefirmt und die Firmbewerber der Pfarrei lernen im Rahmen ihrer Vorbereitung die Pfarrei an verschiedenen Stationen kennen - zum Beispiel beim monatlichen Umbau der Jahreskrippe.
Durch die Münsterkrippe fließt dabei nicht der Jordan, wie es das Evangelium berichtet. Stattdessen hat der heilige Johannes Jordanwasser in sein steinernes Taufbecken gegeben, das dem romanischen Taufbecken im Münster St. Johannes ähnelt. Daraus schöpft er mit einer hölzernen Schale Wasser, um es seinem Verwandten Jesus über die Haare zu gießen.
Und wer genau hinschaut, entdeckt mitten im staunenden Krippenvolk auch den Krippenhund Peter, den sein Frauchen gerade „Sitz“ machen lässt.
Die Geschichte der prächtigen Figuren im "Jesuitenmaß" reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als eben die Jesuiten mit Verkündigung und viel „Heiligem Theater“ auch in Neumarkt, Ingolstadt und vielen anderen Orten bemüht waren, mitten im 30jährigen Krieg die calvinistischen Bürger wieder „katholisch zu machen“.
01.06.26
Neumarkt: Bei der Taufe geschummelt