40stündiges Gebet beginnt

Von Dekan Richard Distler

Für manche ist es nahezu unvorstellbar: Während der Faschingstage lädt die Hofpfarrei ein zur Drei-Tages-Feier des 40-stündigen Gebets vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Eingeleitet wird das Gebet durch ein Hochamt am Sonntag um 9 Uhr und weitergeführt durch Bruderschaftsmessen am Montag und Dienstag um 9 Uhr. Die feierliche Schlußandacht mit Predigt durch Pfarrer Martin Fuchs, Berg, mit Prozession und Te Deum ist am Faschingsdienstag um 15 Uhr.

Dieses Gebet in der Hofkirche hat schon eine lange Tradition seit 283 Jahren und dies ohne Unterbrechung. Es war im Jahr 1733, als der Neumarkter Stadt-Physikus Dominikus Fasing, der als Präfekt der Corpus Christi Bruderschaft dieses Gebet stiftete. Seine Stiftung war großzügig. Er stattet die Hofkirche aus mit einer äußerst wertvollen Monstranz, mit einem Kreuzpartikel, einem barocken Kelch und den Traghimmel mit den Figuren der vier Evangelisten, der heute noch bei der Fronleichnamsprozession verwendet wird.

Doch mehr als die materielle Ausstattung war für Dr. Fasing die Anregung, die Gläubigen der Stadt und der Umgebung zu einer vertieften Verehrung des Altarsakraments, also der heiligen Eucharistie hinzuführen. Äußerst behilflich waren ihm damals die Neumarkter Kapuzinermönche, die die Seelsorge an der Hofkirche innehatten und die die geistlichen Betreuer der Corpus Christi Bruderschaft waren.

Bereits am 12. März 1628 wurde diese geistliche Gemeinschaft für die ganze Stadt von den Kapuzinern ins Leben gerufen. Es war die Zeit der Gegenreformation, als nach dem Gebaren der kalvinistischen Protestanten das religiöse Leben in Neumarkt wieder neu aufgebaut werden musste. Es wurden die beiden Altstadtkirchen wieder würdig mit Altären ausgestattet. Die Mönche förderten die Predigt, das Gebetsleben, die Beichtpraxis, die Familien- und Krankenseelsorge, die Katechese und die Verehrung des Allerheiligsten mit der Wiedereinführung der Fronleichnamsprozession.


Auch das Passionsspiel, das heute sich noch großer Beliebtheit erfreut, wurde durch die Kapuziner den Neumarktern geschenkt. Noch heute hat die Corpus Christi Bruderschaft etwa 330 Mitglieder. Sie wird vom sogenannten Consilium geführt, dem der Präses und der Präfekt vorstehen. Der Jahresbeitrag von nur 2 Euro ist geringfügig, denn der Bruderschaft geht es vor allem um den geistlichen Wert der Verehrung und Anbetung des Leibes Christi im Altarsakrament.

Für jeden Verstorbenen wird eine Seelenmesse gefeiert. Alle Mitglieder und alle Gläubigen sind besonders zu den Betstunden beim 40-stündigen Gebet, zur Anbetung am Allerseelensonntag und zur Aussetzung jeden ersten Donnerstag im Monat vor der Abendmesse eingeladen.
05.02.16
Neumarkt: 40stündiges Gebet beginnt
Telefon Redaktion


Telefon Redaktion


neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
ISSN 1614-2853
23. Jahrgang
Zur Titelseite neumarktonline
ISSN 1614-2853
23. Jahrgang
neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
ISSN 1614-2853
18. Jahrgang