Tipps von Spezialisten

 
Dr. med. Josef Wopperer und Dr. med. Annette Heider leiten das KfH-Nierenzentrum Neumarkt: „Die Nieren leiden lange unbemerkt. Für die Nierengesundheit ist es deshalb wichtig, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen!“

NEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt ist die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Nierenerkrankungen bei Frauen - vor allem Mädchen und jungen Frauen - gestiegen und bei Männern zurückgegangen. Zum "Weltnierentag" am Donnerstag wiesen zwei Neumarkter Nierenspezialisten auf die Möglichkeiten der Früherkennung und Prävention hin.

Ziel des Weltnierentages am 10. März ist es, Nierenerkrankungen und deren Ursachen stärker in den Fokus der Bevölkerung zu rücken und die Möglichkeiten der Vorbeugung von chronischen Nierenerkrankungen bekannter zu machen, erklärten die Neumarkter Nierenspezialisten Dr. med. Josef Wopperer und Dr. med. Annette Heider.


„Etwa jeder zehnte Bundesbürger weist eine Einschränkung der Nierenfunktion auf, die unbehandelt zu einer chronischen Nierenerkrankung führen kann. Aber soweit muss es meist gar nicht kommen: Schon bestimmte Lebensstiländerungen können helfen, die Nierengesundheit zu erhalten“, weiß der leitende Arzt des KfH-Nierenzentrums Neumarkt, Dr. med. Josef Wopperer. Mit körperlicher Fitness und einer gesunden Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen könne man Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Übergewicht vorbeugen – und damit auch Nierenschäden. Auch Rauchen sei schädlich für die Nieren, weil es die Gefäße schädigt. „Darüber hinaus sollten freiverkäufliche Schmerzmittel nicht ohne ärztliche Rücksprache über längere Zeit eingenommen werden, denn die Nieren reagieren empfindlich auf einen ‚Dauerbeschuss‘ mit vielen Schmerzmedikamenten“, informiert seine Kollegin Dr. med. Annette Heider.

Im Landkreis Neumarkt mußten nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2014 - die aktuellsten vorliegenden Zahlen - 349 Männer und 294 Frauen wegen einer Nierenerkrankung in eine Klinik. Im Jahr zuvor waren es 373 Männer und 256 Frauen. Obwohl vor allem ältere Menschen betroffen sind - im Landkreis Neumarkt 177 Männer und 155 Frauen über 60 Jahren - ist die Zunahme bei den Frauen vor allem bei den jüngeren Frauen und Mädchen besonders ausgeprägt. Die Zahl der weiblichen Krankenhauspatienten im Alter zwischen 0 und 20 Jahren stieg von 18 auf 31, die Zahl der männlichen Patienten im gleichen Alter nur von 9 auf 10.

„Frühzeitig erkannt, kann das Fortschreiten einer Nierenerkrankung aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden“, so Wopperer. Deshalb sei es so wichtig, auf seine Nieren zu achten und Gefahren für die Nieren rechtzeitig zu erkennen. „Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht sowie Menschen über 60 Jahre sollten ihre Nierenfunktion einmal im Jahr überprüfen lassen. Durch einen regelmäßigen Blut- und Urintest, der beim Hausarzt durchgeführt wird, kann eine abnehmende Nierenfunktion frühzeitig entdeckt werden“, erklärt Heider.

Die Nieren sind Hochleistungsorgane: Die gesamte Blutmenge eines Menschen, das sind fünf bis sechs Liter, fließt etwa 300 Mal täglich durch die Nieren, wird dort gefiltert und von Giftstoffen befreit. Aber die Kleinstgefäße in den Nieren, die die Filterfunktion übernehmen, sind anfällig für Schädigungen. Allerdings verursachen diese Schädigungen am Anfang in der Regel keine Schmerzen, so dass sie vorerst oft unbemerkt bleiben – und daher auch nicht rechtzeitig behandelt werden können.

Weitere Informationen gibt es auch in den KfH-Patientenbroschüren, die neumarktonline-Leser sofort herunterladen können: Im KfH-Nierenzentrum Neumarkt werden chronisch nierenkranke Patienten mit der Dialyse behandelt. Zum Aufgabenspektrum gehört darüber hinaus das frühzeitige Erkennen von Risikofaktoren, die Diagnostik und Therapie chronischer Nierenerkrankungen sowie die Versorgung der Patienten vor und nach einer Nierentransplantation im Rahmen der nephrologischen Sprechstunde.
10.03.16
Neumarkt: Tipps von Spezialisten
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