In Dasswang wurde von den Mitgliedern der Ortsgruppe Seubersdorf ein neuer Krötenzaun aufgestellt
Foto: Klara Grönninger
Der Tod lauert auf der Straße
Foto: Herbert Stadelmann
NEUMARKT. Die milderen Temperaturen und Regenfälle locken Kröten, Frösche und Molche aus den Winterquartieren.
Rund 6000 freiwillige Helfer des Bundes Naturschutz begannen daher mit dem Aufbau von Amphibienzäunen an Straßen. Das rettet jährlich 500.000 bis 700.000 Amphibien das Leben, hieß es. Die Naturschützer baten Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit.
Wenn Amphibien aus der Winterstarre erwacht sind, machen sie sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung und in den Nachtstunden überqueren Amphibien dabei scharenweise die Straßen. Doch der Weg zur Fortpflanzung endet oft mit dem Tod auf der Straße. Deshalb sind in diesen Wochen wieder die ehrenamtlich Aktiven des Bundes Naturschutz an Straßenrändern unterwegs, bauen Amphibienzäune auf und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.
Auch im Landkreis Neumarkt sind wieder viele Freiwillige unterwegs, um die Kröten vor dem Autotod zu retten. Dabei werden über 2500 Meter Zaun betreut, die morgens und abends abgegangen werden müssen, um die gefundenen Tiere über die Straße zum Laichgewässer zu bringen. Dabei werden jedes Mal hunderte von Fangeimern kontrolliert. Neu hinzu gekommen ist heuer ein Zaun in Daßwang, der von Klara Grönninger und ihren Helfern betreut wird. Bis jetzt wurden schon über 500 Tiere gezählt.
Dennoch sind weiterhin viele Tiere sehr gefährdet, weil ihre Übergänge nicht bekannt sind. Die Naturschützer baten deshalb die Bevölkerung um Mitteilung, wenn auf Straßen mehrere tote Tiere entdeckt werden. „Wir begrüßen aber auch jeden, der hier mithelfen will und sich in die Rettung der Frösche und Kröten mit einbringt“, so Alfons Greiner vom BN. Man kann sich per Email an neumarkt@bund-naturschutz.de oder in dringenden Fällen per Telefon 09181/698559 melden.
Neben dem Autoverkehr bereiten den Amphibienschützern neue Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen des Gifteinsatzes in der konventionellen Landwirtschaft große Sorge. Wie eine Studie der Universität Koblenz-Landau zeige, könne schon der Einsatz der den Landwirten empfohlenen, üblichen Menge an Fungiziden, Herbiziden und Insektiziden bei Grasfröschen zu einer Sterblichkeitsrate von bis zu 100 Prozent führen. Damit befinden sich Amphibien nach Auffassung des Bundes Naturschutz in einem "regelrechten Zangenangriff aus Pkw und Pestiziden". Nicht zuletzt deswegen setze sich der Bund Naturschutz für die ökologische Landwirtschaft ein, die ohne Pestizide arbeite.