Die Zahl der ABC-Schützen im Landkreis Neumarkt ist heuer nur leicht rückläufig
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NEUMARKT. In Stadt und Landkreis sind die Schülerzahlen nahezu stabil: In der Grundschule und der Mittelschule gab es nur einen leichten Rückgang im niedrigen zweistelligen Bereich.
Und auch die Zahl der Schulanfänger ist mit 1080 nur leicht rückläufig.
Die Zahl der Schüler, die den Mittlere-Reife-Zug der Mittelschulen besuchen, ist dagegen mit 721 deutlich höher als im Vorjahr – "eine erfreuliche Entwicklung", so Schulamtsdirektor Dieter Lang bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen.
Insgesamt werden im mnächsten Schuljahr 7066 Schüler die staatlichen und privaten Grund- und die Mittelschulen des Landkreises besuchen.
Die Klassensituation
Die Zahl der Klassen ist mit 340 äußerst stabil, sagte Lang.
Das bedeute minimal sinkende Schülerzahlen in den Klassen auf durchschnittlich 20,78 gegenüber 20,87 im Vorjahr. "Diese Durchschnittszahl liest sich zwar recht angenehm und wäre eine aus pädagogischer Sicht höchst willkommene Klassenstärke im Unterrichtsalltag. Hinter ihr verbergen sich freilich neben Klassenstärken ab 13 Schülern auch solche mit 30 – wenn auch nur noch eine Handvoll", erklärte der Schulamts-Chef. Gerade in den Mittelschulen mit mehreren Standorten kommt es zu Klassen mit weniger als 13, aber auch zu Klassen mit 30.
Lang: "Beide Extreme sind nicht gewollt und werden auch erfreulich weniger, haben aber ihre Ursache im Schüleraufkommen des jeweiligen Schulsprengels".
280 Klassen bewegen sich aber bei Schülerzahlen von 16 bis 25. "Damit sind wir sehr zufrieden", so Lang.
Die Schulen
Die vor Jahren im Rahmen eines Schulversuchs eingerichtete kombinierte Jahrgangsstufe 1/2 an der Theo-Betz-Schule erfreut sich nach wie vor sehr großer Beliebtheit. Es sind stets mehr Anmeldungen als Plätze vorhanden.
Weitere kombinierte Jahrgangsstufen bestehen an den Grundschulen in Pilsach (1/2 und 3/4), Berngau (3/4) und Sengenthal (2/3). Ebenfalls in kombinierten Klassen werden Schüler der Jura-Montessori-Schule unterrichtet. Bestens bewährt habe sich der Schulversuch „FleGS“ – flexible Grundschule an der GS Woffenbach: Dort werden alle Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet. Neue FleGS-Schule ist Lauterhofen mit insgesamt zwei kombinierten Klassen.
Auch bei der Inklusion, beim gemeinsamen Unterricht und Schulalltag von jungen Menschen mit und ohne besonderen Förderbedarf, kommt der Freistaat im Schuljahr 2014/2015 weiter voran. So kann zum Beispiel die Anzahl der Schulen mit dem Schulprofil Inklusion von bisher 127 weiter gesteigert werden. Im Schulamtsbereich Neumarkt besitzen die Grundschule Deining und die Mittelschule Deining das Schulprofil Inklusion.
Diese Schulen sind Regelschulen, die sich besonders der Inklusion von Menschen mit Behinderung verpflichten und zu Motoren für ein neues Miteinander von jungen Menschen mit und ohne Behinderung werden sollen.
Mit dem Schuljahr 2013/2014 wurde eine „Unabhängige Beratungsstelle Inklusion“ des Staatlichen Schulamts Neumarkt an der Schule in Deining eingerichtet. Hier erhalten Eltern- und Erziehungsberechtigte Informationen und Hilfe, die auf der Suche nach dem besten schulischen Lern- und Förderort für ihr Kind sind.
Bereits im vierten Jahr ist an der Grundschule Holzheim eine Partnerklasse der Schule Höhenberg angesiedelt. An der Schule wird versucht, möglichst viele Stunden gemeinsam zu unterrichten, um für Kinder mit Behinderung ein möglichst „normales“ Lernumfeld zu gestalten. Im Gegenzug können die Kinder der Partnerklasse lernen, mit Behinderungen in ihrem Umfeld umzugehen.
Auch das Konzept der Kooperationsklassen hat sich seit Jahren im Schulamtsbereich Neumarkt bewährt, sagte Lang. In 16 eingerichteten Kooperationsklassen – verteilt über den gesamten Landkreis - werden in der Regel drei bis fünf Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, und/oder Verhalten zusammen mit weiteren Schülern ohne sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet. Dabei erfolgt eine Unterstützung durch die Mobilen Sonderpädagogischen Dienste.
An vielen weiteren Schulen gehören Maßnahmen zur Inklusion von einzelnen Schülern – wie seit vielen Jahren – zum festen Bestandteil des pädagogischen Konzepts der Schulen.
Ganztagsschulen werden auch im Schulamtsbereich Neumarkt konsequent weiter ausgebaut.
Für das neue Schuljahr ist es wieder gelungen, die Ausstattung der gebundenen Ganztagsklassen an den Grundschulen und Mittelschulen weiter deutlich zu verbessern, sagte Lang. Alle gebundenen Ganztagsklassen erhalten jeweils zwölf Lehrerwochenstunden und 6000 Euro im Jahr. Für jede gebundene Ganztagsklasse in der 1. Jahrgangsstufe wurde das Budget noch um zusätzlich 4500 Euro und für jede gebundene Ganztagsklasse der 2. Jahrgangsstufe um zusätzlich 3000 Euro pro Jahr erhöht. Damit können zusätzliche pädagogische Kräfte eingestellt werden.
Ein offenes Ganztagesangebot halten diese Mittelschulen im Landkreis für die Schülerinnen und Schüler bereit (in Klammern die Anzahl der Gruppen):
Berching (1), Berg (2), Deining (1), Neumarkt Weinbergerstraße (2), Neumarkt Woffenbacher Straße (2), Parsberg (1), Velburg (2) und Freystadt(1).
Gebundene Ganztagesangebote (in Klammern die Jahrgangsstufe) gibt es an den Mittelschulen in:
Neumarkt Weinbergerstraße (5 – 9), Berching (5 – 9), Postbauer-Heng (5 – 9), Parsberg (5 – 9), Freystadt (5 – 8) und Velburg (8).
Neu eingerichtet wurde an der Mittelschule Postbauer-Heng eine gebundene Ganztagsklasse im M-Zug (9M). Außerdem wurde ein zweiter Ganztagszug durch das Ministerium genehmigt, beginnend mit der 5. Jahrgangsstufe.
Auch Grundschulen bieten den „gebundenen Ganztag“ (in Klammern die Jahrgangsstufe) an:
Seubersdorf (3), Neumarkt Theo-Betz (1 – 4; zweizügig), Berg (3 – 4), Postbauer-Heng (1 – 4).
An der GS Bräugasse wird im Schuljahr 2014/15 der neu eingerichtete Ganztagszug mit der 4. Jahrgangsstufe weitergeführt. Nach den umfangreichen Umbaumaßnahmen wird die Grundschule an der Bräugasse ab dem Schuljahr 2015/16 in jeder Jahrgangsstufe eine gebundene Klasse anbieten können.
An der Grundschule Mühlhausen wurde mit dem Schuljahr 2014/15 ein Ganztagszug genehmigt. Der Start erfolgt in der 3. Jahrgangsstufe.
Das bewährte Programm der Vorkurse, bisher nur für Kinder mit Migrationshintergrund, wurde auf deutschstämmige Kinder mit Sprachförderbedarf erweitert.
Neben den 17 Vorkursen für Kindergartenkinder mit Migrationshintergrund können durch Mittel aus dem Bildungsfinanzierungsgesetz im Landkreis Neumarkt an acht Schulen auch Vorkurse für deutsche Schüler eingerichtet werden.
Aufbauend auf den vorschulischen Vorkursen können in den Jahrgangsstufen 1 und 2 der Grundschule unterrichtsbegleitende Deutschförderkurse eingerichtet werden.
Auch in diesem Jahr werden an der GS Parsberg, an der Bräugassenschule und an der Theo-Betz Grundschule Sprachlernklassen eingerichtet.
Auch im Schuljahr 2014/15 werden im Schulamtsbereich Neumarkt wieder zwei Übergangsklassen für Grundschüler an der Bräugassenschule eingerichtet. Hier werden Kinder unterrichtet, die über keinerlei Deutschkenntnisse verfügen.
Für die Verwirklichung der Sprachförderung stehen insgesamt 95 Lehrerstunden zur Verfügung.
Für einen gelingenden Übergang zwischen beiden Bildungseinrichtungen sollen (neben den bereits erfolgreich durchgeführten) weitere Kooperationsmaßnahmen umgesetzt werden. Diese Maßnahme kann im Schuljahr 2014/15 an 13 Schulen angeboten werden, wofür 26 Lehrerstunden pro Woche zur Verfügung gestellt werden.
An der Mittelschule Parsberg wird die seit dem letzten Schuljahr bestehende Übergangsklasse für Schüler der Jahrgangsstufen 5 – 9 weitergeführt, die von einer ausgebildeten Lehrkraft im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ unterrichtet werden.
Berufsorientierung
Im Rahmen der intensiven Förderung der Mittelschüler spielte die Berufsorientierung wieder eine wichtige Rolle. So haben sich im vergangenen Schuljahr alle Mittelschulen der Stadt und des Landkreises engagiert an Maßnahmen zur Berufsorientierung - im beruflichen Fortbildungszentrum (bfz), in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen, in Kooperation mit der VHS sowie in Zusammenarbeit mit externen Fachkräften aus der lokalen Wirtschaft - beteiligt. Die Jugendlichen konnten dadurch hinsichtlich des Berufswahlprozesses wichtige sowie persönlich bedeutsame Erfahrungen und Informationen sammeln, hieß es.
Ergänzend dazu war eine Initiative der Staatlichen Berufsschule wieder sehr hilfreich, die zahlreichen Jugendlichen der 8. und 9. Jahrgangsstufe aller Mittelschulen des Landkreises einen Schnuppertag im Rahmen eines selbst ausgewählten Ausbildungsberufes ermöglichte.
Darüber hinaus förderten alle Schulleitungen mit ihren Kollegen und in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt die Durchführung von zahlreichen praktisch Unterrichtsprojekten, die allesamt wichtige berufsbezogene Schlüsselqualifikationen im Fokus hatten.
Die insgesamt sehr aufwändigen Maßnahmen der Berufsorientierung wurden mit einem Gesamtvolumen von 180.000 Euro von der Agentur für Arbeit, vom Kultusministerium in Zusammenarbeit mit der Regierung und vom Staatlichen Schulamt Neumarkt finanziert.
Die Lehrkräfte
Insgesamt unterrichten im neuen Schuljahr an den 43 staatlichen Schulen 580 Lehrkräfte. Die Bewegung innerhalb der Lehrkräfte war diesmal gewaltig: 78 Zu- und Wegversetzungen mussten bewältigt werden.
In dieser Zahl enthalten sind 44 mobile Reserven, die zur Sicherung des Unterrichts bei Ausfällen zur Verfügung stehen. Das sind rund 1000 Lehrerstunden wöchentlich – oder anschaulicher rund ein Zwölftel der gesamten Lehrerstunden im Landkreis.
Nach wie vor stammt eine Vielzahl der Lehrkräfte aus dem Regensburger Raum mit dem Wunsch nach Versetzung dorthin. Zum Ende des abgelaufenen Schuljahres konnte wieder eine große Zahl an Lehrkräften nach Regensburg versetzt werden. Der Ausgleich erfolgte durch eine hohe Zahl an Rückversetzungen aus Oberbayern, Versetzungen aus Mittelfranken und Oberfranken und etliche Neueinstellungen.
Der Landkreis Neumarkt hat dadurch wieder einmal innerhalb der Oberpfalz den niedrigsten Altersschnitt des Lehrpersonals, sagte Lang.