Bei der Bezirksversammlung in Neumarkt (v.l.):
Markus Büchler, Gabi Bayer, Stefan Schmidt, Jürgen Mistol, Margit Kunc, Michael Dusch, Andrea König und Eike Hallitzky
NEUMARKT. Die Neumarkter Grünen kennen den nächsten Landesvorsitzenden schon jetzt persönlich: Bei der Bezirkversammlung in Neumarkt stellten sich nämlich die beiden Bewerber für Mitte Oktober anstehende Wahl an der Landesspitze der Partei vor.
„Wir haben zwei sehr gute Kandidaten und es ist wirklich nicht einfach, eine Entscheidung zu treffen.“ Darin war sich die Bezirksversammlung der Oberpfälzer Grünen einig. Die beiden Bewerber Markus Büchler und Eike Hallitzky waren extra nach Neumarkt gekommen, um sich vorzustellen.
Die beiden Bewerber stehen Mitte Oktober bei der Landesversammlung der Bayerischen Grünen zur Wahl, wenn der bisherige Landesvorsitzende Dieter Janecek sein Amt aufgibt. Er war im vergangenen Herbst in den Bundestag eingezogen und will sich nun ganz dieser Aufgabe widmen. Die Landesvorsitzende Sigi Hagl muss sich erst 2015 wieder zur Wahl stellen.
Die Oberpfälzer Grünen hatten die Gelegenheit genutzt, beide Bewerber nach Neumarkt einzuladen. „Beide sind uns zwar in unterschiedlichen Funktionen bekannt, aber für das Amt des Landesvorsitzenden wollen wir ihnen schon noch auf den Zahn fühlen.“, erklärten die beiden Bezirksvorsitzenden Margit Kunc aus Regensburg und Stefan Schmidt aus Neumarkt. Und so stellten sich die beiden Kandidaten vor und standen für zahlreiche Fragen der rund 30 Delegierten aus der Oberpfälzer Rede und Antwort.
Markus Büchler ist Webdesigner und arbeitet nebenberuflich für den Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Toni Hofreiter. Der aus dem Landkreis München stammende Büchler hat sich parteiintern als Energieexperte einen Namen gemacht. So hatte er beispielsweise die Atomkraftruinen in Tschernobyl und Fukushima besucht. Der beschleunigte Ausstieg aus der Atomtechnologie und die Energiewende sind ihm deshalb ein besonderes Anliegen. Seine Aufgabe als Landesvorsitzender sieht er als „Architekt von Strukturen, ausgleichender Moderator und vorausschauender Kommunikator“, so Büchler.
Eike Hallitzky ist den Oberpfälzern insbesondere als Landtagsabgeordneter bekannt. Zehn Jahre war er im Maximilaneum, bevor der Passauer den Wiedereinzug 2013 verpasste. Als Haushalts- und Finanzexperte hatte er dabei zuletzt insbesondere die Aufklärung der Landesbank-Affäre vorangetrieben und erlangte so auch Reputation über die bayerischen Grenzen hinaus. Als Landesvorsitzender hat der Niederbayer insbesondere zwei Anliegen: Er möchte die Kompetenzen der eigenen Parteien stärker nutzen. Insbesondere in Wahlkämpfen müssten die Grünen stärker mit den Themen punkten, bei denen ihnen die Bevölkerung viel zutraut. Weiter liegt ihm ein geschlosseneres Auftreten nach Außen sehr am Herzen. Beispielhaft nannte er das Thema Asyl. Vor einer Entscheidung wie der von Ministerpräsident Kretschmann im Bundesrat solle die Partei weiterhin um den besten Weg ringen und auch streiten. „Aber danach müssen wir gemeinsam den Weg gehen“, so Hallitzky.
Die Bezirksversammlung überreichte den beiden Kandidaten eine kleine Erinnerung an Neumarkt und die Oberpfalz, bevor sich die Versammlung mit weiteren Themen auseinandersetzte. Stefan Schmidt stellte die Leitanträge zur Landesversammlung vor und berichtete auch aus der Reformkommission. Ferner gab ihm die Versammlung einstimmig ein Votum für seine Bewerbung zum erweiterten Landesvorstand, dem bayerischen Parteirat der Grünen.
Jürgen Mistol und Gabi Bayer berichteten aus Landtag und Bezirkstag und die Kassiererin im Bezirksverband, Andrea König, trug den Kassenbericht vor. Die beiden Kassenprüfer Hans-Jürgen Bumes aus Amberg und Richard Sturm aus dem Landkreis Regensburg berichteten von ordnungsgemäßer Kassenführung und wurden nach der Vorstandsentlastung einstimmig wiedergewählt.