NEUMARKT. In der Versorgungsregion Neumarkt entsteht eine ambulant betreute Forensische Wohngemeinschaft für Menschen mit einer Suchterkrankung.
Das genehmigte der Sozialhilfeausschuss des Bezirkstags der Oberpfalz. Der Ausschuß billigte unter Vorsitz von Bezirkstagspräsident Franz Löffler eine Vielzahl zusätzlicher Angebote für Menschen mit Behinderung, die für den Bezirk Oberpfalz mit jährlichen Folgekosten in Höhe von über 2,8 Millionen Euro verbunden sind. Gleichzeitig hieß es in dem Gremium Abschied nehmen vom langjährigen Leiter der Bezirkssozialverwaltung, Karl-Peter Hartmann.
So erhalten die Barmherzigen Brüder Reichenbach für den Neubau eines Wohnheims mit 22 Plätzen und einer Förderstätte mit 38 Plätzen für schwerstbehinderte Menschen in Regensburg einen Zuschuss von insgesamt 947.900 Euro. Auch den Umbau und die Erweiterung der Wohneinheit Windischeschenbach des Wohnheims St. Benedikt Mitterteich unterstützt der Bezirk Oberpfalz mit 318.000 Euro.
Wie vielfältig Inklusion aussehen kann, zeigte sich bei den unterschiedlichen Tagesordnungspunkten. Eine ganz besondere Form der Inklusion ist das „Betreute Wohnen in Familie für Menschen mit seelischer Behinderung“, das nun auch in der nördlichen Oberpfalz angeboten werden soll. Bislang gibt es dieses Angebot nur im Haupteinzugsgebiets des Bezirksklinikums Regensburg. „Dies ist eine der edelsten Formen von Inklusion: Familien nehmen eine seelisch behinderten Menschen bei sich auf und lassen ihn unmittelbar teilhaben“, urteilte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Der Bezirk Oberpfalz finanziert hierfür eine halbe Sozialpädagogenstelle. Gebilligt wurden auch Heilpädagogische Tagesstätten für Kinder in Schulvorbereitenden Einrichtungen in Cham und Weiden.
In der Versorgungsregion Neumarkt entsteht eine ambulant betreute Forensische Wohngemeinschaft für Menschen mit einer Suchterkrankung (vier Plätze), in der Nordoberpfalz wird eine solche für Menschen mit psychischen Erkrankungen geschaffen (sechs Plätze), und im Raum Amberg-Sulzbach wird eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für suchtmittelabhängige Menschen errichtet (neun Plätze).
Ferner finanziert der Bezirk Oberpfalz eine weitere Sozialpädagogenstelle bei der Drogenberatungsstelle von Drugstop Regensburg e. V. und eine halbe Sozialpädagogenstelle bei der Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme in Schwandorf. Die beiden Stellen sind speziell für die psychosoziale Begleitung von Substitutionspatienten vorgesehen.
Grundsatzbeschlüsse für die finanzielle Unterstützung fassten die Bezirksräte für ein neues Wohnheim für Menschen mit Autismus in Bernhardswald durch die Barmherzigen Brüder Reichenbach, für einen Ersatzbau der Außenstelle Hummelberg des Internats für körperbehinderte Kinder und Jugendliche des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums Regensburg sowie für ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Regensburg durch die Regensburger Wohnstätten. Für diese Baumaßnahmen stellten die Bezirksräte die finanzielle Beteiligung des Bezirks in Aussicht.