Sonderbriefmarke geplant


Eine lebensgroße Statue des berühmten Opernkomponisten wurde anläßlich der Internationalen Gluck-Festspiele vorgestellt
Foto:Archiv
NEUMARKT. Zum 300. Geburtstag des in Erasbach geborenen Komponisten Christoph Willibald Gluck wird 2014 eine Sonderbriefmarke herausgegeben.

Das teilte am Montag MdB Alois Karl mit, der sich dabei auf "gut informierte Kreise" berief.

Die Entscheidung ist angeblich bereits in einer Programmbeiratssitzung für Sonderpostwertzeichen gefallen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wird diesen Beschluss in den nächsten Wochen gegenzeichnen. "Damit werden die anderthalbjährigen Bemühungen des Berchinger Bürgermeisters Ludwig Eisenreich und mir von Erfolg gekrönt", freut sich MdB Alois Karl.

Erfahrungsgemäß sind nicht einmal zehn Prozent aller Anträge auf eine Sonderbriefmarke erfolgreich. So wurden von mehr als 500 Vorschlägen nur 52 Anträge positiv beschieden. Doch da bereits 35 Motive von vornherein gesetzt sind, bleiben gerade einmal 17 freie Plätze. Eines dieser 17 Motive soll im Jahr 2014 der berühmte Komponist Gluck sein. Dies sei ein großer Image- und Werbeeffekt für die Stadt Berching – auch wenn der berühmteste Sohn der Stadt bereits im Alter von drei Jahren mit seiner Familie nach Böhmen zog. Berching werde durch viele hunderttausend dieser Sonderbriefmarken noch bekannter, meint Karl.

Christoph Willibald Gluck zählt mit Händel, Bach, Mozart und Beethoven zu den herausragendsten Komponisten des 18. Jahrhunderts. Er war es auch, der mit seinen Werken die Opern aus Frankreich und Italien verband und so auf eine neue Stufe hob. Gluck gilt als Initiator der Opernreform, die auf einen einfach gehaltenen, klar und logisch aufgebauten Handlungsablauf setzt und auch im Gegensatz zu anderen, früheren Opern weniger Einzelsänger erfordert.

Geboren und getauft wurde Gluck am 2. Juli 1714 in Erasbach und Weidenwang, die beide heute zur Großgemeinde Berching gehören. In beiden Orten erinnern Denkmäler an den "großen Sohn", und auch das größte Gymnasium Bayerns in Neumarkt trägt seinen Namen.

Die Anregung von Bürgermeister Eisenreich hatte MdB Karl als Mitglied des Haushaltsausschusses in einem Schreiben an Bundesfinanzminister Schäuble ausdrücklich befürwortet.

Rund 50 Sondermarken erscheinen jährlich - jeweils in einer Auflage von rund zehn Millionen Exemplaren. Insgesamt werden etwa drei Milliarden Briefmarken jährlich gedruckt und in den Verkaufsstellen der Deutschen Post verkauft.

Nachdem der Programmbeirat eine Vorschlagsliste über die Themen für neue Briefmarken zusammengestellt hat, entscheidet der Kunstbeirat über die grafische Qualität der vorgelegten Entwürfe. Rund 100 Grafiker kümmern sich um die Gestaltung der deutschen Briefmarken. Für jede neue Marke bittet das Bundesfinanzministerium sechs bis acht von ihnen, einen Entwurf abzugeben. Das letzte Wort hat dann Bundesfinanzminister Schäuble, der jedem Thema und jedem Motiv zustimmen muss.
22.10.12
Neumarkt: Sonderbriefmarke geplant
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