60 Prozent ohne Nachfolger ?
NEUMARKT. Problem Hofnachfolge: auch im Landkreis Neumarkt schlossen rund 150 Betriebe in den letzten drei Jahren die Tore.
Die Probleme beschleunigen den Strukturwandel und gefährden Arbeitsplätze im ländlichen Raum, erklärte jetzt MdL Reinhold Strobl. Die Antwort auf eine SPD-Anfrage an den Landwirtschaftsminister habe klar bewiesen, dass weder der Rückgang der Betriebe gestoppt werden konnte noch die Nachwuchssorgen vom Tisch seien. MdL Horst Arnold, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: "Bayernweit geben nur 37 Prozent der Bauern an, dass die Hofnachfolge gesichert ist". Das sei dramatisch. Zwei Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern stünden vor dem Aus.
MdL Reinhold Strobl (SPD): "In der Oberpfalz schaut es nicht viel anders aus. Da geben nur 39,2 Prozent der Betriebe an, dass sie sicher einen Nachfolger für den landwirtschaftlichen Betrieb haben."
Strobl betont deshalb, dass es nötig sei, die Vereinbarkeit von Betrieb und Beruf zu fördern. Man brauche eine Nebenerwerbsoffensive, die bereits in der Ausbildung der künftigen Bauern die Möglichkeit der Betriebsführung neben einem Vollzeit- oder Halbtagsjob berücksichtigt, sagte Arnold In den letzten drei Jahren sei die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 117.000 auf 111.000 gesunken, obwohl die wirtschaftliche Lage positiv zu beurteilen war.
"Auch im Landkreis Neumarkt schlossen rund 150 Betriebe in den letzten drei Jahren die Tore" sagte MdL Reinhold Strobl. "Eine Entwicklung, die nachdenklich machen müsse." Der Abgeordnete verwies auch auf das Durchschnittsalter der Betriebsleiter in Neumarkt, das bei 48,5 Jahren liege." Beide Abgeordneten sind sich einig: "Angesichts des hohen Durchschnittsalters muss die Politik die Ausbildungsangebote im Bereich Landwirtschaft optimieren, damit die Hofnachfolge auf den Betrieben gesichert wird."
23.12.13
Neumarkt: 60 Prozent ohne Nachfolger ?