Brutaler Raubüberfall
Nittenau, Landkreis Schwandorf. Schauplatz eines brutalen Überfall war am vergangenen Pfingstmontag um 1.45 Uhr, die Asylbewerberunterkunft an der Fischbacher Straße. Dort hielt sich nach den Ermittlungen der Amberger Kripo ein 21-jähriger kubanischer Staatsangehöriger mit Erlaubnis im Nachbarzimmer auf, um dort fernzusehen. Die beiden Bewohner dieses Zimmers, zwei russische Staatsangehörige, waren abwesend. Gegen 1.45 Uhr wurde an der Eingangstür geklopft und der Kubaner öffnete. Vor ihm standen drei ihm unbekannte Männer, von denen er glaubte, dass es sich um russische Staatsangehörige handelt. Das leitete er auch davon ab, dass sie äußerst schlecht deutsch gesprochen haben. Nach einem Wortgeplänkel gingen die drei Unbekannten in das Zimmer und setzten sich nieder. Nach einiger Zeit, während der der Kubaner vergeblich nach dem Grund ihrer Anwesenheit forschte, stand der 21-Jährige auf und wollte das Zimmer verlassen.
Zu diesem Zeitpunkt sprang einer der Unbekannten auf und stieß ihn zurück auf die Couch. Danach folgte eine Serie von Faustschlägen, die ihn im Gesicht und an der Lippe sowie am Bauch trafen. Der Überfallene wehrte sich und schlug seinerseits auf den Unbekannten ein. Nun traten die Kumpane in Aktion und schlugen ebenfalls mit den Händen und Fäusten und als das Opfer am Boden lag, mit den Füßen nach ihm.
Die Übeltäter hielten ihr malträtiertes Opfer am Boden fest und fesselten es an Händen und Beinen mit einem Klebeband. Ihn den Mund stopften sie ihm einen Knebel und zogen ihm eine Mütze über den Kopf. In dieser Stellung erhielt er immer wieder Schläge auf den Kopf und Tritte gegen den Körper. Die Schläge waren immer mit den Forderungen begleitet, das Geld herauszugeben.
Dabei verwendeten sie auch einen Vornamen, der dem eines der richtigen Bewohner des Zimmer ähnelte. Der gesamte Tatablauf dürfte sich etwa über eine Stunde erstreckt haben, bis die Unbekannten dann das Zimmer verlassen haben. Erst nachdem es einige Zeit still geblieben war, versuchte das Opfer sich zu befreien, was es nach einiger Zeit auch schaffte. Der Kubaner lief dann aus dem Zimmer, konnte die Täter aber nirgends mehr sehen.
Erst jetzt stellte der Überfallene fest, dass aus seinen Sachen seine Geldbörse mit etwa 7 Euro fehlte. Auch sein Handy, Marke Motorola, auf dem noch ein Guthaben von etwa 15 Euro war, haben sie mitgenommen. Aus dem Zimmer fehlte auch ein DVD-Player. Es war jedoch nicht sein Eigentum, sondern dieser gehörte den beiden russischen Bewohnern.
Durch die Schläge erlitt der 21-jährige Kubaner eine aufgeplatzte Unterlippe, Prellungen, Kratzer und Abschürfungen am Körper. Er begab sich anschließend in ärztliche Behandlung.
Durch einen weiteren Bewohner des Heimes wurde die Polizei verständigt, die unmittelbar darauf die Ermittlungen aufnahm. Trotz einer umfangreichen Fahndung nach den geflüchteten Räubern musste diese erfolglos abgebrochen werden. Die Täter beschreibt der Geschädigt wie folgt:
- Haupttäter: 25 Jahre, 175 cm groß und schlank, dunkelblonde, mittellange, nach vorne gekämmte Haare. Er trug eine beige Lederjacke, eine schwarze Hose und ebensolche Stiefel.
- 2. Täter: 28 Jahre alt, 180 cm groß, er hatte eine kräftige Figur, schwarze, kurze, nach vorne gekämmte Haare, trug eine schwarze Lederjacke und eine schwarze Hose.
- 3.Täter: etwa 26 Jahre alt, 175 cm groß, er war kräftig, schwarze, kurze, nach vorne gekämmte Haare, bekleidet mit einer schwarzen Lederjacke und einer braunen Hose.
Sachdienliche Hinweise erbittet die Kripo in Amberg unter der Tel. Nr. 09621/890-120 oder die Polizeistation Nittenau, Tel. Nr. 09431/902111. Möglicherweise sind die drei Räuber mit einem Fahrzeug zu der Unterkunft gelangt. Dies könnte unter Umständen beobachtet worden sein. Hinweise können u.U. auch vertraulich behandelt werden.
17.05.05
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