Bauern helfen mit


Durch Beratung und freiwillige Vereinbarungen werden gefährdete Ackerwildkräuter, wie der blaublühende Frauenspiegel, gefördert.
Fotos: lpv
NEUMARKT. Die Artenvielfalt der Heimat ist unter Druck: Landwirte im Landkreis Neumarkt helfen mit, die Biodiversität zu fördern.

70 Prozent aller vom Landschaftspflegeverband angesprochenen Bauern wollen sich jetzt schon oder künftig an Agrar-Umwelt-Maßnahmen beteiligen.

Nur durch gezielte Maßnahmen und langfristige Zusammenarbeit auf den verschiedensten Ebenen könne die Vielfalt an Arten und Lebensräumen gewährleistet werden, hieß es am Montag.


Im Juradistl-Projekt sei die Beratung von Landwirten ein ganz wesentliches Instrument zur Förderung der Biodiversität. Im Auftrag des Landschaftspflegeverbands Neumarkt war Agraringenieur Thomas Schwarz vom Büro Landimpuls im vergangenen Herbst und Winter mit 34 Landwirten im Gespräch, um diese im Juradistl-Projektgebiet des Landkreises Neumarkt zum Thema Agrar-Umwelt-Maßnahmen zu beraten. Dabei geht es um die Förderung flächenbezogener Einzelmaßnahmen mit dem Schwerpunkt der extensiven Grünlandnutzung.

Je intensiver eine Fläche gemäht oder beweidet wird, desto geringer ist in der Regel die Artenvielfalt. Geringer wird die Artenvielfalt jedoch auch, wenn eine Fläche gar nicht genutzt wird. Daher sind die Landwirte wichtige Partner für den Erhalt der Artenvielfalt in den Wiesen und Weiden. Umso erfreulicher sei die hohe Akzeptanz des Beratungsangebots bei den Landwirten. „Auch die Ergebnisse unserer Beratungen können sich sehen lassen“, zogen Werner Thumann und Agnes Hofmann vom Landschaftspflegeverband Neumarkt Bilanz.

Insgesamt wurden für die aktuelle Förderperiode von 2015 bis 2019 auf 245 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche Extensivierungsmaßnahmen im Juradistl-Projektgebiet des Landkreises vorbereitet. Auf rund 100 Hektar konnten Maßnahmen zur extensiven Wiesennutzung zur Förderung der Biodiversität vorbereitet werden. Weitere 100 Hektar Fläche konnten zur Stabilisierung des Weideflächenverbundes mit Schafen, Ziegen oder Rindern abgesichert werden, hinzu kommen Flächen zur Förderung gefährdeter Ackerwildkräuter oder die Umwandlungen von Acker in Grünland.

Sowohl die Flächenbilanz zu den AUM-Neuabschlüssen wie auch ihre monetäre Bilanz - bezogen auf den Vertragszeitraum von fünf Jahren - seien erfreulich: So fließen, als Ergebnis dieser projektbezogenen Beratung, bis 2019 voraussichtlich 563.000 Euro an Fördermitteln für eine naturschutzfachlich optimierte Bewirtschaftung an Landwirte im Juradistl-Projektgebiet des Landkreises Neumarkt.

Diese Beratungsergebnisse seien nur möglich durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt und mit dem Landwirtschaftsamt Neumarkt, hieß es.

Man freue sich, dass der Naturschutz in den Landwirten so gute Partner findet, betonten Agnes Hofmann und Werner Thumann. Von den 34 beratenen Landwirten beteiligten sich 24 an Agrar-Umwelt-Maßnahmen (AUM). Sechs weitere Landwirte zeigten daran Interesse, ab 2016 AUM-Vereinbarungen abzuschließen. Das bedeutet, dass sich 70 Prozent aller beratenen Landwirte bereits ab 2015 (für die Förderperiode 2015 bis 2019) an Agrar-Umwelt-Maßnahmen beteiligen.


Die landwirtschaftliche Nutzung von Wiesen in extensiverer Form mit weitgehendem Verzicht auf Düngung ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt artenreicher Wiesen
03.08.15
Neumarkt: Bauern helfen mit
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