NEUMARKT. Auch im Landkreis Neumarkt wird Spargel angebaut. Auf sandigem Boden werden auch hier gelegentlich Spargelfelder gesichtet.
Darauf wies das Neumarkter Gesundheitsamt hin.
Die wichtigsten Spargelanbaugebiete in Bayern befinden sich allerdings in Schrobenhausen, in Abensberg sowie im Knoblauchsland bei Nürnberg. Bayernweit wird
auf einer Fläche von 2.600 Hektar Spargel angebaut, 2014 wurden 15.000 Tonnen geerntet.
"Frühlingsluft in Stangen" - damit ist das „königliche Gemüse“ Spargel gemeint. Eine andere Bezeichnung ist
„essbares Elfenbein“. Dieses Gemüse übt schon seit Jahrhunderten eine große Faszination auf Feinschmecker weltweit aus, erklärte Medizinaloberrat Dr. Werner Richter vom Neumarkter Gesundheitsamt.
Die kurze Spargelsaison in Deutschland begann bereits Mitte April und endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag. Frische gilt als entscheidendes Qualitätsmerkmal beim Spargel. Durch lange Transportwege gehen Geschmacks- und Aromastoffe verloren. Dies erklärt auch die hohe Beliebtheit des einheimischen regional angebauten Spargels und die Bereitschaft der meisten Verbraucher, für Spargel aus heimischem Anbau deutlich mehr auszugeben als für importiertem Spargel aus beispielsweise Spanien, Griechenland, Polen oder Peru.
Nicht nur der Geschmack fasziniert beim Verzehr des Spargels, das Gemüse ist zudem ausgesprochen gesund. Es besteht zu 90 Prozent aus Wasser, 4 Prozent aus Proteinen, 4 Prozent aus Kohlehydraten und nur 0,2 Prozent sind Fette. Spargel hat somit nur 150 Kalorien pro Kilo-
gramm. Zudem sind viele Mineralstoffe wie Kalium, welches blutdrucksenkend wirkt, Kalzium als wichtiger Baustein für Zähne und Knochen sowie Phosphor, welches den Transport und die Speicherung von Energie im menschlichen Körper verbessert, enthalten.
Ein verhältnismäßig hoher Stickstoffgehalt belebt die Nierentätigkeit und führt zu
der harntreibenden Wirkung des Spargels. Wegen dieser entwässernden Wirkung sollten Menschen, die unter Übergewicht leiden, viel Spargel essen. Durch die starke Urinausscheidung werden außerdem Gift- und Schlackenstoffe aus dem Körper ausgeschieden und das Blut wird gereinigt.
Der eigenartige Geruch des Urins nach dem Genuss von Spargel stammt übrigens von
verschiedenen schwefelhaltigen Inhaltsstoffen des Gemüses.
Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten im Blut sollten auf das „essbare Elfenbein“
jedoch besser verzichten, weil möglicherweise Gichtschübe ausgelöst werden können.
Auch wer zu Nierensteinen neigt, sollte Spargel besser von seiner persönlichen Speise-
karte streichen.