"Keine Narrenfreiheit"

Kurz nach dem Abpfiff setzte sich der Autokorso am Montagabend in Bewegung
NEUMARKT. Gleich beim ersten Auto-Korso zeigte die Neumarkter Polizei den Fußballfans, daß sie auch nach Siegen "keine Narrenfreiheit" haben.
Etwa 250 Personen und rund 150 Autos machten den Oberen Markt mehr oder weniger unsicher - und drei Fans kassierten Anzeigen.
"Wir haben gleich beim allersten Autokorso der Weltmeisterschaft gezeigt, daß auch feiernde Fußballfans bestimmte Grenzen einhalten müssen, sagte der Neumarkter Polizeichef Helmut Lukas am Montagabend auf Anfrage von
neumarktonline. Spätestens, wenn Menschen gefährdet werden - die Fußballfans selbst oder unbeteiligte Zuschauer - würden seine Beamten auch in Zukunft einschreiten.
Den Fans will man die Freude über den Sieg der deutschen Mannschaft nicht vermiesen - und bei lautstarken Gesängen, geschwungenen Fahnen und dem einen oder anderen eigentlich nicht notwendigen Hupton eines Autos drückt man schon einmal ein Auge zu. Doch Kavalierstarts mit durchdrehenden Reifen inmitten von Zuschauern, auf dem Auto-Dach oder im Seitenfenster sitzende Mitfahrer, oder Fans, die sogar meinen, auf die Motorhaube von fahrenden Autos springen zu müssen, wurden von der Polizei am Montagabend schnell aus dem "Verkehr" gezogen.
Drei Anzeigen werden erstattet, sagte Polizeioberrat Helmut Lukas. Man wollte gleich beim ersten Autokorso des Jahres den Fußballfans zeigen, daß Feiern erlaubt ist, daß sie aber auch nach den höchsten Siegen ihrer Elf keine Narrenfreiheit genießen.
Alkohol habe beim lautstarken Autokorso zwar sicherlich eine Rolle gespielt, allerdings wohl eher bei den Mitfahrern und Zuschauern. Von den Autofahrern hatte es wohl angesichts der geballten Staatsmacht in Uniform keiner gewagt, sich angetrunken hinters Steuer zu klemmen.
So feierten Fans in der Oberpfalz:
Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz lag der Schwerpunkt der Jubelfeiern
nach dem WM-Spiel im Stadtgebiet Regensburg, hieß es am Abend von der Polizei.
Nach Angaben des Veranstalters besuchten etwa 2300 Fans ein
Public-Viewing im Städtischen Jahnstadion. Es kam zu keinen
Störungen.
Am Autokorso auf dem Rundkurs um den RegensburgerDom beteiligten sich
etwa 200 Autos, die Stoßstange an Stoßstange auf der nur etwa einen Kilometer
langen Strecke fuhren.
Am Domplatz selbst hielten sich etwa 1500 bis 2000 Fans auf. Gegen
21.45 Uhr hatte sich der Großteil von ihnen entfernt und die Kehr-
maschinen nahmen ihren Reinigungseinsatz auf.
Ein Unbekannter warf eine Flasche in Richtung einer Personen-
Gruppe, es wurde jedoch niemand verletzt. Ansonsten kam es
zu keinen Störungen. Um 22.15 Uhr wurde der Verkehr um den
Dom wieder frei gegeben.
In den Bereichen Neunburg, Burglengenfeld und Weiden kam es
zu kurzzeitigen Korsos mit 20 bis 40 Teilnehmern. Auch hier wurden
keine Vorkommnisse gemeldet.

Am Oberen Markt wurde gefeiert - der Untere Markt war wie üblich "tot"
16.06.14
Neumarkt: "Keine Narrenfreiheit"