Börsenabgang angestrebt
NEUMARKT. Der Insolvenzplan der Pfleiderer AG ist nach erfolgter Prüfung durch das zuständige Amtsgericht Düsseldorf am Donnerstag niedergelegt worden.
Er ist damit für die Verfahrensbeteiligten einsehbar, teilte das Neumarkter Unternehmen mit. Das Gericht hat den 12. September als Erörterungs- und Abstimmungstermin festgesetzt, bei dem über den Insolvenzplan abgestimmt wird.
Die Umsetzung des Plans soll im Ergebnis zur "umfassenden Entschuldung und Enthaftung" der Gesellschaft von Finanzverbindlichkeiten und zur Herstellung einer soliden Eigenkapitalbasis führen, hieß es.
Wie
neumarktonline bereits am 3. August meldete (
Bericht hier), sieht der Insolvenzplan vor, das Grundkapital der Pfleiderer AG zur Deckung der bilanziellen Überschuldung auf Null herabzusetzen. Anschließend soll die Erhöhung des Grundkapitals durch Bar- und Sacheinlage erfolgen.
Die neuen Aktien sollen ausschließlich von der Atlantik S.A., einer auf Restrukturierungsfälle spezialisierten Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in Luxemburg, gezeichnet werden, die damit alleiniger Aktionär der Pfleiderer AG werden würde. Für die neuen Aktien soll keine Zulassung an der Börse beantragt werden; vielmehr strebt Pfleiderer ein
Delisting an der Börse an. Die bisherigen Aktionäre und auch die Inhaber der Hybridanleihe als nachrangige Gläubiger werden nicht mehr an der Gesellschaft beteiligt sein.
Im Rahmen des Insolvenzplans hat sich die Atlantik S.A. verpflichtet, den überwiegenden Teil der Finanzverbindlichkeiten der Pfleiderer AG von den Finanzgläubigern zu übernehmen und daraufhin die Gesellschaft wesentlich zu entschulden.
Nach Umsetzung aller Maßnahmen würde die Pfleiderer AG über eine solide und marktfähige Kapital- und Finanzierungsbasis verfügen, hieß es vom Neumarkter Unternehmen. Damit wären die Voraussetzungen gegeben, die Aufwärtsentwicklung im operativen Geschäft der Pfleiderer-Gruppe fortzusetzen und zu verstärken.
Pfleiderer wollte mit dem neuen Investor "zurück zu seinen Wurzeln". Mit den geplanten Verkäufen werde sich die Mitarbeiterzahl von 4700 auf etwa 3.600 verringern.
Sanierungs-Vorstand Hans-Joachim Ziems wolle sich zurückziehen, sobald das Gericht dem Insolvenzplan zugestimmt hat. Bei Pfleiderer sei für die Zeit danach an eine Doppelspitze gedacht, hieß es.
Wie mehrmals berichtet hat die Pfleiderer Holzwerkstoffe GmbH erst vor wenigen Tagen damit begonne, in Neumarkt über 25 Millionen Euro in eines der größten Spanplattenwerke Europas zu investieren.
16.08.12
Neumarkt: Börsenabgang angestrebt