Geld fließt spärlicher

NEUMARKT. Von wegen "elf Freunde" und ehrenamtliche Jugendarbeit: schon im Jugendfußball geht es auch in Neumarkt um erhebliche Geldbeträge.

Für viele Vereine wie dem BSC Woffenbach stelle sich immer häufiger die Frage, ob die derzeit betriebene Fußball-Nachwuchsarbeit finanziell überhaupt noch tragbar ist, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung.

Immer weniger Sponsoren ließen sich gewinnen und Geldzuwendungen würden rar. Weil beim BSC lizenzierte Trainer verpflichtet werden bleibe dem Verein wegen steigender Trainerkosten nichts anderes übrig, als kontinuierlich zusätzlichen finanziellen Aufwand in Kauf zu nehmen.

"Finanziell niederschmetternd" für den BSC sei die Tatsache, dass von größeren Vereinen keine Ausbildungsentschädigungen für jahrelang ausgebildete Jugendspieler bezahlt werden müssen, wenn diese wechselnden Spieler zu "Vertragsamateuren" gemacht werden. Mit der Ausbildungsentschädigung wurde bis zu einem Urteil im Jahr 2005 verhindert, dass gut ausgebildete Talente von höherklassig spielenden Vereinen zum Nulltarif abgeworben werden können.

"Glücklicherweise" gäbe es im Landkreis nur zwei größere Vereine, die regelmäßig Vertragsspieler verpflichteten. Als Vertragsspieler, auch Vertragsamateure genannt, bezeichnet man jene, welche mit dem Verein einen schriftlichen Arbeitsvertrag abschließen und mindestens 250 Euro im Monat erhalten. Erhält ein Spieler den Status eines Vertragsspielers, muss der neue Verein dem abgebenden Verein seit dem Urteil im Jahr 2005 keine "Ausbildungsentschädigung" mehr bezahlen.

In der aktuellen Wechselperiode haben sich nach Angaben des BSC zum Beispiel Jonas Grunner und Matthias König entschieden, vom BSC Woffenbach zum höherklassigen ASV Neumarkt zu wechseln. Für diese beiden "Transfers" wäre dem BSC Woffenbach eine "Ausbildungsentschädigung" in Höhe von insgesamt 3750 Euro zugestanden.

Da beide zu Vertragsspielern gemacht wurden, ging der BSC leer aus. Das gleiche geschah bereits in der letzten Saison. Hier wechselten ebenfalls zwei Woffenbacher Talente als Vertragsspieler zum ASV Neumarkt, wodurch dem BSC damals schon 7500 Euro entgingen.

Letztendlich hätte der BSC für seine "Mühen in der Jugendarbeit" allein an diesen vier Spielern mit 11.250 Euro entlohnt werden können. Dieser Betrag entspreche etwa den Ausgaben für die qualifizierten Jugendtrainer beim BSC, heißt es weiter.

Mit dem "Problem" stehe der BSC Woffenbach übrigens nicht alleine dar. Dieses Problem hätten alle Vereine, die "viel Geld und Mühe in eine notwendige und wichtige Jugendarbeit stecken, dann finanziell oftmals jedoch leer ausgehen".
24.06.14
Neumarkt: Geld fließt spärlicher
Telefon Redaktion


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