Eine polnische Delegation besucht Neumarkt und informierte sich über "nachhaltige Stadtentwicklung"
NEUMARKT. Eine Delegation aus Polen informierte sich im Rahmen eines Austauschprogramms des Bayerischen Wirtschaftsministeriums über Strategien und Projekte der nachhaltigen Stadtentwicklung in Neumarkt.
Nach der Besichtigung des städtischen Klärwerks und der Photovoltaikanlage im Stadtteil Pölling besuchten die 20 Teilnehmer das Bürgerhaus und erhielten dabei einen Überblick über die Projekte zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Der Delegation gehörten vorwiegend Bürgermeister, Direktoren und Referatsleiter an, die in ihren Städten Umwelt- und Klimaschutzkonzepte umsetzen und deshalb den Erfahrungsaustausch mit deutschen Städten suchen.
Für Oberbürgermeister Thomas Thumann sind die regelmäßigen Besuche von Delegationen aus aller Welt eine Bestätigung dafür, dass sich Neumarkt als Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Entwicklung in Fachkreisen einen guten Namen erarbeitet habe. Er sehe dies "als Motivation für unser weiteres Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung".
Am Klärwerk wurde der Delegation neben der Funktionsweise der modernen Anlage auch das neuartige biologische Verfahren der sogenannten Deammonifikation vorgestellt, mit dem besonderes effizient Stickstoff aus dem Abwasser entfernt werden kann. Werner Schütt, der Leiter des Umweltamtes der Stadt, und Willibald Gottschalk, der Leiter der Kläranlage, erläuterten dabei den Gästen viele Details und stellten auch die weiteren Besonderheiten der Neumarkter Kläranlage heraus.
So ist man dem Ziel der Stadt, eine "energieautarke Kläranlage" zu erreichen, die ohne Fremdenergie auskommt - und das ohne Kompromisse bei der Reinigung des Abwassers -, bereits ziemlich nahe gekommen. Bereits über 90 Prozent des elektrischen Energiebedarfs werden durch besonders effiziente Gasmotoren aus Klärgas gedeckt.
Abgerundet wurde die Exkursion mit der Besichtigung der städtischen 1,2 Megawatt starken PV-Anlage in Pölling Bühl an der Bahnlinie, die als "Leuchtturmprojekt" hinsichtlich landschaftsverträglicher regenerativer Energieerzeugung gelten soll und gleichzeitig die Bevölkerung im Baugebiet vor Lärm schütze.
Ralf Mützel, der Leiter des Amtes für Nachhaltigkeitsförderung zeigte in einer Übersicht die Projektarbeit in den Handlungsfeldern kommunaler Klimaschutz, Fairtrade Stadt, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie bürgerschaftliches Engagement auf. Zahlreiche Fragen der Delegationsteilnehmer bezogen sich dabei auf Elektromobilität, Fahrradverkehr und nachhaltige Energieversorgung.
In den letzten Jahren waren in Neumarkt schon Delegationen aus verschiedenen Regionen und Ländern zu den thematischen Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu Gast: zum Beispiel aus den baltische Staaten, Südosteuropa, Brasilien, China, Indonesien, Kenia, Myanmar, Sri Lanka und Südafrika.