Gedanken zum Pfingstfest

Von Dekan Monsignore Richard Distler

Irgendwie war er gerade auf dem Katholikentag zu spüren, der neue Geist und gewiss auch der heilige Geist.

Da konnte man nur staunen über die Vielfalt des Katholischen, über die unzähligen Gruppen, Initiativen, Vereinigungen, Projekte und Verbände. Auch die Gesprächspodien waren zahlreich, oft besetzt mit konkurrierenden Meinungen. Und dennoch: Trotz Vielfalt gab es Einheit, trotz Unterschiede gab es den guten Willen, miteinander im Gespräch, im Dialog zu bleiben. Auf Spaltung war eigentlich niemand bedacht. Fast schon ein Pfingstwunder bei all dem Konträren, dem man heute innerhalb und außerhalb der Kirche begegnet.

Es ging auch um die Ökumene mit unseren evangelischen Mitchristen und dennoch hat man gespürt: Auch innerhalb des Katholischen braucht es die Einheit und die Suche nach einem gemeinsamen Nenner. Genau dieses ehrliche und aufrichtige Suchen und Ringen war wohl das größte Geschenk des Regensburger Katholikentags.

Auffallend waren nicht nur die vielen jungen Menschen, sondern auch die übervollen Kirchen, Gottesdienste, Nächte der Lichter, Gebets- und Bibelgruppen. Gibt es da wieder neu eine Sehnsucht nach dem Spirituellen, dem Religiösen und Geistlichen? Der Zuspruch und die Angebote machten viele neugierig, darunter auch nicht wenige neue und moderne Formen des Gebets und der Frömmigkeit.

Ist dieses stille und verborgene Wehen des heiligen Geistes schon ein neuer Frühling in der Kirche oder gar schon ein neues Pfingsten, ähnlich wie damals beim ersten Pfingstfest in Jerusalem? Ich wage es nicht zu behaupten, doch eher zu erhoffen. Bei der Zugfahrt am Freitagfrüh von Neumarkt nach Regensburg, wo alles total überfüllt war und man ungezwungen mit dem Nächsten ins Gespräch kam, sagte mir eine Jugendliche aus Norddeutschland: "Allein schon die vielen erwartungsvollen Gesichter der Katholikentagsbesucher stärken meinen Glauben und machen aus Fremden Freunde".

Irgendwie war da für mich etwas von dem zu spüren, was eigentlich der heilige Geist ist. Wie schon das Sprachenwunder vom ersten Pfingstfest in Jerusalem andeutet, öffnet der Geist Gottes die Zungen und die Herzen der Menschen. Der Heilige Geist ist der große Brückenbauer. Ja er schafft es gar, unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen von Glaube, Kirche und Welt zusammenzuführen, so dass man sich gegenseitig auch dann noch aushalten kann, wenn mir der andere widerspricht.

Aber was ist dieses eigenartige Ferment, diese Gabe von oben, die der Geist denen verleiht, die sich ihm öffnen? Dieses Ferment beschreibt der Apostel Paulus im Römerbrief (5,5,) "als die Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unseren Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist". Bestand nicht gerade darin das sogenannte "Pfingstwunder"? Es gab den Aposteln und allen, die mit ihnen den Geist empfingen den Mut und die unbändige Kraft, das Evangelium hinauszutragen zu allen Völkern.

Seitdem halten der Geist und die Liebe Gottes die ganze Kirche zusammen. Es ist ein Geist, der die Kirche und die ganze Menschheit zu immer größerer Einheit treibt. Es ist ein Geist, der alle Degradierung, Spaltung und Unterdrückung von Menschen verbietet und der sie trotz Spannung und Unterschiedlichkeit immer wieder zusammenführt.

Allen voran aber macht er die Kirche, wie es das Konzil lehrt und wie es auf dem Katholikentag schon ein wenig zu spüren war, "zum Sauerteig für die Menschheit, die Gott in Christus erneuern und zu seiner Familie umgestalten will".
Von Pfarrerin Cornelia Dinkel, Postbauer-Heng

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Feiertage stehen vor der Tür, Pfingsten das große, unbekannte Fest. Bei Umfragen ist es schon erstaunlich, was noch bei den anderen großen Festen Weihnachten und Ostern noch gewusst und traditionell gepflegt wird. Doch bei Pfingsten ist der Inhalt dieses Festes meist nicht mehr bewusst. Dazu kommt, dass es ein so "unhandliches" Fest ist, das dafür aber noch nicht kommerzialisiert ist.

Es ist das Fest des Heiligen Geistes. In der Apostelgeschichte wird erzählt, wie er sich auf die Jünger ausgegossen hat, und dabei anzusehen war, wie Feuerzungen, die sich auf die Jünger niederließen.

Dazu kam ein Wind, ein regelrechtes Brausen, das die Jünger die Traurigkeit und die Enttäuschung geradezu wegblies und sie beflügelte hinauszugehen und zu predigen.

In der Kunst, wird der Heilige Geist, oft auch als Taube dargestellt. Deshalb ist die Taube auch oft in der Nähe der Kanzel dargestellt. Als Erinnerung oder auch als Verheißung, dass der Prediger und die Predigerin nicht aus eigenem Vermögen reden muss und soll, sondern sich auf den Heiligen Geist verlassen soll und darf.

Aber auch die vielen Ehrenamtlichen in den Gemeinden brauchen Gottes Heiligen Geist, der sie antreibt, ermutigt, Ideen gibt und in ihrer Arbeit auch das Vertrauen zu Gott stärkt. Ohne den Heiligen Geist, ist ein lebendiger Glaube ein begrenztes Bemühen des Menschen und nimmt mehr Kraft als er gibt. Doch mit der stetig neuen Bitte an Gott um sein Wirken geschehen auch heute kleine Alltagswunder und segensreiche Begegnungen.

Pfingsten ist das Fest der Kirche, die mit dem Heilige Geist eng verbunden ist, wie wir im dritten Abschnitt des Glaubensbekenntnisses bezeugen.

Pfingsten ist der "Geburtstag" der Kirche. Deswegen werden zum Pfingstfest ja auch die roten Paramente (Altar –und Kanzeldecke) verwendet – die Farbe der Kirchenfeste.

Mit der Predigt des Petrus hat alles angefangen und 3000 Menschen haben sich am ersten Tag taufen lassen. Die Gemeinde hat angefangen und die Kirche in ihrer Vielfalt ist daraus entstanden; und wir dürfen sie heute noch leben und gestalten.

Pfingsten ist das dritte der großen christlichen Feste. So wichtig, dass es dafür sogar einen zweiten Feiertag gibt und in den Schulen Ferien. Wenn Sie diese Ferien zum Urlaub nutzen, dann wünsche ich Ihnen gute und erholsame Tage. Wenn Sie zu hause bleiben, dann ebenso eine gesegnete Zeit.
07.06.14
Neumarkt: Gedanken zum Pfingstfest
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